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Wie sich die Düngeverordnung auf die Weizenproduktion auswirkt
Sven Borchert leitet die landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft Groß Germersleben in Sachsen-Anhalt und ist Vizepräsident beim hiesigen Bauernverband. In der Börde sei die Ernte nicht so schlecht gewesen, sagt er: "Bei Winterweizen war sie von den Erträgen her sehr ordentlich. Wir haben nur das Problem, dass wir weniger Qualitäten geerntet haben." Nur 100 Hektar Qualitätsweizen konnte er ernten. Die restlichen 500 Hektar waren von mittlerer und von Futter-Qualität. Das lag zum einen an der Witterung: viel Regen, wenig Sonne. Zum anderen an politischen Vorgaben, sagt Borchert: "Wir brauchen heute, um Qualitätsweizen zu produzieren, einen sogenannten Proteingehalt von 13 Prozent. Den kann man nur schaffen, wenn man die Pflanzen bedarfsgerecht ernährt und ihnen genügend Stickstoffe zuführt. Das war nicht möglich mit diesen Nährstoffgehalten, wo wir die Pflanzen mit ernähren dürfen." Seit 2017 schreibt die Düngeverordnung in Deutschland vor, wie viel nach einer genauen Bedarfsanalyse gedüngt werden darf. Deutschland hat viele rote Gebiete. Hier ist der Nitratgehalt im Grundwasser zu hoch – die Düngung muss dann 20 Prozent unter dem errechneten Bedarf der Pflanze liegen. Vor der Verordnung habe er nur Qualitätsweizen produziert, sagt der Landwirt. Für Futterweizen bekommt er 50 Euro weniger pro Tonne als für Qualitätsweizen. Peter Haarbeck ist der Geschäftsführer des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft. Etwa die Hälfte des Weizens, der noch vor einigen Jahren an die Mühlen gegangen sei, sei Qualitätsweizen gewesen. Doch es werde immer weniger: "Wir sind generell optimistisch, dass man noch entsprechende Qualitäten bekommt, aber es wird halt immer schwieriger." Auch er sieht als Grund neben klimatischen Veränderungen die Düngeverordnung. Marcel Dehler beschäftigt sich am Thünen-Insitut für Betriebswirtschaft mit der Ökonomik des Ackerbaus. Wie stark sich die Düngeverordnung auf die Weizenproduktion auswirkt, sei wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt: "Es gibt Jahre, wo man relativ gut auf ein Stück der Stickstoffdüngung verzichten kann, wo auch über den Boden zusätzlich Stickstoff mineralisiert wird. Sodass das gar keinen so negativen Effekt hat", sagt Dehler. Laut Dehler gibt es aber auch Jahre, in denen sich das weniger Düngen auch sehr deutlich negativ auf die Pflanze auswirkt. Dass die Weizenqualität in Deutschland bald nur noch für Futterweizen reicht, glaubt Dehler aber nicht: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass in Deutschland weiterhin Qualitätsweizen produziert wird. Das ist ganz klar." Auch Landwirt Sven Borchert sieht das so. Aber er würde aus seinem Weizen gerne wieder mehr herausholen können: "Wir müssten Dünger intelligenter verteilen dürfen – innerhalb des Betriebes zum Beispiel. Zu sagen: Ja, für diesen Qualitätsweizen brauchen wir ein bisschen mehr Dünger oder wir müssen ihn an die Jahreseffekte anpassen." Außerdem sagt er, dass auch aus Weizen mit nur zwölf Prozent Proteingehalt ein gutes Brot gebacken werden kann und wünscht sich, dass die Vorgabe zum Proteingehalt abgesenkt wird.
mdr.de
Landwirte klagen darüber, dass die Düngeverordnung Schuld daran sei, dass sie weniger Qualitätsweizen ernten. Wissenschaftlich ist der Zusammenhang aber nicht geklärt.
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Deutschland
2024-08-23T12:51:33+02:00
2024-08-26T12:17:57+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/qualitaetsweizen-duengeverordnung-ernte-landwirtschaft-100.html
Nato: Deutschland erreicht Zwei-Prozent-Ziel bei Verteidigungsausgaben
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Einsatz westlicher Waffen gegen russisches Territorium als effizient gelobt. Die Zerstörung russischer Stellungen und Abschussrampen nahe der Grenze sei enorm wichtig, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner täglichen Videoansprache. "Das klappt. Genauso wie wir es erwartet haben." Der ukrainische Staatschef lobte dabei mehrere Einheiten für nicht näher benannte Erfolge. Westliche Staaten hatten nach neuen russischen Angriffen gegen das Gebiet Charkiw im Nordosten der Ukraine ihr Verbot zum Einsatz ihrer Waffen gegen russisches Staatsgebiet gelockert. Es sei den Ukrainern gelungen, die russischen Offensiven abzubremsen. Die ukrainischen Soldaten hätten eine neue Seite im Krieg aufgeschlagen - "eine Seite, die (Russlands Präsident Wladimir) Putin eigentlich seiner Offensive widmen wollte und die für Russland zu einem weiteren Fehler wurde", sagte Selenskyj. Tatsächlich sind die Geländegewinne der russischen Truppen in den vergangenen Wochen immer geringer geworden, was Beobachter auch darauf zurückführen, dass nun westliche Waffen nach längerer Pause wieder bei den ukrainischen Verteidigern ankommen. Allerdings sehen die meisten Beobachter Russland immer noch in der Vorhand.  Lettland hat eine weitere Verstärkung seiner Grenze zu Russland unter anderem mit Panzersperren angekündigt. "Die Regierung hat zusätzliche 300 Millionen Euro bereitgestellt, die über die nächsten fünf Jahre genutzt werden sollen, um die Grenze zu verstärken", erklärte das Verteidigungsministerium. Der lettische Präsident Edgars Rinkevics sagte, die Verstärkungen würden vor allem die als Igel oder Drachenzähne bekannten Panzersperren beinhalten: "Unsere Politik ist klar: Nicht ein einziger Zentimeter des lettischen Territoriums wird unverteidigt bleiben." Nach einer mutmaßlichen Verletzung des schwedischen Luftraums durch ein russisches Militärflugzeug hat Schweden den russischen Botschafter einbestellt. Schwedischen Angaben zufolge flog der russische SU-24 Bomber am 14. Juni über die Ostseeinsel Gotland, die etwa 350 Kilometer vor der russischen Exklave Kaliningrad liegt. Das schwedische Luftwaffenkommando habe das russische Flugzeug vor dem Überflug gewarnt, teilte die schwedische Armee mit. Das Flugzeug sei aber nicht von seiner Route abgewichen, so dass es von zwei Kampfjets vom Typ JAS-39 Gripens aus dem schwedischen Luftraum ausgewiesen worden sei. Russland nahm bisher keine Stellung zu den Vorwürfen. Mit einem Drohnenangriff haben die ukrainischen Streitkräfte eine Ölraffinerie in der Stadt Asow im Süden Russlands in Brand gesetzt. In Verteidigungskreisen in Kiew hieß es, es handele sich um eine "gelungene Operation". In den Anlagen habe es heftige Brände gegeben. Wie viele Drohnen an dem Angriff beteiligt waren, blieb dabei unklar. Der ukrainische Geheimdienstdienst SBU werde weiterhin Drohnen gegen russische Ölanlagen einsetzen und "das wirtschaftliche Potenzial des Feindes verringern, das den Aggressor mit Ressourcen für den Krieg gegen die Ukraine versorgt", hieß es in ukrainischen Verteidigungskreisen weiter. Im Rahmen ihrer Annäherung an die Europäische Union hat die Ukraine den Weg für eine gemeinsame Roaming-Zone mit den EU-Staaten freigemacht. Ein entsprechendes Gesetz wurde am Dienstag von Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet. "Als Nächstes müssen wir eine positive Bewertung unserer Gesetzesänderungen von der europäischen Seite erhalten und die Verhandlungen über den Beitritt zum einheitlichen Roaming-Raum mit der EU aufnehmen", sagte Digitalminister Mychajlo Fedorow gemäß einer Mitteilung seines Ministeriums. Die Ukraine sei der erste EU-Beitrittskandidat, der diesen Schritt gehe. Kiew verspricht sich davon ein besseres Investitionsklima. Die Bürger der 27 EU-Staaten könnten in der Ukraine ihre Mobiltelefone ohne zusätzliche Gebühren für Telefonie, Kurznachrichten oder Internet nutzen. Ungarn gibt seinen Widerstand gegen die Kandidatur des scheidenden niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte für den Posten des Nato-Generalsekretärs auf. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban erklärte im Onlinedienst X: "Ungarn ist bereit, Ministerpräsident Ruttes Bewerbung als Nato-Generalsekretär zu unterstützen." Im Gegenzug machte Rutte ihm Zusagen, wie Orban weiter mitteilte: Der Niederländer versicherte demnach, dass Ungarn im Rahmen der Nato keine Militär- wie Finanzhilfen für die Ukraine leisten müsse. Diese Ausnahmeregel hatte Orban bereits vergangene Woche bei einem Besuch von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Budapest ausgehandelt. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland wegen seiner Weigerung verurteilt, der Menschenrechtsorganisation Memorial und anderen Organisationen Zugang zu Archiven über Repressionen in der Sowjetzeit zu gewähren. "Die Suche nach der historischen Wahrheit ist ein integraler Bestandteil des Rechts auf freie Meinungsäußerung", erklärte der Straßburger Gerichtshof. Die Weigerung stelle einen Eingriff in das Recht auf Information dar und verstoße somit gegen die Europäische Menschenrechtskonvention. Die Beschwerden waren zwischen 2012 und 2022 von fünf russischen Staatsbürgern sowie der von Moskau aufgelösten und 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Organisation Memorial eingereicht worden. Sie hatten nach Gerichtsangaben versucht, Zugang zu Archiven zu bekommen, in denen unter anderem Informationen über "ethnische Hinrichtungen und Deportationen, die in den 1930er und 1940er Jahren von außergerichtlichen Stellen angeordnet wurden", lagerten. China hat die Äußerung von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, Peking müsse für seine Haltung im Ukraine-Krieg vielleicht Kosten tragen, scharf kritisiert. Die Nato sollte sich selbst reflektieren, anstatt China willkürlich übel nachzureden, sagte Außenamtssprecher Lin Jian am Dienstag in Peking. Stoltenberg hatte China in einer Rede während eines USA-Besuchs vorgeworfen, nach außen den Eindruck erwecken zu wollen, sich in dem Konflikt zurückzuhalten, um Sanktionen zu vermeiden und den Handel am Laufen zu halten.  Das chinesische Außenamt betonte, China sei nicht der Verursacher des Krieges. Peking gilt als stärkster Verbündeter Moskaus, weil es Russland durch seine vermeintlich neutrale Haltung auf internationaler Bühne den Rücken stärkt. Für die zurückliegende Friedenskonferenz in der Schweiz hatte China abgesagt, betonte aber, sich für Gespräche zur Beendigung des Konflikts einzusetzen.  Die russische Marine hat unmittelbar vor dem Staatsbesuch von Kreml-Chef Wladimir Putin in Nordkorea Übungen im Pazifik gestartet. An dem Manöver seien rund 40 Schiffe und Boote sowie etwa 20 Flugzeuge und Hubschrauber beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit. Die Übungen finden demnach bis zum 28. Juni "in den Gewässern des Pazifiks, des Japanischen und des Ochotskischen Meeres" statt. Dabei solle unter anderem der Kampf gegen U-Boote und die Abwehr von Luftangriffen trainiert werden. Der Paritätische Gesamtverband weist den Vorschlag zurück, geflüchtete Menschen aus der Ukraine aus dem Bürgergeld herauszunehmen und künftig über das Asylbewerberleistungsgesetz zu versorgen. Schutzsuchende aus der Ukraine müssten aufgrund einer EU-Richtlinie kein Asylverfahren durchlaufen, was die Behörden massiv entlaste, sagte der Leiter der Abteilung Sozialpolitik des Verbandes, Johannes Rock, mehreren Medien. Ukrainer bekämen eine Aufenthaltserlaubnis, die ihnen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ermögliche. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, nannte die Forderungen nach der Streichung von Bürgergeld-Zahlungen "blanken Populismus".FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai hatte zuvor vorgeschlagen, neu ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu versorgen. Die Bundesregierung will an den Bürgergeld-Zahlungen an die rund 1,17 Millionen ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Deutschland festhalten. Ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums sagte am Montag in Berlin, es gebe keine Änderungspläne. Deutschland hat der Nato für das laufende Jahr geschätzte Verteidigungsausgaben von 90,6 Milliarden Euro gemeldet und würde damit derzeit klar das Zwei-Prozent-Ziel des Bündnisses erreichen. Wie aus einer neuen Übersicht der Nato hervorgeht, entspricht die Rekordsumme für Verteidigungsausgaben einem Anteil am prognostizierten deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,12 Prozent. Die Quote würde damit höher liegen als noch zu Jahresbeginn erwartet. In diesem Jahr werden nach den neuen Zahlen voraussichtlich 23 Bündnisstaaten die Zielmarke erreichen oder sogar überschreiten. Spitzenreiter bei der Quote sind derzeit Polen mit Verteidigungsausgaben von 4,12 Prozent des BIP und Estland mit 3,43 Prozent. Beide Länder liegen damit noch vor den USA, die 2024 nach den jüngsten Schätzungen auf 3,38 Prozent des BIP kommen dürften. Schlusslichter im Ranking sind Länder wie Spanien, Slowenien und Luxemburg, die derzeit bei unter 1,3 Prozent liegen. Auch Belgien (1,30 Prozent), Kanada (1,37 Prozent), Italien (1,49 Prozent) und Portugal (1,55 Prozent) werden die Nato-Zielmarke von zwei Prozent des BIP verfehlen. Insgesamt werden die derzeit 32 Nato-Staaten nach jüngsten Schätzungen im Jahr 2024 etwa 1,4 Billionen Euro für Verteidigung ausgeben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 10,9 Prozent. In der russischen Stadt Asow in der Region Rostow sind nach Angaben des zuständigen Gouverneurs Öllager nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Brand geraten. "Nach ersten Informationen gibt es keine Opfer", teilt der Gouverneur der südrussischen Region, Wassili Golubew, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Die Ermittlungen dauerten an, die örtliche Feuerwehr bemühe sich, die Brände unter Kontrolle zu bringen. Unmittelbar vor seinem Besuch in Nordkorea hat der russische Präsident Wladimir Putin den abgeschotteten Staat für seine Unterstützung im Kampf gegen die Ukraine gelobt. Man schätze "die standhafte Unterstützung" Nordkoreas für "Russlands militärische Spezialoperation in der Ukraine" und die Solidarität bei wichtigen internationalen Fragen, schrieb Putin in einem Beitrag für die nordkoreanische Zeitung "Rodong Sinmun". Russland hat vor mehr als zwei Jahren seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, in Moskau als "militärische Spezialoperation" bezeichnet, begonnen. Putin besucht am Dienstag und Mittwoch Nordkorea auf Einladung von Machthaber Kim Jong Un. Moskau unterhält enge Kontakte zu Nordkorea. Das kommunistisch regierte Land mit nuklearen Ambitionen liefert nach westlichen Erkenntnissen Munition für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Laufe des Tages. Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele verfügbare Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg. Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR
mdr.de
Die Nato-Mitgliedsstaaten haben ihre Verteidigungsausgaben deutlich erhöht. Das geht aus einer neuen Übersicht hervor. Demnach erfüllt Deutschland erstmals das Zwei-Prozent-Ziel.
[ "Ukraine", "Krieg", "Russland" ]
Welt
2024-06-18T23:22:19+02:00
2024-06-19T08:21:22+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/welt/osteuropa/politik/ukraine-krieg-nato-verteidigungsausgaben-rekord-deutschland-100.html
Kiffen während der Schwangerschaft erhöht Autismus-Risiko
Wissenschaftler vom der Geburtsklinik im Krankenhaus der kanadischen Hauptstadt Ottawa haben Daten zu Cannabis und Schwangerschaft ausgewertet. Dabei haben sie ein potenzielles Risiko für die Babys entdeckt. Wie das Team um den Geburtsmediziner Mark Walker in der Fachzeitschrift Nature Medicine berichtet, hatten die Kinder ein signifikant höheres Risiko, an Autismus zu erkranken, wenn die Mütter während der Schwangerschaft gekifft haben. Grundlage der Studie sind Daten aus den Jahren 2007 bis 2012. Damals erhoben Statistiker im kanadischen Bundesstaat Ontario bei insgesamt 500.000 Geburten, ob die Mütter Drogen konsumiert hatten. Rund 3.000 von ihnen berichteten von Cannabisgebrauch, allerdings oft in Kombination mit anderen Substanzen. 13,4 Prozent hatten auch Kokain genutzt, 11,3 Prozent nahmen verschriebene Medikamente, 4,4 Prozent Methadon und 3,8 Prozent tranken neben dem Kiffen. Die Forscher rechneten schließlich alle Kinder heraus, die vor ihrem vierten Lebensjahr gestorben waren und berechneten das Risiko an Autismus zu erkranken. Hatten die Mütter während der Schwangerschaft Cannabis genommen, entwickelten vier von 1.000 Kindern Autismus. Bei Kindern, die der Droge nicht im Mutterleib ausgesetzt waren, waren es nur 2,42 von 1.000. Die Autoren der Studie weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Daten keine Aussagen zur Ursache und Wirkung erlauben. In den Befragungen gab es keine Angaben zur konsumierten Cannabismenge, zur Häufigkeit des Konsums oder der Art der Aufnahme. Lediglich das statistisch signifikante gemeinsame Vorkommen von Konsum der Mütter und Autismus der Kinder ist hier belegt. Da Cannabis in Kanada 2018 legalisiert wurde, wollen die Mediziner die Öffentlichkeit mit ihrer Studie warnen. Nur weil der Konsum der Droge erlaubt sei, heiße das nicht, dass er auch gefahrlos sei für schwangere oder stillende Frauen. Jüngere Statistiken zeigten allerdings, dass die Zahl der kiffenden Mütter wachse. "Das ist besorgniserregend, weil wir wenig darüber wissen, wie Cannabis schwangere Frauen und ihre Babys beeinflusst. Werdende Eltern sollten sich über die möglichen Risiken informieren, und wir hoffen, dass Studien wie die unsere hier einen Beitrag leisten", sagt Erstautor Mark Walker. Die Mediziner vermuten, dass Cannabis das Botenstoffsystem im Embryo stört. Der berauschende Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) passiere die Plazenta und dringe in den Kreislauf des wachsenden Kindes ein. Dort allerdings gebe es ein sensibles Endocannabinoidsystem, die für die Entwicklung des Nervensystems zentral sei. Es würde durch das THC gestört. Bereits vorangegangene Studien hatten außerdem gezeigt, dass Cannabis das Risiko einer Frühgeburt erhöht. (ens) Update 12.8.: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, in den Embryos gebe es ein sensibles System endogener Cannabinoider. Um Missverständnisse zu meiden, haben wir das hier durch den korrekten Fachbegriff "Endocannabinoidsystem" ersetzt.
mdr.de
Neue Daten aus Kanada zeigen: Wenn werdende Mütter während ihrer Schwangerschaft Cannabis konsumieren, haben ihre Kinder später ein höheres Risiko, an Autismus zu erkranken.
[]
Startseite
2020-08-18T13:19:32+02:00
2020-08-18T13:19:32+02:00
https://www.mdr.de//wissen/cannabis-schwangerschaft-risiko-autismus-100.html
Preis für baureifes Land massiv gestiegen
Aktuelle Nachrichten des Mitteldeutschen Rundfunks finden Sie jederzeit auf mdr.de und in der MDR Aktuell App. In Sachsen-Anhalt wird baureifes Bauland immer teurer. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden im vergangenen Jahr im Schnitt rund 76 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Vor der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg waren es noch 52 Euro, ein Anstieg um mehr als 46 Prozent in drei Jahren. In Halle, wo es wenig baureifes Bauland gibt, mussten Häuslebauer mit Abstand am meisten zahlen: Der Preis lag im Schnitt bei 290 Euro je Quadratmeter. In Magdeburg waren es rund 100 Euro weniger. In Dessau-Roßlau lag der Quadratmeterpreis bei rund 112 Euro. Ein Grund für die hohen Preise ist dem Landesamt zufolge, dass in Halle wenig baureifes Bauland verfügbar und die Stadt sehr verdichtet ist. Es gebe daher auch wenig Verkäufe in der Saalestadt, sagte eine Sprecherin. In Magdeburg machten sich die Verkäufe von Flächen für die Intel-Ansiedlung bemerkbar. Am günstigsten – mit etwas mehr als 20 Euro pro Quadratmeter – war Bauland im Altmarkreis Salzwedel und im Landkreis Stendal. Im Kreis Stendal stiegen die Preise für baureifes Bauland im Vergleich zu 2019 lediglich um fünf Prozent. dpa, MDR (Cornelia Winkler)
mdr.de
Baureifes Bauland wird in Sachsen-Anhalt immer teurer. Der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter ist in den vergangen drei Jahren um mehr als 46 Prozent gestiegen.
[ "Nachrichten", "Bauland", "Haus", "bauen", "Kosten", "Preise", "Anstieg", "Magdeburg", "Halle", "Salzwedel", "Stendal", "Hausbau", "Anstieg", "Quadratmeterpreis" ]
Sachsen-Anhalt
2023-08-11T16:24:10+02:00
2023-08-12T10:10:21+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/bauland-quadratmeterpreis-kosten-halle-magdeburg-100.html
Staatsbürgerschaft nur gegen Israel-Bekenntnis: Ist Merz' Forderung realistisch?
Es sei Staatsräson in der Bundesrepublik, sagte Merz: "Nämlich eine ohne Zweifel feste Zusage an das Existenzrecht Israels. Wer das nicht unterschreibt, hat in Deutschland nichts zu suchen." Auf die Frage, was das heißt, sagte Merz: "Wie man das dann in der Praxis macht, kann man schauen." Tatsächlich läuft gerade ein Verfahren zur Novellierung des Staatsangehörigkeitsgesetzes. Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf erst im August gebilligt. Ein Kernpunkt des Textes ist das Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Das gibt es in der aktuellen Fassung zwar auch, neu ist aber folgender Zusatz: "Antisemitisch, rassistisch oder sonstige menschenverachtend motivierte Handlungen sind mit der Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland unvereinbar und verstoßen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne dieses Gesetzes." Solche Handlungen schließen eine Einbürgerung aus, erklärt das Bundesinnenministerium. Auch das ist im Grunde nicht neu. Das betont auch Helge Lindh, Migrationspolitiker der SPD-Bundestagsfraktion. "Ich kenne die Ausländerbehörden sehr gut und die Praxis. Und selbstverständlich haben die die Möglichkeit auch in Gesprächen – und wenn sie Indizien haben, dass Leute antisemitisch sind – das zu verweigern. Das liegt bereits jetzt in ihrem Ermessen." Für ein Bekenntnis, wie Merz es fordert, ist Lindh grundsätzlich offen. Den praktischen Nutzen hält er aber für überschaubar. "Mit einer Unterschrift allein ist das Problem des antiisraelischen Hasses und des Antisemitismus nicht weggeräumt. Und damit ist auch nicht verhindert, dass Leute etwas unterzeichnen, obwohl sie gar nicht der Meinung sind." Aber darf man eine solche Erklärung, ein solches Bekenntnis überhaupt einfordern, wenn es sich auf einen anderen Staat oder schlicht auf die deutsche Staatsräson bezieht? Der Leipziger Rechtswissenschaftler Johannes Eichenhofer hat Bedenken. "Ein solches positives Bekenntnis würde ja doch deutlich mehr verlangen als das geltende Recht das tut. Und dieses positive Bekenntnis wäre ja möglicherweise auch verfassungsrechtlich durchaus anders zu bewerten, weil es nämlich auf eine Pflicht hinausläuft, eine bestimmte Meinung zu vertreten." Schließlich sei die Staatsräson bezüglich Israel nicht gesetzlich verbrieft – und ein Bürger müsse sich die Staatsinteressen nicht zu eigen machen. Das sei ein sehr schwieriges Feld, sagt Eichenhofer. Seiner Meinung nach, kommt es letztlich darauf an, wie genau eine solche Einbürgerungsvoraussetzung begründet ist.
mdr.de
Wer deutscher Staatsangehöriger werden will, der soll sich zum Existenzrecht Israels bekennen. Das hat unlängst Friedrich Merz im ZDF gefordert. Aber geht das überhaupt?
[ "Nahohstkonflikt", "Friedrich Merz", "Israel", "Palästina", "Staat", "Anerkennung", "Staatsbürgerschaft", "Bekenntnis", "Bedingung", "CDU", "Vorsitz" ]
Deutschland
2023-10-24T05:00:01+02:00
2023-10-24T09:32:53+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/merz-israel-staatsbuergerschaft-100.html
Ukraine meldet Angriff auf russische Schießpulverfabrik
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Großbritannien für umfassende Militärhilfen in Milliardenhöhe gedankt. Nach dem Besuch des britischen Premierministers Keir Starmer erklärte Selenskyj, London stelle in diesem Jahr 6,6 Milliarden Dollar zur Verfügung. Mehr als drei Milliarden davon seien Teil eines strategischen Partnerschaftsvertrags, der eine jährliche Militärhilfe festschreibe. Zudem beinhalte der Vertrag einen geheimen Abschnitt, der der ukrainischen Sicherheit diene, so Selenskyj in seiner Videobotschaft. Gemeinsam mit Starmer traf Selenskyj ukrainische Drohnenentwickler. Er betonte, dass Drohnen in der Ukraine günstiger produziert würden als anderswo in Europa und kündigte neue Investitionen, auch aus dem Ausland, in die einheimische Drohnenproduktion an. Die Ukraine hat ihre Rüstungsproduktion im vergangenen Jahr trotz ständiger russischer Drohnen- und Raketenangriffe nach eigenen Angaben massiv ausgebaut. "Insbesondere wurden etwa 2,5 Millionen Mörser- und Artilleriegeschosse und die gleiche Menge an Munition für Drohnen hergestellt", erklärte der für Rüstung zuständige Minister, Herman Smetanin. Bestehende Produkte seien verbessert worden und neue hinzugekommen. Im Vergleich zu 2023 habe sich die Rüstungsproduktion insgesamt versechsfacht, behauptete Smetanin - nannte aber keine konkrete Zahlen, um dies zu belegen. Ziel sei es, im laufenden Jahr 3.000 Raketen und 30.000 weitreichende Drohnen zu produzieren. Etwa ein Drittel der vom Militär eingesetzten Waffen stamme bereits aus einheimischer Produktion. Großbritannien und die Ukraine haben ein Partnerschaftsabkommen mit einer symbolischen Laufzeit von 100 Jahren unterzeichnet. "Heute haben wir eine neue Ebene in den Beziehungen erreicht, und das ist sogar mehr als eine strategische Partnerschaft", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem britischen Premier Keir Starmer in Kiew. Dieser bezeichnete das Abkommen als "historisch". Garantien oder Bündnisverpflichtungen sind im Dokument nicht enthalten. London erklärte sich jedoch bereit, Kiew mindestens bis zum Finanzjahr 2030/31 und "solange wie nötig" mit Militärhilfen von umgerechnet mehr als 3,5 Milliarden Euro jährlich zu unterstützen. Ferner wurde vereinbart, dass das Vereinigte Königreich den Beitrag zur Ausbildung von Spezialisten an westlichen Kampfjets für die ukrainische Luftwaffe erhöht. Auch sollen die Kriegsmarinen beider Staaten vor allem im Schwarzmeerraum enger kooperieren. Während eines Besuchs des britischen Premierministers Keir Starmer in Kiew zur Unterzeichnung eines Sicherheitsabkommens mit der Ukraine hat es Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt gegeben. Stunden nach Starmers Ankunft in Kiew waren Explosionen und Sirenen zu hören, Luftverteidigungssysteme wehrten im Zentrum von Kiew einen russischen Drohnenangriff ab, wie die Behörden und Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag berichteten. "Putins Bestreben, die Ukraine von ihren engsten Partnern zu trennen", sei ein "strategischer Fehlschlag" gewesen, erklärte Starmer demnach angesichts der groß angelegten Invasion der russischen Armee auf Befehl des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine vor fast drei Jahren. "Stattdessen stehen wir uns näher als je zuvor, und diese Partnerschaft wird diese Freundschaft auf die nächste Stufe heben", fügte er mit Blick auf das Abkommen hinzu. Ukrainer können für den Verlust von Angehörigen durch den russischen Angriffskrieg Entschädigung beantragen. Das Schadensregister für die Ukraine mit Sitz in Den Haag teilte mit, dass nach den Sachschäden nun auch Anträge wegen des Verlustes naher Angehöriger eingereicht werden können. Dies sei ein bedeutender Schritt, um auch das große menschliche Leiden zu benennen, teilte das Register-Verantwortlichen mit. Bisher konnten nur Sachschäden durch die russischen Angriffe registriert werden, zum Beispiel die Zerstörung von Häusern. Nach Angaben des Registers gingen etwa 13.000 Forderungen ein mit einem Gesamtumfang von rund 800 Millionen Euro. Antragsteller müssen Angaben zu der getöteten Person einreichen sowie zu den Umständen des Todes. Sie müssen dem Register zufolge keine Nachweise über direkte finanzielle Einbußen erbringen, etwa durch das Wegfallen von finanzieller Unterstützung. Anträge können digital gestellt werden.  Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben mehr als zwei Dutzend Soldaten in der russischen Grenzregion Kursk gefangen genommen. "Ukrainische Fallschirmjäger haben zusammen mit anderen Einheiten 27 feindliche Soldaten in der Region Kursk gefangen genommen", erklärte die Armee am Donnerstag. Die russischen Soldaten hätten sich freiwillig ergeben, hieß es weiter. Den Angaben zufolge stammen die gefangengenommenen Soldaten aus verschiedenen Regionen Russlands sowie von der von Moskau annektierten Halbinsel Krim. Das Militär veröffentlichte ein Video, dass die Kriegsgefangenen zeigen soll. Darin geben diese ihre Namen und Dienstgrad an.  Der britische Premierminister Keir Starmer ist in Kiew eingetroffen, um ein Sicherheits-, Kultur- und Handelsabkommen mit der ukrainischen Regierung zu unterzeichnen. Das Bestreben von Russlands Präsident Wladimir Putin, "die Ukraine von ihren engsten Partnern loszureißen, ist ein monumentaler strategischer Fehlschlag", erklärte Starmer. Stattdessen sei man sich näher denn je, und die beabsichtigten Partnerschaftsabkommen würden die Freundschaft beider Länder auf die nächste Stufe heben. Es ist der erste Besuch Starmers in der Ukraine seit seinem Amtsantritt im Juli vergangenen Jahres. Ein russisches Treibstofflager im Gebiet Woronesch ist nach Behördenangaben durch einen ukrainischen Drohnenangriff in Brand gesetzt worden. Mehrere Drohnen seien auf das Gelände gefallen, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte der Gouverneur des Gebietes, Alexander Gussew, auf Telegram mit. Mehrere Dutzend Feuerwehrfahrzeuge und zwei Löschzüge der Eisenbahn seien im Einsatz. Betroffen war demnach ein Kraftstoffreservoir bei der Stadt Liski. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht seien 27 ukrainische Drohnen über den Gebieten Belgorod, Woronesch, Tambow und Kursk abgefangen worden. Diese Militärangaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Der britische Premierminister Keir Starmer ist überraschend zu einem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Es ist die erste Reise in die Ukraine des Labour-Politikers seit seinem Amtsantritt im Sommer. Der britischen Regierung zufolge will Starmer mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eine "100-jährige Partnerschaft" in den Bereichen Sicherheit, Wissenschaft, Energie und Handel schließen. London werde zudem 40 Millionen Pfund (etwa 47,4 Millionen Euro) an Wirtschaftshilfe für das Land zur Verfügung stellen. Großbritannien hat der Ukraine seit Beginn des Angriffskriegs im Februar 2022 umgerechnet mehr als 15 Milliarden Euro militärische und zivile Unterstützung zugesagt. Zudem wurden etwa 50.000 ukrainische Soldaten auf britischem Boden ausgebildet. Der Besuch Starmers erfolgt wenige Tage vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar. Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte Kiew kürzlich einen Besuch abgestattet. Die Ukraine meldete einen Angriff auf eine russische Produktionsanlage für Schießpulver. Das Unternehmen in der Stadt Tambow sei einer der Hauptlieferanten von Sprengstoffen für die russische Armee, schrieb der Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, Andrij Kowalenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sei die Produktion in dem Werk deutlich hochgefahren worden. Kowalenko äußert sich nicht zu den Auswirkungen des Angriffs, den er auch nicht direkt für die ukrainische Seite reklamiert. Tambow liegt rund 460 Kilometer südöstlich von Moskau. Die SPD will noch vor der Bundestagswahl eine Entscheidung über neue Waffenlieferungen an die Ukraine im Wert von drei Milliarden Euro herbeiführen. Zur Finanzierung besteht sie aber auf ein Aussetzen der Schuldenbremse wegen einer besonderen Notlage. "Ich fordere die anderen Fraktionen auf, sich jetzt rasch zu diesem rechtlich zulässigen und notwendigen Schritt zu verhalten", sagte Fraktionschef Rolf Mützenich. "Wir können noch vor der Bundestagswahl hierzu entscheiden." Bundeskanzler Olaf Scholz hatte diesen Vorschlag bereits in den Ampel-Verhandlungen über den Haushalt 2025 gemacht, an denen die Koalition dann aber letztlich zerbrach. Gestern hatte er in einem RTL-Interview gesagt, dass er weiter zu seinem Vorschlag stehe. Aber dann müssten "einige über ihren Schatten springen", sagte der Kanzler. FDP-Generalsekretär Marco Buschmann machte allerdings prompt klar, dass das für seine Partei nicht in Frage komme. Er warf Scholz Erpressung des Bundestags vor. Die FDP hat sich wie auch die Grünen für die zusätzlichen Ukraine-Hilfen ausgesprochen. Beide wollen sie aber nicht über neue Schulden, sondern über eine "außerplanmäßige Ausgabe" finanzieren. Diese wäre nach Artikel 112 des Grundgesetzes aber nur unter einer Bedingung möglich. Guten Tag! In unseren Ukraine-News halten wir Sie weiterhin über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen hier im Lauf des Tages. Die Berichterstattung über den Russland-Ukraine-Krieg ist komplex. Es gibt eine Vielzahl von Medienvertretern vor Ort, darunter auch unabhängige Journalisten aus verschiedenen Ländern. Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass die Beschaffung verlässlicher Informationen schwierig ist, weil viele Quellen politisch motiviert sein können und schwer zu überprüfen sind. Dennoch gibt es unabhängige Experten, Organisationen und Journalisten, die differenzierte Einblicke bieten. Bei der Bewertung von Informationen sind verschiedene Quellen und eine kritische Haltung unerlässlich, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten. Alles das berücksichtigt der MDR in seinen Berichten über den Russland-Ukraine-Krieg. Quellen: u.a. AFP,dpa,Reuters,MDR
mdr.de
Die Ukraine meldete einen Angriff auf eine russische Produktionsanlage für Schießpulver. Der Ukraine zufolge ist das Unternehmen in der Stadt Tambow einer der Hauptlieferanten von Sprengstoffen für die russische Armee.
[ "Ukraine", "Krieg", "Russland", "Drohnenangriffe", "Luftalarm", "Konflikt", "Selenskyj", "Patruschew", "Pistorius", "Moldau", "Frontlinie" ]
Welt
2025-01-16T23:40:00+01:00
2025-01-17T11:45:02+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/welt/osteuropa/ukraine-krieg-angriff-russische-anlage-schiesspulverproduktion-102.html
Roland Kaisers Tochter Annalena: "Ich kannte meinen Papa nur krank!"
Ich kannte Papa nur krank, deshalb war es für mich so komisch, ihn plötzlich gesund zu sehen. Du hast 2000 die Diagnose bekommen und ich bin im April 1999 geboren. "Für mich war das Papa. Er war eingeschränkter als andere Väter, man konnte zum Beispiel nicht mit ihm Fußball spielen", so Annalena weiter. Doch für sie sei das normal und ok gewesen. Im Jahr 2010 wurde dem Sänger eine Spenderlunge transplantiert. Über diese Zeit erzählt die 24-Jährige, dass ihre Mama die Kinder weitestgehend rausgehalten, alles allein gewuppt habe. Sie und ihre Brüder seien weiter zur Schule gegangen, während ihre Mama jeden Tag ins Krankenhaus gefahren sei. Und dann sei ihr Papa wieder da und alles gut gewesen. Roland Kaiser, der unter der chronischen Lungenkrankheit COPD gelitten hatte, war zehn Jahre lang mit dieser Krankheit weiterhin aufgetreten, hatte lange versucht, die Erkrankung geheim zu halten. Im Kölner Treff sagte er dazu, dass er den Menschen nicht die Empathie zugetraut habe, ihm zu verzeihen, dass er schwach sei. Irgendwann habe seine Frau zu ihm gesagt: "Wenn du den Menschen jetzt nicht sagst, was du hast, werden sie falsche Schlüsse ziehen." Und dann hätte er es getan, die Leute wären aufgestanden und hätten applaudiert. Ihm sei ein Stein von der Seele oder der Brust gefallen und dann sei alles leichter gewesen. Jetzt, 14 Jahre später, feiert der Granseigneur des deutschen Schlagers 50. Bühnen-Jubiläum. Und das in absoluter Bestform. Im vorigen Jahr ging der Sänger im Alter von 72 Jahren zum ersten Mal auf Stadiontournee. Über sein Konzert am 19. Juli 2024 in Leipzig sagte Annalena: Wir standen im Stadion und haben kurz schlucken müssen, das war schon krass. Meine Brüder und ich, wir standen da und haben gedacht: 'Dass wir das erleben, ist irre.'
mdr.de
Annalena Kaiser war zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem Papa Roland in einer Talkshow. Im "Kölner Treff" erzählte die 24-Jährige, dass sie ihren Vater bis zu ihrem zehnten Lebensjahr nur krank kannte.
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2024-12-03T14:13:19+01:00
2024-12-03T14:13:19+01:00
https://www.mdr.de//meine-schlagerwelt/roland-kaiser-tochter-annalena-ich-kannte-meinen-papa-nur-krank-100.html
Tieren im Winter helfen - Garten richtig vorbereiten
Die Tiere in unserem Garten sind ganz unterschiedlich, aber vor allem im Winter haben sie ähnliche Ansprüche: Ruhig, warm und gemütlich soll es sein. Deshalb ist es gar nicht so schwer, den Garten jetzt im Herbst für den Winter tierfreundlich zu gestalten. Igel freuen sich für den Nestbau über Laub, das zum Beispiel vom Rasen gekehrt werden muss. Es muss ja nicht alles sein, aber lassen Sie an geeigneten Stellen einen Berg Herbstlaub liegen. Wenn Sie bereits ein passendes Igelhaus haben, füllen Sie es ein wenig. Wer wissen möchte, ob das Haus bezogen wurde, legt vor den Eingang ein paar zusätzliche Blätter. Sind sie verschwunden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich der Bewohner gemütlich gemacht hat. Im Laubhaufen finden übrigens nicht nur Igel ein gemütliches Plätzchen. Auch Amphibien und Insekten verkriechen sich dort gern. Staudenstängel, Verblühtes und Gräser schmücken den Garten im Herbst und Winter. Lassen Sie die Pflanzen einfach bis zum Frühjahr stehen. In den Stängeln haben es sich Insekten zum Überwintern gemütlich gemacht. Die alten Samenstände bieten Vögeln im Winter Futter. Und auch Menschen haben etwas davon: Verblühte Pflanzen sehen in der untergehenden Sonne und bei Frost wunderbar romantisch aus. Amphibien graben sich gerne in frostfreie Laub- und Komposthaufen. Wird der Kompost mit Laub oder einem Kompostvlies abgedeckt, machen Sie ihn zum perfekten Winterquartier. Wer also im kommenden Jahr mehr Nützlinge in seinem Garten haben möchte, der kann Kröten und Fröschen so über die kalte Jahreszeit helfen. Zwischen Totholz oder zwischen Steinen fühlen sich von der Blindschleiche bis zur kleinsten Raupe zahlreiche Tiere wohl. Während Insekten in die Ritzen des Totholzes kriechen, schlummern Blindschleichen und Kröten winterstarr zwischen den Steinen. Diese Rückzugsmöglichkeit sollte in keinem Naturgarten fehlen. Wichtig: die Haufen im Winter in Ruhe lassen, um die Tiere nicht in ihrer Winterruhe zu stören. Manche Froscharten überwintern im Wasser, zum Beispiel auf dem Grund eines Gartenteichs. Damit der nicht komplett zufrieren kann, sollte er mindestens einen Meter tief sein. Außerdem sollten die Frösche weiterhin mit Sauerstoff versorgt werden. Eine laufende Filterpumpe, Schilfrohrgräser oder sauerstoffspendende Unterwasserpflanzen können Abhilfe verschaffen. Es ist nicht zu empfehlen, die Eisdecke des Teichs aufzuschlagen. Das kann bei den empfindlichen Tieren für Stress sorgen, der tödlich enden kann. Im Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um Insektenhotels oder Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufzuhängen. Dort ziehen auch Insekten, Mäuse oder Gartenschläfer ein und sind so vor Kälte und Feinden geschützt. Im Frühjahr, vor der ersten Brut, ziehen die Tiere wieder aus. Die Behausungen können dann ganz einfach gereinigt werden. Natürliche Nahrungsquellen werden von vielen Wildtieren bevorzugt. Pflanzen, die auch im Winter Früchte tragen, sind deshalb besonders beliebt. Dazu zählen zum Beispiel die Eberesche (Sorbus aucuparia) und verschiedene Wildobst-Hecken oder auch verschiedene Wildrosen, die Hagebutten bilden. Lassen Sie Beeren und Früchte an den Bäumen. Auch die Samen von verblühten Pflanzen stehen auf dem Speiseplan der Gartentiere. Eichhörnchen und Vögel freuen sich außerdem über Nüsse. Wer Vögel zusätzlich unterstützen will, kann Futterstellen aufstellen. Wichtig ist, dass die Vögel ausreichend Platz zum Landen haben und vor Katzen geschützt fressen können. Ab Oktober können neben dem normalen Vogelfutter auch wieder Fettfutter und Erdnüsse dazu gefüttert werden. Die Vögel in ihrem Garten werden sich über den zusätzlichen Energieschub freuen.
mdr.de
Tiere brauchen im Winter genug Futter und ein Plätzchen zum Überwintern. Sie können den Garten im Herbst so vorbereiten, dass Blindschleiche, Igel, Vögel und Insekten sich auch bei Schnee, Eis und Frost wohlfühlen.
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Pflegen
2023-11-08T09:20:41+01:00
2023-11-08T09:20:41+01:00
https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/tiere-helfen-winter-herbst-igel-voegel-insekten-100.html
Sachsen: Linken-Spitzenduo zieht sich zurück
In einem Schreiben an die Mitglieder der Partei informieren die beiden Vorsitzenden, dass sie nach fünf Jahren an der Spitze nun ihre Ämter zur Verfügung stellen. Man habe in der Zeit sicherlich nicht alles richtig, aber auch nicht alles falsch gemacht, heißt es in dem Schreiben, das MDR SACHSEN vorliegt: "Fakt bleibt, dass wir unserem Anspruch, das Landtagswahlergebnis unserer Partei stabil zu halten, nicht gerecht werden konnten. Wir wollen nicht zu denen gehören, die die größten Böcke schießen und dennoch an ihren Sesseln kleben." Die Linke konnte nur dank zweier Direktmandate wieder in den Landtag einziehen, die viereinhalb Prozent reichten gerade so aus, um ihnen jetzt den Fraktionsstatus zu sichern. Die dadurch wegbrechenden Ressourcen würden allerdings herbe Einschnitte für die Parteiarbeit und schwierige Strukturveränderungen bedeuten, heißt es im Schreiben. Die Linke verfügt nun nur noch über sechs Abgeordnete. "Wir wollen uns deshalb auf die Arbeit in der Fraktion und im Landtag konzentrieren, um hier trotzdem als Oppositionsfraktion ernst genommen zu werden", betont Susanne Schaper gegenüber MDR SACHSEN. Und: "Man kann nicht einen Neuanfang für die Linke insgesamt fordern, und dann selbst hier keine Konsequenzen ziehen." Man kann nicht einen Neuanfang für die Linke insgesamt fordern, und dann selbst hier keine Konsequenzen ziehen. Susanne Schaper war in der vergangenen Woche zur Fraktionschefin gewählt worden, Parlamentsneuling Hartmann zu ihrem Vize. Auch auf der Bundesebene steht ein Personalwechsel an, Mitte Oktober wird in Halle neu gewählt. "Unsere Lage ist ernst und wir haben nicht viel Zeit, den Neubeginn zu schaffen," mahnen Schaper und Hartmann mit Blick auf die Bundestagswahl im September 2025. "Bis dahin sollten wir die ersten Schritte dieses Weges gegangen sein, auch wenn dieser sehr viel länger sein wird." Gleichzeitig betonen sie die Geschlossenheit der Partei in Sachsen, die es zu erhalten gelte. Kein Landtagsabgeordneter hier, kein Bürgermeister habe die Partei verlassen, das sei mit Blick auf andere Landesverbände keine Selbstverständlichkeit. Auch ihr Schritt jetzt sei eng mit Landesvorstand und Kreisvorsitzenden abgestimmt. MDR (wim)
mdr.de
Nach der Schlappe bei der Landtagswahl wollen sich Susanne Schaper und Stefan Hartmann vom Landesvorsitz zurückziehen. Über eine Nachfolge soll der Parteitag im November entscheiden.
[ "Nachrichten", "Politik", "Landtag", "Wahl", "Partei", "Vorsitzender", "Doppelspitze", "Linke", "Schaper", "Hartmann", "Rücktritt" ]
Sachsen
2024-10-02T15:29:45+02:00
2024-10-02T16:27:41+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/wahl-landtag-ruecktritt-doppelspitze-linke-100.html
Schlamm-Lawine
Lawine bedeutet:Etwas kommt sehr schnell einen Berg herunter.Zum Beispiel:    • Sehr viel Schnee    • oder sehr viel Schlamm.      Das ist dann eine Schlamm-Lawine.
mdr.de
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Wörter-Buch
2024-06-19T13:17:42+02:00
2024-06-19T13:17:42+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-schlamm-lawine-100.html
Rezepte: Geschenke aus der Gartenküche
Kräuteressig aus dem Garten ist eine schöne Geschenkidee für Freunde - nicht nur zu Weihnachten. @garten.mfee hat im Sommer geerntet, was das Kräuterbeet zu bieten hatte. Bunt gemischt hat sie Kapuzinerkresse, Dill und Co. in hübsche, saubere Flaschen gesteckt und mit Apfelessig aufgefüllt und ziehen lassen. Schon mal ausprobiert? Marianne Peschl aus unserer Community verschenkt zu Weihnachten Bratapfellikör. Zutaten: Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Äpfel vierteln, mit Zimt, Sternanis und Nelken auf ein Blech mit Backpapier legen, 20 bis 30 Minuten backen. Die Vanilleschote halbieren und das Mark auskratzen, die Zitrone waschen und die Schale dünn abziehen.Gebackene Äpfel und alle Gewürze in ein großes Glas geben. Vanilleschote, Vanillemark, Zitronenschale hinzufügen und alles mit Zucker abdecken. Mit dem Alkohol auffüllen. Zugedeckt drei bis vier Wochen ruhen lassen. Durch ein Sieb in Flaschen füllen. Der perfekte Brotaufstrich für die Weihnachtszeit ist Glühweingelee. Matthias Lindner Götze aus unserer Community hat uns verraten, wie er den Aufstrich mit weihnachtlicher Note herstellt. Alles kalt ansetzen und in einem großen Topf aufkochen, bis es hochschäumt. Weitere vier Minuten köcheln lassen und dann durch ein Sieb heiß in Gläser abfüllen. Guten Appetit! Diese "Marzipan-Marmelade" schmeckt herrlich weihnachtlich. Und jetzt raten Sie mal, was drinsteckt? Die Hauptzutaten für diesen Brotaufstrich sind Kartoffeln und Apfelsaft. Kartoffeln kochen, stampfen und mit den restlichen Zutaten vermengen. Alles zum Kochen bringen, vier Minuten sprudeln kochen lassen und in Gläser füllen. Ute Holz hat eine tolle, bauchige Flasche genommen, mit Mini-Tomaten und Strauchbasilikum gefüllt und dann mit Apfelessig aufgegossen. Schön sieht das aus und schmeckt auch so. Ihr Tipp: "Alte Likörflaschen habe ich aus einer Bar bekommen." In der Küche von Elisabeth Windisch entstehen tolle Sachen. So legt sie Knoblauch in Honig ein. Dafür werden Knoblauchzehen geschält und in ein sauberes, sterilisiertes Glas gefüllt. Darüber kommt so viel Honig, dass der Knoblauch komplett bedeckt ist. Das Glas wird mit einem Deckel verschlossen. Jetzt heißt es warten. Der Knoblauch muss reifen. Dafür einfach ab und zu den Deckel des Gefäßes öffnen. Nach etwa vier Wochen ist der Honigknoblauch fertig. Für ihre Liköre setzt Elisabeth Windisch Früchte mit Zucker und Wodka an, gibt Gewürze wie Vanille, Nelken, Kardamom und Zimtstange dazu und lässt alles für drei Monate ziehen. Danach wird die Flüssigkeit abgeseiht, abgeschmeckt und in Flaschen gefüllt. Kein Rezept, aber trotzdem ein wunderbares Geschenk. Verschenken Sie doch Ihre Lieblingsblumen zu Weihnachten. Karin Berger aus unserer Community füllt Sämereien in Teebeutel. So sind sie hübsch und luftig verpacket. Zu den Sämereien im Teebeutel kann man kleine Bildchen der einzelnen Pflanzen ausdrucken und dazu geben. Und vielleicht wächst ja nächstes Jahr etwas Essbares aus den Samen. MDR Garten (anz)
mdr.de
Weihnachten gibt es für Genießer Geschenke aus der Küche. Unsere Community ist da sehr kreativ. Vom in Honig eingelegten Knoblauch über Chutney und Gelees bis zu Likören reicht die Palette. Wir haben die besten Rezepte.
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Genießen
2023-12-15T12:09:27+01:00
2023-12-15T12:09:27+01:00
https://www.mdr.de//mdr-garten/geniessen/geschenke-kueche-rezepte-100.html
Kaffee ohne Koffein: Wie ein Thüringer Start-up den Kaffee neu erfinden will
Der Online-Shop von No Coffee war ein paar Minuten aktiv, da kam die erste Bestellung rein, erinnert sich Geschäftsführer Andreas Kühn. Er ist für die Vermarktung zuständig. Jemand hatte bei der Erfurter Firma koffeinfreien Kaffee bestellt, die Maschinen wurden angeworfen, aus dem ersten halben Sack Bohnen der erste koffeinfreie Kaffee zum Verschicken hergestellt. Drei Jahre ist das inzwischen etwa her. Heute hat das Start-up rund 100.000 Kunden, es wird ständig Nachschub produziert, jeden Tag gehen 300 bis 400 Bestellungen raus, deutschlandweit. Es hat sich was getan, freut sich Marcus Intek - der andere Geschäftsführer der jungen Firma, der "Markenbeauftragte", der visuelle Kommunikation studiert hat. Früher haben wir sackweise produziert, jetzt tonnenweise. Es gibt verschiedene Methoden, wie Kaffee das Koffein entzogen wird. Die Industrie macht das meist mit Dichlormethan (DCM), erklärt Marcus Intek. Es sei schwer gewesen, jemanden zu finden, der das anders angeht. Für ihren Bio-Kaffee schwebte den beiden Firmengründern ein Schweizer Verfahren vor: Entkoffeinieren mit Wasser. Es dauert lange, ist aber gesünder, erklären sie. Sie lassen ihre Bohnen nun so in Bremen entkoffeinieren. In Jena werden sie dann geröstet. Die Kunden können zwischen Kaffee mit weniger Koffein oder ohne Koffein wählen. Röstmeister Andreas Raab aus Jena hat für die Firmengründer experimentiert, damit der koffeinfreie Kaffee nicht wie koffeinfreier Kaffee schmeckt. Jede Kaffeesorte braucht im Trommelröster eine andere Temperatur und hat eine unterschiedliche Röstdauer. Die sogenannten Röstprofile sind unterschiedlich - hier sind es ungefähr 20 Minuten bei 200 Grad. Über einen Schlauch werden die Bohnen in den Trommelröster gesaugt, dann bekommen sie Hitze. Wenn die Zeit in der Maschine abgelaufen ist, öffnet sich eine kleine Klappe und die heißen Bohnen rauschen dampfend in einen Behälter, in dem sie abgekühlt werden. Es duftet. Später soll man nicht schmecken, dass im Kaffee kein Koffein ist. Man soll es nur merken. Die Kunden bestellen aus unterschiedlichen Gründen: Unverträglichkeiten wie Herzrasen, Viel-Trinker, die Kaffee lieben und ihn auch den ganzen Tag trinken wollen, Schwangerschaft. Der Kaffeemarkt in Deutschland ist ein Milliardengeschäft. Andreas Kühn zitiert seinen Branchenverband, wonach mit Kaffee allein in Deutschland 20 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt werden. 2021 machte der Anteil von entkoffeiniertem Kaffee 1,5 Prozent aus - inzwischen wird es mehr. Das liegt laut Kühn und Intek am Zeitgeist. Die Menschen wollen gesünder leben, sind achtsamer - sie trinken weniger Alkohol und wollen ihren Koffeinverbrauch senken. Das gilt auch für die Gründer selbst. Andreas trinkt etwa fünf Tassen Kaffee am Tag, bei Marcus sind es auch mal acht. Beide mögen den entkoffeinierten Espresso am liebsten. Den verkaufen sie als ganze Bohne, gemahlen, als Pad oder kompostierbare Kapsel und in einer Art Teebeutel - alles online. Anfragen von Einzelhandel und Gastronomie gibt es bereits. Gerade sind die Thüringer mit verschiedenen Kaffeeständen auf der Berlinale vertreten - zum Beispiel für koffeinfreien Espresso-Martini am Abend. MDR (ifl)
mdr.de
Koffeinfreier Kaffee war früher nur was für Kaffeekränzchen mit Herzkranken oder für Schwangere. Inzwischen heißt er "Decaf". Wie ein Start-up aus Erfurt damit den Kaffeemarkt revolutionieren will.
[ "Nachrichten", "Kaffee", "Koffein", "Start-Up", "Gründer", "Firma", "Jena", "Erfurt" ]
Thüringen
2024-02-25T18:00:00+01:00
2024-02-26T10:06:31+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/thueringen/ost-thueringen/jena/kaffee-ohne-koffein-decaf-erfurt-102.html
Corona: Nicht überall starben in der Pandemie mehr Menschen
Wie tödlich waren die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in der Welt? Auf diese Frage haben Forscher der der Universität Tübingen und der Hebräischen Universität Jerusalem erstmals eine Antwort gefunden, unabhängig von offiziell gemeldeten Corona-Zahlen. Dafür haben sie die aktuell größte Sammlung weltweiter Sterbedaten für 103 Länder in vergleichbarer Form in einer im Fachmagazin "eLife" erschienenen Studie aufbereitet. Das Ergebnis der Untersuchungen zeigt zum einen, dass die Pandemie weltweit gewütet hat – und es noch tut –, aber die Auswirkungen von Land zu Land sehr unterschiedlich sein können. "Uns hat interessiert, ob eine Übersterblichkeit durch die Pandemie zu verzeichnen war, und wenn ja, in welchem Umfang – und ob die Zahlen über die Länder hinweg vergleichbar waren", erklärt Ariel Karlinsky, einer der Studienautoren. Die Analysen ergaben, dass in einigen der Länder, die am schlimmsten von Covid-19 betroffen waren – vor allem Peru, Ekuador, Bolivien und Mexiko – die Übersterblichkeit bei mehr als 50 Prozent der zu erwartenden jährlichen Sterblichkeitsrate lag. In Europa hatten besonders östliche Staaten wie Bulgarien, Serbien und Tschechien hohe Zahlen an Corona-Toten. Während die Todeszahlen in einigen lateinamerikanischen Ländern in der Pandemie um mehr als die Hälfte stiegen, starben in Australien und Neuseeland sogar weniger Menschen als in vergleichbaren Zeiträumen vor der Pandemie. In Deutschland blieb die Übersterblichkeitsrate – die Zahl der Toten über die zu erwartende Sterblichkeitsrate hinaus – unter der der europäischen Nachbarländer: bei 40.000. "Das sind viel weniger als die 90.000 offiziell gemeldeten Toten durch COVID-19", erläutert der zweite Studienautor Dr. Dmitry Kobak. In Nachbarländern wie den Niederlanden, Frankreich oder der Schweiz war die Übersterblichkeit teils mehr als doppelt so hoch. Wahrscheinlich ist ein Grund dafür, dass die Sterbezahlen bei anderen Atemwegserkrankungen durch die Corona-Schutzmaßnahmen gesunken sind – die AHA-Regeln haben also viele Leben gerettet. Warum sich die Übersterblichkeitszahlen in benachbarten Ländern teilweise so deutlich unterscheiden, müssten dagegen noch weitere Studien klären. Diese könnten dann auch auf dem umfassenden Datensatz des internationalen Forscherteams aufbauen, wie Dr. Kobak betont: "Insgesamt erhalten wir durch unsere Ergebnisse ein umfassendes Bild der Folgen der Covid-19-Pandemie. Unser Datenbestand soll auch anderen Forschern helfen, ihre Fragen zur Pandemie zu beantworten." Eventuell können diese noch weitere Daten nutzen, denn einige Länder hätten laut den Studienautoren keine Daten geliefert und andere – darunter Nicaragua, Weißrussland, Ägypten und Usbekistan – nur weniger als ein Zehntel der tatsächlichen Pandemietoten gemeldet. gp/cdi
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Forscher aus Deutschland und Israel haben erstmals global die Sterbedaten der Corona-Pandemie ausgewertet. Die für 103 Länder verfügbaren Daten ergeben ein sehr differenziertes Bild der Auswirkungen von Covid-19.
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2021-08-04T15:04:13+02:00
2021-08-04T15:04:13+02:00
https://www.mdr.de/wissen/corona-covid-uebersterblichkeit-unterschiede-weltweit-100.html
Bundesverkehrsminister ruft Bahn und GDL zu weiteren Verhandlungen auf
Nachdem die Tarifverhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft (GDL) und der Deutschen Bahn erneut gescheitert sind, hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) beide Seiten aufgefordert weiter zu verhandeln. Wie er der "Bild am Sonntag" sagte, wären von neuen Streiks neben den Bahnfahrern auch die Wirtschaft betroffen. Der FDP-Politiker warnte vor Versorgungsengpässen und Störungen von Lieferketten. Wissing appellierte an die Kompromissbereitschaft der Tarifparteien. Man müsse eine gemeinsame Lösung finden. Nach Angaben der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL die jüngsten Tarifverhandlungen am Donnerstag vorzeitig beendet. Sie kündigte jedoch an, die selbstauferlegte Friedenspflicht bis einschließlich Sonntag einzuhalten. Doch ab kommender Woche drohen wieder lange Arbeitskämpfe und damit weitreichende Beeinträchtigungen im Fern-, Regional und Güterverkehr. Hauptstreitpunkt ist weiterhin die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. "Mit dem Beharren auf Maximalpositionen kommen wir hier nicht weiter. Es wäre den Menschen in diesem Land nicht länger erklärbar, wenn nach monatelangen Verhandlungen erneut gestreikt würde, weil die Verantwortlichen am Verhandlungstisch keine Lösung finden", sagte Wissing. Morgen will die GDL sich zum Stand der Gespräche äußern. Die Tarifverhandlungen hatten Anfang November begonnen. Bis Ende Januar war jedoch kaum verhandelt, dafür aber mehrmals gestreikt worden. dpa, AFP (lmb)
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Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat vor neuen Bahnstreiks gewarnt. Er appelliert auf die Kompromissbereitschaft beider Seiten und zu weiteren Verhandlungen.
[ "wissing", "verkehrsminister", "verkehr", "streik", "bahn", "gdl", "tarifverhandlungen", "warnstreik", "arbeitskampf", "lokführer" ]
Deutschland
2024-03-03T11:00:59+01:00
2024-03-03T11:00:59+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/wissing-warnt-bahn-streik-tarifverhandlungen-100.html
Abkommen zum Schutz der Weltmeere: "Wir wollten das Ding wirklich über die Linie bringen!"
Am Ende brauchte es eine fast 40-stündige Marathonsitzung, dann gelang der Durchbruch. Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) haben sich am Samstagabend (Ortszeit) in New York nach Jahren zäher Verhandlungen auf ein Abkommen zum Schutz der Weltmeere geeinigt. Es schafft unter anderem die Grundlage für die Ausweisung großer Schutzgebiete auf hoher See. "Ja, wir sind stolz", sagte ein sichtlich erschöpfter Sebastian Unger am Montag im Interview bei MDR AKTUELL. "Wir sind unglaublich froh, dass das geklappt hat." Unger ist Meeresbeauftragter der Bundesregierung und hatte persönlich mitverhandelt, auch in der langen Sitzung am Wochenende. Denn eigentlich sollten die Verhandlungen am vergangenen Freitag enden. Aber man merkte das wirklich auch bei den Kollegen der anderen Länder, so Unger, dass niemand ohne Ergebnis nach Haus fahren wollte. "Wir wollten das Ding wirklich über die Linie bringen." Das "Ding" war eine Einigung darüber, dass künftig mindestens 30 Prozent der Weltmeere als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Zudem wurde ein Verfahren festgelegt, um wirtschaftliche Projekte, Expeditionen und andere Aktivitäten in den Meeren auf ihre Umweltverträglichkeit hin zu prüfen. Außerdem soll das Abkommen die biologische Vielfalt auf Hoher See unter international verbindlichen Schutz stellen. Zwei Drittel der Ozeane gehören zur Hochsee und sind damit bislang weitgehend rechtsfreier Raum. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich ermutigt und sprach von einem "wichtigen Schritt zum Schutz unserer Meere". Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sprach von einem "historischen und überwältigenden Erfolg für den internationalen Meeresschutz, der mich persönlich tief bewegt". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf Twitter: "Wir haben es geschafft!" Der Vertrag werde das Meer über nationale Zuständigkeiten hinaus schützen. Der Schutz der Hohen See sei bisher besonders lückenhaft gewesen, teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit. "Verschmutzung und Übernutzung, beispielsweise durch Überfischung oder Schifffahrt, setzen die Weltmeere immer stärker unter Druck. Auch die Vermüllung durch Plastik und die Klimakrise belasten den Ozean zunehmend." Unklar blieb zunächst, ob Russland und China Teil des Abkommens sein werden. Verhandlerinnen und Verhandler zweifelten wegen der als destruktiv wahrgenommenen Haltung der Delegation aus Moskau daran. Aber auch China galt als Wackelkandidat. Für die Meeresschutzexpertin der Umweltorganisation WWF, Karoline Schacht, war es "ein Tag zum Jubeln". Sie sprach in Anlehnung an den "Paris-Moment" beim Klimaschutz" von einem "New York-Moment" für die Meere. Die Staatengemeinschaft habe erhebliche Meinungsverschiedenheiten zu Gunsten der Natur und der Zukunft der Menschen auf dem Planeten schlussendlich überwunden. Der Vertrag müsse nun von allen Ländern zügig angenommen und umgesetzt werden. "Heute ist ein historischer Tag", sagte Greenpeace-Experte Till Seidensticker laut Mitteilung. "Ab sofort heißt es für die internationale Staatengemeinschaft: Ärmel hochkrempeln und mit konkreten Maßnahmen das Leben im Meer vor weiterer Zerstörung bewahren." Die Einigung spiegele zwar in vielen Punkten nur den Minimalkonsens wieder und sei weit entfernt von vielen Versprechungen der vergangenen Jahre, sagte Fabienne McLellan von OceanCare. Dennoch werde die Möglichkeit gestärkt, globale Maßnahmen zum Schutz der Ozeane zu ergreifen. Mit einem Abkommen zum Schutz der Hochsee hatten sich die Länder der Welt rund 15 Jahre lang auseinandergesetzt, seit 2018 gab es mehrfach Verhandlungsrunden dazu. Im vergangenen August wurde eine Konferenz ergebnislos vertagt. Unmittelbar vor dem Durchbruch in New York gab es dann bei einer anderen Ozean-Konferenz in Panama eine Einigung: Die Teilnehmer sagten fast 20 Milliarden US-Dollar (18,8 Milliarden Euro) für den Schutz der Meere zu. Allein die US-Regierung versprach fast sechs Milliarden Dollar für 77 Projekte. Zuletzt ging es bei den komplizierten Verhandlungen der fünften Konferenz zwischen den UN-Mitgliedstaaten in New York zum einen um die Frage, wie künftig festgelegt werden soll, welche Teile der Hochsee als Schutzgebiet definiert werden. Vor allem China und Russland pochten Diplomatinnen und Diplomaten zufolge darauf, dass dies einstimmig geschehen müsse - dann hätte ein einzelnes Land jede Entscheidung blockieren können. Das wurde nun offenbar umgangen: Aus Diplomatenkreisen verlautete in der Nacht zu Sonntag, dass es möglich werden solle, die Schutzgebiete bereits mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Mitgliedstaaten festzulegen. Ein weiterer Schlüsselkonflikt drehte sich um potenziell ertragreiche Forschungserkenntnisse, von denen niemand weiß, ob sie jemals Realität werden: Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erhoffen sich durch den Fund bislang unbekannter Lebewesen in der kaum erforschten Tiefsee und deren Erbgut Durchbrüche zum Beispiel in der Medizin. Sollte es tatsächlich zu fundamentalen Fortschritten kommen, ließe sich daraus wohl großer Profit schlagen. Dieses Wissen fair zu teilen, ist einer der Bestandteile des Abkommens, so Regierungsvertreter Unger. „Denn diese Zonen dort draußen auf dem offenen tiefen Ozean sind bisher auch nur sehr, sehr wenigen Ländern wie eben zum Beispiel Deutschland mit einer starken Meereswissenschaft zugänglich.“ Bei dieser Frage rangen die Länder des sogenannten Globalen Südens vor allem mit den führenden Industriestaaten im Norden: Da die größten Volkswirtschaften auch die meisten der erhofften Erträge auf sich vereinen dürften, wurde ein Mechanismus für Ausgleichszahlungen an ärmere Länder etabliert. Der erzielte Kompromiss sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur jährliche Pauschalzahlungen seitens der Industrieländer vor. Die Webseite der Intergovernmental Conference on Marine Biodiversity of Areas Beyond National Jurisdiction. dpa/MDR AKTUELL
mdr.de
Seit mehr als einem Jahrzehnt ringt die Welt um ein Abkommen zum Schutz der Weltmeere. Nun erzielen die Staaten einen Durchbruch. Nach schlaflosen Nächten im UN-Hauptquartier ist gar von einem "New York-Moment" die Rede.
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2023-03-06T11:43:03+01:00
2023-03-06T11:43:03+01:00
https://www.mdr.de/wissen/hochsee-schutz-der-meere-abkommen-reaktionen-100.html
Warum der Geburtenrückgang eine Chance für Kitas sein kann
2022 sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwölf Prozent weniger Babys zur Welt gekommen als in den drei Jahren zuvor. Das erscheint wenig verwunderlich. Immerhin hatte der zweite Lockdown für einen regelrechten Babyboom gesorgt. Kinderwünsche seien möglicherweise vorgezogen worden, erklärt Natalie Nitsche vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Für den Geburtenknick nach der Pandemie gibt es mehrere Erklärungsansätze. Diese seien allerdings mit Vorsicht zu genießen, so Nitsche. Was spekuliert werde, sei: "Dass die Menschen vermeiden wollten, schwanger zu werden unter einer neuen Impfung, die noch nicht so lang getestet war. Sie wollten vielleicht erstmal abwarten und schauen, wie sich die Gesundheit und die soziale Lage entwickelt", sagt Nitsche. Überraschend sind die aktuellen Geburtenzahlen aber auch aus einem anderen Grund nicht. Olga Pötzsch vom Statistischen Bundesamt erklärt den Zusammenhang: "Wir haben momentan im Osten die Situation, dass die Zahl der Frauen gerade im gebärfähigen starken Alter, also zwischen Mitte 20 und Mitte 30, die 90er-Geburtsjahrgänge sind, die sehr schwach besetzt sind." Doch jetzt sind die Zahlen, wie sie sind und werden natürlich auch von Politik und Verwaltung aufmerksam beobachtet. Am aufmerksamsten vermutlich in den Ministerien, die am schnellsten mit den neuen Bürgerinnen und Bürgern zu tun haben: den Kultusministerien. Dirk Reelfs vom sächsischen Kultusministerium bestätigt das: "Wir werden den Geburtenrückgang als erstes in den Kindertageseinrichtungen spüren. Dort gibt es Prognosen, die besagen, dass die Zahl der unter sechsjährigen Kinder bis 2025 um etwa zehn Prozent zurückgehen wird." Heißt zehn Prozent weniger Kinder auch zehn Prozent weniger Betreuungspersonal? Reelfs sieht in dem Geburtenknick eine Chance, es genauso nicht zu machen. Demografische Rendite nennt er das: "Wenn wir die Qualität der frühkindlichen Bildung weiter stärken wollen, sollten wir an den Personaltableaus in den Kindertageseinrichtungen festhalten", findet Reelfs. Eine hochwillkommene Idee findet Sabine Grohmann. Sie arbeitet in Dresden im Amt für Kindertagesbetreuung. Schon seit knapp zehn Jahren kämen in der Landeshauptstadt stetig weniger Kinder zur Welt. Die Stadtverwaltung reagiert bereits darauf. Elf Container-Kitas, die im Zuge des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kleinkinder schnell entstehen mussten, sollen abgebaut werden. Grohmann betonte aber, Kinder, die in diesen Kitas seien, "können aber bis zum Schuleintritt am Standort bleiben". Das sei ein sehr moderates Modell. Um flexibel zu bleiben, soll eine leichte Überkapazität aber erhalten bleiben. Und die Erzieherinnen und Erzieher? Da baut Grohmann auf die vom Kultusministerium angesprochene Chance: Den Geburtenknick positiv nutzen, den Betreuungsschlüssel verbessern. Das bedeutet allerdings auch höhere Kosten. Ob man das im Freistaat will, wird die nächste Regierung in Sachsen entscheiden müssen. 2024 ist Landtagswahl.
mdr.de
Über 700.000 Kinder weniger sind 2022 im Vergleich zu den drei Vorjahren geboren worden. Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Für die Kitas könnte der Geburtenrückgang aber auch eine Chance sein.
[ "Geburt", "Baby" ]
Deutschland
2023-07-27T12:48:24+02:00
2023-07-27T12:48:24+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/gesellschaft/weniger-geburten-rueckgang-kitas-personal-100.html
CDU-Chef Merz blickt zuversichtlich auf Ost-Landtagswahlen
CDU-Chef Friedrich Merz hat sich zuversichtlich gezeigt, dass seine Partei bei den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen stärkste Kraft wird. Merz sagte MDR AKTUELL, in Sachsen sei Michael Kretschmer ein außergewöhnlich erfolgreicher Ministerpräsident. In Thüringen werde Mario Voigt die unmittelbare Auseinandersetzung mit AfD-Landeschef Björn Höcke suchen. Die AfD sei der Feind der Demokratie. Außerdem schloss Merz eine Koalition mit den Grünen nicht aus. Er sagte, die Partei sei zwar inhaltlich der Hauptgegner auf Bundesebene, dennoch müsse man innerhalb des demokratischen Spektrums notfalls auch koalitionsfähig bleiben. Gestern hatte Merz auf einer Regionalkonferenz der CDU in Chemnitz vor einem weiteren Erstarken der AfD gewarnt. Sie sei keine Alternative für Deutschland, sondern bedeute den wirtschaftlichen und moralischen Abstieg. Zugleich verteidigte er Begriffe wie Heimat, Leitkultur und Patriotismus im Entwurf für das neue CDU-Grundsatzprogramm. Im Mai soll es von einem Bundesparteitag beschlossen werden. MDR (jst)
mdr.de
CDU-Chef Friedrich Merz geht davon aus, dass seine Partei die stärkste Kraft bei den Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen werden wird. Seine Aussagen über die Grünen verteidigte Merz.
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Deutschland
2024-03-01T12:14:37+01:00
2024-03-01T12:14:37+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/politik/merz-cdu-landtagswahl-sachsen-thueringen-erfolg-100.html
Polizei gibt Entwarnung nach erneuten Drohungen - mehrere Schüler medizinisch betreut
Nach den Drohmails an drei Schulen in Erfurt und bei drei Radiosendern in Weimar hat die Polizei am Dienstag vorerst Entwarnung gegeben. Alle Schulen und das gemeinsame Sendezentrum sind nach Angaben der Polizei abgesucht worden. Dabei sei nichts Verdächtiges gefunden worden. Mehrere Schüler und eine Lehrerin mussten jedoch medizinisch versorgt werden. Hintergrund sei die psychisch belastende Situation gewesen, sagte eine Polizeisprecherin. Wenn Schüler, Eltern, Lehrer oder andere Ratsuchende eine Beratung in der aktuellen Situation benötigen, können sie sich direkt an den Schulpsychologischen Dienst wenden. Hier finden Sie die Ansprechpartner für Erfurt. Am Dienstagmorgen waren in der Gemeinschaftsschule "Steigerblick" in Erfurt-Hochheim, in der IGS am Johannesplatz und in der Gemeinschaftsschule am Herrenberg in Erfurt Emails eingegangen, in denen mit Gewalt gedroht wurde. Daraufhin gab es einen Großeinsatz der Polizei und auch Straßensperrungen. Laut der Erfurter Polizei wurden die Kinder nach der Evakuierung der drei Schulen zum Teil in Sporthallen untergebracht, zum Teil von Eltern abgeholt. Nach der Entwarnung kann nach Angaben der Polizei an den drei Schulen voraussichtlich ab Mittwoch wieder unterrichtet werden. Die Erfurter Kriminalpolizei untersucht nun die Droh-Emails und deren Herkunft. Ermittelt werde wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat, sagte die Erfurter Polizeisprecherin Julia Neumann MDR THÜRINGEN. In Weimar wurde außerdem am Dienstagmorgen das gemeinsame Sendezentrum von Antenne Thüringen, Landeswelle Thüringen und Radio Top40 wegen einer Bombendrohung evakuiert. Die Landeswelle veröffentlichte auf ihrer Internetseite, dass sie eine Droh-Mail über einen Absender ohne Klarnamen auf Englisch und Arabisch bekommen haben. Darin hieß es demnach: "Wir haben Sprengkörper in Wert von 20 Millionen Euro". Die unbekannten Täter hatten laut Polizei erklärt, im Namen der "Hamas" im Sende-Gebäude Sprengstoff versteckt zu haben. Dieser sollte laut der Drohung am Vormittag explodieren. Da kein Sprengstoff entdeckt wurde, gab die Polizei das Gebäude um 12 Uhr mittags wieder frei. Die Jenaer Polizei ermittelt nun, ob die Absender der palästinensischen Terrororganisation "Hamas" angehören. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) erklärte, dass es wegen der schwierigen Lage im Nahen Osten in Thüringen eine abstrakte Gefährdungslage gebe. Der Minister bestätigte die Angaben der Polizei, dass die Urheber noch unbekannt seien. Es könne sich auch um schlechte Streiche, um Aktionen von Trittbrettfahrern oder von der rechten Seite handeln. Maier verwies darauf, dass bundesweit die Behörden bekannte "Gefährder" nun sehr genau in den Blick nähmen. Dazu laufe eine länderübergreifende Koordination. "Ich verurteile diese Bedrohungen", erklärte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Sie zielten auf den Frieden an den Schulen: "Ich rufe auf zu Wachsamkeit und Besonnenheit." Aus dem Bildungsministerium hieß es, den Schulen stünden umfangreiche Handreichungen zum Umgang mit Krisen und Notfällen zur Verfügung. Der Thüringer CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt kritisierte die Drohungen scharf: "Diejenigen, die unsere Schulen und die Thüringer Presse bedrohen, sind Staatsfeinde", sagte Mario Voigt und forderte: Falls es sich um politisch motivierte Taten handeln sollte, müsse "der Rechtsstaat hart durchgreifen". Auch zwei Schulen in Sachsen wurden am Dienstag nach Drohungen geräumt. Ebenfalls gab es an weiteren Orten in Deutschland Bombendrohungen, etwa in Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin im Hauptbahnhof, beim Willy-Brand-Haus der SPD und beim Sender RTL. Bereits am Montag hatte es in mehreren Bundesländern Bombendrohungen an Schulen gegeben, darunter auch in Erfurt. Die Polizei in Bayern gab dabei an, dass es sich um eine E-Mail mit Hamas-Bezug handelte. Auch das ZDF in Mainz wurde wegen einer Bombendrohung kurzzeitig geräumt. Hinweis der Redaktion: Anders als zunächst berichtet gingen bei den Schulen in Erfurt am Dienstag keine Bombendrohungen ein, sondern allgemeine Gewalt-Androhungen. Wir haben dies korrigiert. MDR (jhi/jn)
mdr.de
Nach erneuten Drohungen gegen Schulen in Erfurt und zudem gegen die Radiosender Antenne Thüringen und Landeswelle in Weimar hat die Polizei Entwarnung gegeben. Mehrere Schüler mussten jedoch medizinisch betreut werden.
[ "Nachrichten", "Bombendrohung", "Erfurt", "Polizei", "Weimar", "Antenne Thüringen", "Landeswelle" ]
Thüringen
2023-10-24T20:21:00+02:00
2023-10-25T10:08:16+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/thueringen/drohung-schule-antenne-radiosender-entwarnung-100.html
Naturkundemuseum Leipzig: Ausstellung als Countdown für den Umzug
Im Naturkundemuseum Leipzig öffnet am Freitag der erste Teil einer auf vier Jahre angelegten Wechselausstellung mit dem Titel "Das Haus mit der Spinne". Teil eins widmet sich dem Thema Präparation und damit einer Technik, die zu jedem Naturkundemuseum gehört. Die Ausstellungsreihe begleitet den für 2029 geplanten Umzug in den ehemaligen Bowlingtreff auf dem Leipziger Leuschner-Platz. Bis dahin sollen halbjährlich acht kleine Ausstellungen wechseln. Museums-Direktor Ronny Leder bezeichnete die Reihe als eine Abschiedstournee: "Wir sind seit über 100 Jahren in diesem Gebäude", sagte er MDR KULTUR: "Und mit der Aussicht auf das neue Museum wollen wir diesem Gebäude gebührlich lebewohl sagen und die Bevölkerung teilhaben lassen. Wir wollen die Geschichten erzählen, die das Haus zu erzählen hat." Präsentiert werden in der neuen Schau ausschließliche neue Präparate. Dazu gehört ein im dramatischen Lebenskampf vereintes Trio: Ein rund fünf Meter langes Nilkrokodil packt ein Gnu im Nacken. Ein Zebra stellt sich auf die Hinterbeine, um dem Krokodil zu entkommen. Mit dem Trio im Eingangsbereich der Ausstellung stimmt das Museum sein Publikum auch auf den zukünftigen Standort im Leipziger Bowlingtreff ein, wo Zebra, Gnu und Krokodil ebenfalls zu sehen sein werden. Bearbeitet werden solche Ausstellungsstücke in der hauseigenen Abteilung für Taxidermie – Präparation an Wirbeltieren. Einer von drei dort tätigen Mitarbeitern ist Markus Ranft. Zu dritt habe man das Nilkrokodil haltbar gemacht, sagte Ranft dem MDR. Darunter befinde sich ein Polyurethan-Schaumkörper, der sich gut sägen und raspeln lasse. Einige der Schuppen seien einzeln aufgeklebt und aufwendig koloriert worden: "Wir kolorieren das so naturnah wie möglich. Eine Woche ist da nix! Da gehen gut und gerne auch mal vier Wochen ins Land, bis das Objekt so dasteht, wie es jetzt ist." Wir wollen die Geschichten erzählen, die das Haus zu erzählen hat. Trotz des Aufwandes ist laut dem Direktor Ronny Leder derzeit nur eine kleine Sonderausstellung realisierbar, da das meiste Geld in den geplanten Umzug sowie in den Umbau des neuen Naturkundemuseums fließe: "Selbst die Vitrinen in unserer kleinen Schau sind zum Teil über 40 Jahre alt, wurden erneuert und umgebaut. Die Aufsteller sehen aus wie Spanplatten aus dem Baumarkt – und sind es auch." Vorausgegangen war eine längere Debatte um den Erhalt des Museums. Seit 2010 gab in der Stadt Leipzig Bestrebungen, das Naturkundemuseum zu schließen, zuletzt im Frühjahr 2025, als der Stadtrat unter dem Vorzeichen von Kultur-Kürzungen den neuen Doppelhaushalt 2025/26 beschloss. Nun bekennt sich Leipzig zum Großprojekt des neuen Naturkundemuseums. Etwa 100 Millionen Euro soll es kosten. Den schweren Weg dahin thematisiert die Abschiedsschau auch und reißt etwa die seit der Wende geführte Debatte um neue Standorte sowie einen Erweiterungsbau an. Vom Leipziger Stadtbad über das Gasometer – eine Brache des Zoo-Geländes – bis hin zur Kongresshalle waren viele unterschiedliche Standorte geprüft worden. Am Ende wurde es der seit 1997 geschlossene Bowlingtreff. Auch Architekturentwürfe von 1996 und 2007 will die Schau deshalb präsentieren. So auch den des Architekten Adalbert Haberbeck, der eine Erweiterung auf dem Vorplatz des Museums in Form einer gewundenen, überdimensionalen Glasschnecke vorsah. Eine Würdigung findet auch Rudolf Schlatter, der von 1993 bis 2014 Direktor des Museums war. Dem Schweizer Geologen war es trotz seines guten Rufes nicht gelungen, sein Haus für die Zukunft aufzustellen. Aus Sicht des amtierenden Direktors Ronny Leder hat er aber Großes geleistet: "Er war von Anfang an bestrebt, dieses Haus nach vorne zu bringen wie die anderen städtischen Museen auch. Womöglich hat er nicht die gleichen Chancen bekommen. Er hat viele tolle Konzepte vorgelegt. Mit denen haben wir uns nochmal im Zuge der Ausstellung auseinandergesetzt und festgestellt: Das hatte Qualität." Die aktuelle Sonderschau greift unterdessen auch eine neue Entwicklung auf: die Welt der heimischen Arten, die sich in einem ständigen Wandel befindet. Ideale Lebensbedingungen finden seit einiger Zeit etwa Wildkatzen im Leipziger Auwald sowie Waschbären. Zu sehen ist unter anderem ein auf Pflastersteinen spielendes Waschbären-Kinderpaar. Damit begegnet dem Publikum im Naturkundemuseum nun auch die eigene, ihm vertraute Umwelt. Quelle: MDR KULTUR, Naturkundemuseum Leipzig, redaktionelle Bearbeitung: lm, gw
mdr.de
Das Leipziger Naturkundemuseum soll 2029 ins neue Domizil am Wilhelm-Leuschner-Platz ziehen. Bis dahin nimmt es Abschied vom alten Haus. Die erste von acht wechselnden Ausstellungen zeigt ab Freitag neue Tierpräparate.
[ "kulturnachrichten", "naturkundemuseum", "leipzig", "ausstellung", "präparate", "bowlingtreff", "haushaltsdebatte", "architektur", "wilhelm-leuschner-platz", "denkmalschutz", "bowlingtreff", "goerdelerring" ]
Sachsen
2025-06-06T14:13:30+02:00
2025-06-07T11:47:13+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/abschieds-ausstellung-naturkundemuseum-kultur-news-100.html
Klage abgewiesen: Kinder in Erfurt müssen Schule wechseln
Aktuelle Nachrichten des Mitteldeutschen Rundfunks finden Sie jederzeit bei mdr.de und in der MDR Aktuell App. Es ist kurz vor halb acht, als sich Quentin von seinem Pflegevater Jens Irmer verabschiedet und zu seinen Freunden stößt, die vor dem Schultor auf ihn warten. Seit vergangenem August besucht der Elfjährige die fünfte Klasse der Kooperativen Gemeinschaftsschule (KGS) in Erfurt. Er kommt zurecht in der neuen Schule, hat Freunde gefunden. Doch wenn es schlecht läuft, sieht er diese, genauso wie seine Lehrer, nur noch zwei Wochen lang. Denn nach den Winterferien muss Quentin laut einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Weimar auf eine neue Schule. Auf welche, das wissen er und seine Pflegeeltern noch nicht. Sie hatten den Schulplatz an der KGS in einem Eilverfahren am Verwaltungsgericht Weimar eingeklagt. Zwei Wunschschulen durften die Eltern bei der Anmeldung angeben, auf beiden war kein Platz für Quentin. Also wies das Schulamt Quentin eine Schule zu, mit der er und seine Pflegeeltern nicht einverstanden waren. So wie Quentin ging es im vergangenen Jahr vielen Eltern, die trotz vermeintlicher Schulplatzwahl in Erfurt nicht die Wunschschule erhalten hatten. Und deshalb Widerspruch einlegten. Zehn Familien gingen den Weg bis vors Verwaltungsgericht Weimar. Dort bekamen sie in erster Instanz Recht. Das Verwaltungsgericht sah die Begründung seitens des Schulamtes, die Klassen seien zu voll, als nicht ausreichend begründet an. Umgehend legte das Schulamt Mittelthüringen Beschwerde ein. Die Sicherheit bei Bränden und Notfällen sei in den Klassen nicht gewährleistet. Das sieht auch das Oberverwaltungsgericht Weimar so, das in zweiter und damit vorerst endgültiger Instanz entschied, dass in neun von zehn Fällen die Kinder zum zweiten Halbjahr beziehungsweise zu Beginn des neuen Schuljahres die Schule wechseln müssen. Da ist natürlich eine Welt zusammengebrochen. "Das Oberverwaltungsgericht ist unserer Argumentation gefolgt, die sich hauptsächlich auf Kapazität gründete. Wir haben ja Klassenlisten, Raumpläne und sowas alles eingereicht. Und wir haben auch argumentiert über Sicherheitsfragen, Fluchtwege und über überfüllte Klassenzimmer", sagt Ralph Leipold, Leiter des staatlichen Schulamtes Mittelthüringen. Die Begründung des OVGs liegt bisher noch nicht vor, die Eltern müssen vorerst also mit dem Beschluss leben. "Da ist natürlich eine Welt zusammengebrochen. Quentin geht es nicht gut, er fühlt sich da einfach ausgeschlossen", gibt Jens Irmer Einblick in den aktuellen Gemütszustand des Elfjährigen. Quentin dürfte es nicht alleine so gehen, etliche Kinder haben im aktuellen Schuljahr den Platz an ihrer Wunschschule nicht erhalten. Vor allem aus einem Grund: In der Landeshauptstadt fehlen einfach Schulplätze, vor allem an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Seit mehreren Jahren nun schon werden Platzkapazitäten ausgereizt, mitunter Stühle in Container gestellt und so Klassenräume geschaffen. Man suche jeden Unterrichtsraum, den man kriegen kann, heißt es aus dem Amt für Bildung. Der Neubau einer Schule in Erfurt-West liegt wegen dort lebender Hamster auf Eis. Ein weiterer Neubau soll ab 2029/30 Schülerinnen und Schüler aufnehmen. Ob das tatsächlich so kommt, darüber gehen die Meinungen in Erfurt auseinander. Allein für das kommende Schuljahr fehlen immer noch 75 Plätze für zukünftige Fünftklässler - und das trotz der geplanten Neugründung eines Gymnasiums in der Innenstadt. Die Beschlüsse des Oberverwaltungsgerichts Weimar dürften für die Stadt Erfurt weitere, nicht unerhebliche Folgen haben. Denn jetzt müssen alle Erfurter Klassenzimmer vom Amt für Gebäudemanagement auf ihre Kapazität geprüft werden. So soll kontrolliert werden, ob die aktuellen Klassen zu voll sind und die Sicherheit der Kinder bei einem Feuer oder in einer Notsituation gewährleistet werden kann. Es ist an der Zeit, dass in Erfurt was geschieht, dass gebaut wird und dass der Schulnetzplan von 2019 Umsetzung findet. Im Moment gehen die Verantwortlichen der Stadt davon aus, dass mehrere Klassenräume übervoll sind. Das träfe besonders auf Typenbauten aus der DDR und Schulen zu, die zu Zeiten des Kaiserreichs gebaut worden sind. Hier dürften sich maximal 19 Kinder und eine Lehrkraft in den Räumen aufhalten. "Es ist an der Zeit, dass in Erfurt was geschieht, dass gebaut wird und dass der Schulnetzplan von 2019 Umsetzung findet. Und das ist an die Stadt gerichtet, an die Verwaltung und an den Stadtrat", so Schulamtsleiter Ralph Leipold. Wie viele Klassenräume nach der aktuellen Vermessung zu klein sind, ist derzeit noch unklar. Auch, wie es dann weitergeht und vor allem, wo die Kinder hingehen sollen, bei denen die Klassenräume zu voll sind. Da habe man noch keinen Plan, so ein Sprecher der Stadt Erfurt. Schulamtsleiter Ralph Leipold sieht den Beschluss des OVGs indes als bindend an und will ihn umsetzen. Man wolle versuchen, dass die betroffenen Kinder an ihren Schulen bleiben können. Das setze aber voraus, dass Plätze frei geworden sind, weil Kinder etwa die Schule gewechselt haben. Die Hoffnung darauf ist jedoch gering. Besonders im aktuellen Schuljahr ist die Zahl der Widersprüche von Eltern, die mit dem zugewiesenen Schulplatz nicht einverstanden waren, gestiegen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Widersprüche im Schulamt Mittelthüringen. Das betrifft Erfurt, Weimar, Sömmerda, Apolda und das Weimarer Land. Dort gab es laut Thüringer Bildungsministerium in diesem Jahr 119 Widersprüche. Das ist das Zehnfache im Vergleich zu 2017. In Ostthüringen kletterte die Zahl der Widersprüche gegen die zugewiesene Schule von sieben im Jahr 2018 auf 28 im Jahr 2022. Nur in Südthüringen ist die Zahl entgegen dem Trend zurückgegangen - von 16 auf fünf.   MDR (jml/cfr)
mdr.de
Neun Kinder müssen in Erfurt die Schule wechseln. Das hat das OVG Weimar entschieden. Begründung: Die Klassen an ihrer Wunschschule seien zu voll. Ihre Eltern hatten den Platz zuvor eingeklagt.
[ "Nachrichten", "Thüringen", "Erfurt", "Schulplatz", "Klassenraum", "Schule", "Klage", "Eilverfahren", "Mangel", "Gymnasium", "Gemeinschaftsschule" ]
Thüringen
2024-01-26T19:32:00+01:00
2024-01-27T10:46:38+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/erfurt/schulplatz-mangel-kinder-bildung-100.html
So will Sachsen-Anhalt dem Klimawandel begegnen
Das Umweltministerium in Sachsen-Anhalt will die Ausgaben für den Klimaschutz im kommenden Jahr fast verfünffachen. Wie Sachsen-Anhalts Umwelt- und Klimaschutzminister Armin Willingmann (SPD) mitteilte, hat sein Ministerium für 2024 rund 39 Millionen Euro angemeldet. In diesem Jahr sind für sogenannte "klimarelevante Maßnahmen" knapp acht Millionen Euro vorgesehen. Zudem hat Willingmann den neuen Aktionsplan zur Klimapolitik des Landes als wertvollen Beitrag bezeichnet. Der SPD-Politiker nahm das Papier am Mittwoch zum Abschluss des Klimaschutz-Kongresses in Magdeburg entgegen. In dem 40 Seiten starken Papier sind 97 Maßnahmen aufgeführt. "Dadurch bekommt die Klimaschutzpolitik des Landes in den kommenden Jahren Impulse", sagte Willingmann. Im Rahmen des Klimaschutzkongresses hatten mehr als 120 Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft intensiv fast ein Jahr lang beraten, wie der Weg in eine klimaneutrale Zukunft aussehen könnte. Der überreichte Aktionsplan gliedert sich in Bereiche wie Energie, Wirtschaft, Gebäude, Mobilität und Landwirtschaft. Unter anderem beinhaltet der Plan, das Verbot von Windkraftanlagen in Wäldern aus dem Gesetz zu streichen, Wärmepläne in den Kommunen zu erarbeiten oder den öffentlichen Personennahverkehr auszubauen. Allerdings könne er nicht versprechen, dass jede Maßnahme auch eins zu eins umgesetzt werde, betonte Willingmann. Viele Aufgaben müssten durch die zuständigen Ministerien übernommen werden. Die Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt hat sich zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2026 zu senken. Klimaschutz sei nicht nur Aufgabe eines einzelnen Ministeriums, sagte Ortwin Renn vom Helmholtz-Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit beim Abschluss des Zukunfts- und Klimaschutzkongress des Landes. Maßnahmen könnten schnell verpuffen, wenn sie nicht aufeinander abgestimmt seien. Man müsse auch ehrlich sein, betonte der Wissenschaftler. "Wir müssen in dieser Übergangszeit auch mit Belastungen leben." Dennoch sei auch auf regionaler Ebene Klimaschutz wichtig, denn die Maßnahmen müssten angebunden sein an das, was vor Ort passiere. Umweltminister Willingmann schlug zur langfristigen Finanzierung geeigneter Maßnahmen ein neues Modell vor: einen Klimaschutzfonds für Sachsen-Anhalt. Die Mittel des Bundes, des Landes und der Europäischen Union könnten so besser aufeinander abgestimmt werden, erklärte Willingmann. Darüber hinaus sei ein Klimaschutzgesetz auf Landesebene sinnvoll. In anderen Bundesländern gebe es das bereits. Der Minister wörtlich: "Klimaschutz kostet Geld, der Verzicht darauf ist aber noch teurer." Allein die Dürre-Sommer 2018 und 2019 hätten in der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt zusätzliche Kosten von bis zu 1,6 Milliarden Euro verursacht. dpa, MDR (Jörg Wunram, Oliver Leiste)
mdr.de
Millioneninvestitionen und Klimaschutzplan: Damit versucht sich Sachsen-Anhalt auf die anstehenden klimatischen Veränderungen vorzubereiten.
[ "Klimaschutz", "Klimawandel", "Sachsen-Anhalt", "Willingmann" ]
Sachsen-Anhalt
2023-06-22T07:18:21+02:00
2023-06-22T07:18:21+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/klimaschutz-plan-kosten-willingmann-100.html
In Dessau-Roßlau gibt es immer mehr Eichen-Prozessions-Spinner
Dessau-Roßlau ist eine Stadt im Bundes-Land Sachsen-Anhalt.Dort beschweren sich immer mehr Menschenüber die Eichen-Prozessions-Spinner. Die Eichen-Prozessions-Spinner verlieren viele Brenn-Haare.Diese Brenn-Haare werden vom Wind weg-geweht.Wenn Menschen die Brenn-Haare auf die Haut bekommen:Dann tut das weh.Die Menschen haben dann zum Beispiel:    • Einen Ausschlag auf der Haut,    • die Haut juckt sehr    • oder die Menschen bekommen keine Luft mehr. In der Stadt Dessau-Roßlau waren schon mehr als 100 Menschen:    • beim Arzt    • oder in der Apotheke.Sie haben sich dort über die Eichen-Prozessions-Spinner beschwert. Und in der Stadt: Hallewurden eine Kita und eine Grund-Schule geschlossen:Weil die Menschen ein Nest von den Raupen gefunden haben.Die Kinder sollen deshalb zu Hause bleiben.
mdr.de
Die Eichen-Prozessions-Spinner sind nicht gut für die Menschen: Weil sie kleine Haare haben. Und diese Haare sind giftig.
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2021-06-24T14:09:20+02:00
2021-06-24T14:09:20+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten-leicht/ls-sachsen-anhalt-dessau-eichenprozessionsspinner-massenbefall-100.html
Personalmangel an Flughafen kann Verspätungen rechtfertigen
Fehlt am Flughafen Personal für die Gepäckverladung, kann das als außergewöhnlicher Umstand gelten und damit eine Flugverspätung rechtfertigen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag zu einem Fall aus Deutschland entschieden. Besteht ein Personalmangel, müsste eine Airline den Passagieren keine Entschädigung zahlen. In einem konkreten Fall (Az. C-405/23) muss jedoch ein deutsches Gericht entscheiden, ob wirklich ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt. Dabei geht es um einen Flug der maltesischen Airline TAS von Köln-Bonn auf die griechische Insel Kos im Jahr 2021. Der Flug verspätete sich um fast vier Stunden – hauptsächlich weil am Flughafen nur wenig Personal vorhanden war, um die Gepäckstücke ins Flugzeug zu laden. In der europäischen Fluggastrechteverordnung ist festgeschrieben: hat ein Flug mehr als drei Stunden Verspätung, steht den Passagieren eine Entschädigung zu. Wenn die Airline aber nachweisen kann, dass die Verspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich nicht vermeiden ließen, muss sie nicht zahlen. Nach dem verspäteten Flug Richtung Kos traten mehrere Passagiere ihre möglichen Ausgleichsansprüche an den Rechtsdienstleister Flightright ab. Flightright klagte vor dem Kölner Landgericht. Dieses setzte das Verfahren aus und fragte den EuGH, ob Personalmangel bei der Gepäckabfertigung als außergewöhnlicher Umstand gelten könne. Das bejahte der Gerichtshof nun. Er definierte zwei Voraussetzungen für einen solchen außergewöhnlichen Umstand. Dieser darf demnach erstens nicht zur normalen Tätigkeit der Airline gehören und sie darf zweitens nicht in der Lage sein, den Mangel zu beherrschen – hier also etwa den Flughafenbetreiber zu kontrollieren. Das Landgericht muss nun beurteilen, ob diese Voraussetzungen erfüllt sind. Selbst wenn es die Personalprobleme als außergewöhnlichen Umstand betrachten sollte, sei TAS dadurch aber nicht automatisch von der Zahlung befreit, betonte der EuGH. Die Fluggesellschaft müsse erst nachweisen, dass sich dieser Umstand nicht vermeiden ließ und alle angemessenen vorbeugenden Maßnahmen ergriffen worden seien. AFP (kar)
mdr.de
Hat ein Flug mehr als drei Stunden Verspätung, gibt es Anspruch auf eine Entschädigung – außer die Airline kann die Verspätung mit außergewöhnlichen Umständen begründen.
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Deutschland
2024-05-16T15:11:32+02:00
2024-05-16T15:11:32+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/panorama/verspaetung-flughafen-personalmangel-entschaedigung-100.html
Digitalpakt Schule läuft aus – was hat er gebracht und wie geht es nun weiter?
Tablets für die Klasse und die Lehrkraft, interaktive Tafeln, schnelles Internet – an der Oberschule Heinrich Zille in Radeburg ist das inzwischen Realität. Michael Ufert leitet die Schule und ist auch Vorsitzender des Sächsischen Schulleitungsverbands. Er zieht eine positive Bilanz zum Digitalpakt, weiß aber auch, dass das nicht alle tun: "Also wir sind soweit durch. Es gibt aber Schulen, die bei Weitem noch nicht komplett digitalisiert sind. Die warten noch auf die digitalen Endgeräte. Dort sind die digitalen Infrastrukturen noch nicht fertiggestellt", sagt Ufert. Dies sei jedoch auch sehr abhängig vom jeweiligen Schulträger. Er bemängelt auch, dass sich Lehrkräfte oft selbst um die Wartung der Technik kümmern müssen. So ist es zum Beispiel bei Laura Lachmann und ihren Kolleginnen und Kollegen an der Grundschule Münchenbernsdorf im Landkreis Greiz. 36 iPads gibt es dort, die die Nachfrage im Kollegium längst nicht decken. Leider zähle ihre Schule zu den Negativbeispielen, sagt die stellvertretende Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands. Entsprechend lang ist ihre Liste mit Wünschen für den zweiten Digitalpakt: schnelles Internet auch auf dem Land, Hilfe bei der Wartung der Geräte und vieles mehr. "Wir sehen auch die Fortbildungsangebote als ausbaufähig", meint Lachmann. "Es muss sowohl in der Qualität als auch Quantität vorangebracht werden." Außerdem müsse den Lehrkräften die Teilnahme ermöglicht werden. Und natürlich: Dass nicht eines Tages das Geld ausgeht – die Technik müsse schließlich alle paar Jahre ersetzt werden. Genug Geld – das wäre auch für den sächsischen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) Voraussetzung Nummer eins, dass Sachsen einem zweiten Digitalpakt zustimmt. Für ihn heißt das: fünf Milliarden insgesamt, 250 Millionen für Sachsen, wie in der ersten Runde. "Das erwarte ich mindestens vom Bund hier an der Stelle und dass wir das zu ähnlichen Konditionen fortsetzen können, wie wir das beim Digitalpakt eins haben. Also beispielsweise die Verteilung zwischen dem Bund und den Ländern", sagt Piwarz. Die war bisher 90 Prozent Bund und zehn Prozent Länder. Beim nächsten Pakt will Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), dass Bund und Länder jeweils die Hälfte beisteuern. Außerdem sind in ihrem Entwurf konkrete Vorgaben an die Länder aufgeschrieben: Anträge von Schulen müssen zum Beispiel schneller bearbeitet werden, Lehrkräfte 30 Stunden Fortbildung im Jahr machen. Auch das kritisiert der Sächsische Kultusminister. "Ich nehme wahr, dass der Bund vor allen Dingen versucht, die Länder hier vorzuführen, dass es dem Bund gelegen ist, den Ländern möglichst viel aufzubürden", sagt Piwarz. So könne eine Partnerschaft nicht funktionieren. Die bildungspolitische Sprecherin der FDP im Bundestag, Ria Schröder, hält dagegen. "Das ist ein bisschen zwiespältig, was die Länder da machen. Auf der einen Seite wollen sie Unterstützung des Bundes. Aber der Bund soll nicht mitreden", meint die FDP-Politikerin. Die Länder bräuchten gemeinsame Standards, deshalb die konkreten Vorgaben im Entwurf. Und zur Finanzierung sagt sie: "Es ist vom Grundgesetz vorgesehen, dass der Bund eben nicht dauerhaft die Länder unterstützen darf". Deswegen sei man auf diese Hilfskonstruktionen und befristeten Programme angewiesen. "Wir sind da sehr offen, auch über eine Grundgesetzänderung zu sprechen", sagt Schröder. Bis dahin müsse man sich auf Förderprojekte einigen und diese entweder verlängern oder die Aufgabe komplett an die Länder zurückgeben.
mdr.de
Mit dem Digitalpakt wollten Bund und Länder die Digitalisierung an deutschen Schulen voranbringen. Nun ist er ausgelaufen. Was hat er gebracht?
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Deutschland
2024-05-17T07:29:06+02:00
2024-05-17T07:29:06+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/digitalpakt-schule-bildung-finanzierung-100.html
Jahres-Zeit
Das sind besondere Zeiten in einem Jahr Es gibt 4 Jahres-Zeiten. Das sind:
mdr.de
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Wörter-Buch
2023-03-14T12:02:42+01:00
2023-03-14T12:02:42+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-jahres-zeit-100.html
Das rumänische Parlament
Im Dezember 2016 hatte die sozialdemokratische PSD in Rumänien eine überwältigende Mehrheit bei den Parlamentswahlen eingefahren. Die Partei stellt zusammen mit der liberalen ALDE-Partei die Regierung und hält die knappe Mehrheit der Sitze im Parlament. Gegen knapp zehn Prozent der gewählten Parlamentarier wird derzeit strafrechtlich ermittelt oder sie sind bereits vorbestraft - unter anderem auch wegen Amtsmissbrauchs. Die rumänische Antikorruptionsbehörde DNA hat in den vergangenen Jahren mit ihren Ermittlungen 18 Minister ins Gefängnis gebracht.
mdr.de
Im Dezember 2016 ist in Rumänien ein neues Parlament gewählt worden. Doch wie setzt sich die Volksvertretung eigentlich zusammen?
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2017-04-19T17:50:32+02:00
2017-04-19T17:50:32+02:00
https://www.mdr.de//heute-im-osten/protest-rumaenien-114_dosArtContext-protest-rumaenien-108_zc-eed27ae1.html
Kopie
Dabei wird zum Beispiel:    • Ein Papier abgeschrieben    • oder mit dem Kopierer kopiert.Das bedeutet:Es gibt dann mehrere Papiere.Sie sehen alle gleich aus.
mdr.de
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Wörter-Buch
2017-04-21T14:31:34+02:00
2017-04-21T14:31:34+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-kopie-100.html
Geburten in Mitteldeutschland – Immer weniger Krankenhäuser und fehlende Hebammen
Bundesweit bieten immer weniger Krankenhäuser Geburtshilfe an. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach führten 2021 von den bestehenden 1.887 Krankenhäusern nur noch etwas mehr als 32 Prozent Entbindungen durch, 1991 waren es noch 2.441 Krankenhäuser, von denen mit rund 49 Prozent fast die Hälfte Geburtshilfe anbot. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist die Zahl der Krankenhäuser, die Geburten betreuen, gesunken. Einem MDR-Bericht zufolge mussten von 2000 bis 2018 insgesamt 30 Geburtshilfe-Stationen in Mitteldeutschland geschlossen werden. Ein Grund für die Schließungen ist dem Deutschen Hebammenverband zufolge, dass sich Geburten für die Kliniken finanziell lohnen müssen. Das hängt mit dem Fallpauschalen-System zusammen. Das bedeutet, dass ein Krankenhaus ausreichend Geburten betreuen und mit der einzelnen Geburt möglichst viel Geld verdienen muss. So werden zum Beispiel für einen Kaiserschnitt 4.500 Euro, für natürliche Geburten aber nur 3.300 Euro gezahlt, obwohl diese häufig zeitintensiver sind. Damit lässt sich auch erklären, dass die Zahl der Kaiserschnitte in Deutschland immer weiter steigt. 2021 kam laut Statistischem Bundesamt fast jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Hinzu kommt, dass viele Krankenhäuser nicht mehr genug Mitarbeiter für die Geburtshilfe finden. Das hängt nach Aussage des Deutschen Hebammenverbandes damit zusammen, dass die Arbeitsbelastung in den letzten Jahren massiv angestiegen ist. Hebammen müssen demnach häufig drei oder mehr Geburten gleichzeitig betreuen, Pausen ausfallen lassen und regelmäßig Überstunden machen. Wegen dieser Bedingungen würden viele Mitarbeiter ihre Arbeitszeit reduzieren oder sogar kündigen. Ein weiteres Problem ist demnach, dass freiberufliche Ärzte und Hebammen einen Teil ihrer Haftpflichtversicherung selbst zahlen müssen. Obwohl die Krankenkassen über den sogenannten Sicherstellungszuschlag den Großteil der Kosten übernehmen, können ein paar tausend Euro übrig bleiben, die der Arzt oder die Hebamme aus eigener Tasche zahlen müssen. Auch das kann laut Hebammenverband ein Grund sein, aus der Geburtshilfe auszusteigen. Nach Angaben der sächsischen Krankenhausgesellschaft gibt es landesweit aktuell 76 Krankenhäuser, von denen 38 Geburtshilfe anbieten. Ein Standort werde jedoch Ende des Jahres geschlossen. Nach Aussage des Hebammenlandesverbands gibt es wegen der geringen Geburtszahlen in Sachsen aktuell kaum Engpässe in der Versorgung. "Wenn Frauen eine Betreuung durch eine Hebamme wünschen, dann werden diese zumeist auch fündig", so die Vorsitzende Stephanie Hahn-Schaffarczyk. Auch im ländlichen Raum gibt es demnach kaum Versorgungslücken, weil Hebammen zum Teil auch lange Fahrtwege auf sich nehmen, um Schwangere und Mütter im Wochenbett zu betreuen. Darüber hinaus entspanne sich die Lage in den Kreißsälen. Dort sei nun wieder mehr Zeit für die intensive und individuelle Betreuung der werdenden Mütter. Durch das Fallpauschalensystem gebe in den Krankenhäusern allerdings einen sehr hohen Kostendruck. Die ersten Krankhausbetreiber würden deshalb bereits überlegen, Hebammen zu kündigen oder befristete Verträge auslaufen zu lassen. Ein weiteres Problem: Durch die Schließung von Geburtshilfe-Abteilungen wie etwa in Erlabrunn oder Lichtenstein entstehen zum Teil lange Fahrtwege für die Familien. "Eine lange Anfahrt mit Wehen bzw. unter der Geburt macht Angst, verstärkt Schmerzen, gefährdet Mutter und Kind und führt letzten Endes zu mehr unbegleiteten Geburten, was wiederum Probleme mit sich bringt", so Hahn-Schaffarczyk. Auch in Sachen Kaiserschnitte brauche es ein Umdenken: "Weg von der Geburtsmedizin, hin zurück zur Geburtshilfe und individuellen Betreuung der Schwangeren und Gebärenden." Die Schwangerenbetreuung sollte demnach hauptsächlich in den Händen von Hebammen liegen und nur bei Auffälligkeiten Gynäkologen hinzugezogen werden. In Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft 45 Krankenhäuser, von denen 19 eine Fachabteilung Geburtshilfe haben. In den letzten Jahren mussten unter anderem Geburtsstationen in Haldensleben, Weißenfels, Zerbst und Zeitz geschlossen werden. Wie der Hebammenlandesverband auf Anfrage mitteilte, können Schwangere und Mütter im Wochenbett in Sachsen-Anhalt in den Städten aktuell gut durch Hebammen versorgt werden. Das gelte auch für die Kliniken. Landesweit gebe es zudem fünf Hebammenkreißsäle, unter anderem in Dessau, Halle und Magdeburg. So ein dichtes Angebot von Hebammenkreißsälen sei bundesweit einzigartig und spreche auch für engagierte Hebammen und ärztliche Geburtshelfer im Land, so die Verbandsvorsitzende Undine Bielau. Es sei spürbar, dass ein Umdenken begonnen habe. Die geburtshilfliche Versorgung sei außerhalb der Kliniken jedoch landesweit sehr eingeschränkt oder zum Teil gar nicht vorhanden. Dadurch könnten Schwangeren nicht von ihrem Recht Gebrauch machen, den Geburtsort frei zu wählen. Viele Kinder würden also zwangsweise in Kliniken geboren. Zudem sei es im ländlichen Raum für viele Familien schwierig, eine gute Betreuung durch eine Hebamme zu finden. Viele junge Hebammen zieht es dem Verband zufolge in die Städte, weil dort eher hebammengeleitete Geburtshilfe in Hebammenkreißsälen angeboten wird als auf dem Land. Ein weiteres Problem sei, dass die Wege zum nächstgelegenen Krankenhaus je nach Region bis zu 45 Minuten betragen könnten. In der Nähe der Landesgrenze werden demnach auch Kinder in anderen Bundesländern als Sachsen-Anhalt geboren. So würden etwa nach der Schließung des Kreißsaals in Zeitz viele Familien für die Geburt nach Gera in Thüringen fahren. Lange Fahrtwege führen nach Aussage des Hebammenverbandes zu häufigeren Interventionen wie zum Beispiel dem frühzeitigen Einleiten der Geburt, um ein Hin- und Herfahren der Familie zu vermeiden. Häufig seien diese Eingriffe medizinisch aber gar nicht notwendig. Generell löse eine fehlende wohnortnahe Versorgung bei vielen Familien Unsicherheit, Sorge und Angst aus. Bei einer Unterversorgung sei es zudem auch nicht möglich individuell auf die Bedürfnisse der Schwangeren bei der Geburt einzugehen. Dabei ist das den Angaben zufolge sehr wichtig. "Wenn eine Gebärende die Schwangerschaft, die Geburt, das Wochenbett und die erste Zeit mit diesem neuen Familienmitglied als selbstwirksamen, stärkenden Lebensmoment erlebt, wird sie auch für die Gesellschaft ein wertvolles Mitglied bleiben können", erklärt Undine Bielau. Es sei aber leider auch nicht selten zu beobachten, dass es anders laufe. Deshalb seien der Umgang mit Traumata rund um diese Lebenszeit auch für Hebammen ein größerwerdender Arbeitsinhalt. In Thüringen gibt es nach Angaben der Landeskrankenhausgesellschaft 45 Krankenhäuser, von denen 18 Geburtshilfe anbieten. Grund für die Schließungen seien der Fachkräftemangel bei Ärzten im Bereich der Geburtshilfe und bei Hebammen, besonders im ländlichen Raum. Hinzu kommt demnach, dass die Geburten in Thüringen seit Jahren rückläufig sind. Nach Aussage des Hebammenlandesverbands mussten in den letzten Jahren insgesamt fünf Kreißsäle in Greiz, Schleiz, Hildburghausen, Sonneberg und Sömmerda schließen. Die umliegenden Kreißsäle seien daraufhin jedoch weder strukturell noch personell erweitert worden. In der Folge sei die geburthilfliche Versorgung im städtischen Bereich zwar weiter abgesichert, in den ländlichen Gebieten werde sie jedoch immer schlechter. Dadurch hätten schwangeren Frauen weder eine gerechte Wahl- noch Zugangsmöglichkeit zur Geburthilfe. Um künftig eine flächendeckende Versorgung in der Geburtshilfe zu erreichen, fordert der Hebammenverband Sachsen, dass geburtshilfliche Abteilungen erhalten werden. Es dürfe keine weiteren Schließungen geben. Der Hebammenverband Sachsen-Anhalt spricht sich zudem für eine wohnortnahe Betreuung durch ein Team von Hebammen, Gynäkologen und anderen Akteuren aus. Der Hebammenverband Thüringen will ebenfalls weitere Schließungen im ländlichen Raum verhindern. Dafür engagiere man sich am Runden Tisch "Geburt und Familie" des Thüringer Gesundheitsministeriums, an dem alle relevanten Akteure gemeinsam an der Thematik arbeiteten. Außerdem muss nach Aussage des sächsischen Hebammenverbandes das Fallpauschalensystem abgeschafft werden und die Geburtshilfe so finanziert werden, dass Schwangere und werdende Mütter in 95 Prozent der Fällen eine Eins-zu-Eins-Betreuung durch eine Hebamme bekommen. Das habe viele Vorteile. So müsse sehr viel seltener Schmerzmittel gegeben werden und die Kinder seien unter der Geburt weniger gestresst. Auch der Hebammenverband Sachsen-Anhalt fordert, dass "Kinderkriegen" keinen wirtschaftlichen Zwängen unterworfen sein darf und deshalb nicht mehr Teil des Fallpauschalensystems sein sollte. Stattdessen brauche es eine Eins-zu-Eins-Betreuung durch eine Hebamme bei jeder Geburt und mehr Nachwuchsförderung im ländlichen Raum. Um eine freie Wahl des Geburtsortes sicherzustellen, sei es auch wichtig, die außerklinische Geburtshilfe zum Beispiel in Geburtshäusern stärker zu fördern. Das gehe aber nicht ohne politische Unterstützung. Alle Hebammenverbände sind sich darüber hinaus einig, dass die Schwangeren- und Geburtsbetreuung vor allem in die Hände der Hebammen gegeben werden sollte und sich Ärzte wie Gynäkologen nur bei Bedarf beteiligen. Dieser Ansatz wird in Mitteldeutschland bereits in den Hebammenkreißsälen umgesetzt, unter anderem in Arnstadt, Dresden und Magdeburg. "Wir sehen in der Förderung und Umsetzung der hebammengeleiteten Geburtshilfe in Thüringen eine große Chance die geburtshilfliche Versorgung zu sichern und gleichzeitig die Arbeitszufriedenheit der Hebammen zu steigern", betont die Vorsitzende des Thüringer Hebammenverbandes, Annika Wanierke. Dadurch würden Schwangere und Gebärende unter anderem vor zu frühen und zu vielen Interventionen geschützt.
mdr.de
Immer weniger Krankenhäuser in Mitteldeutschland betreuen Geburten. Die Folgen für die Frauen sind längere Wege, keine freie Wahl und medizinische Eingriffe, die nicht nötig wären.
[ "Nachrichten", "geburtshilfe", "mitteldeutschland", "geburtsstationen", "hebammen" ]
Deutschland
2023-10-09T09:22:04+02:00
2023-10-09T09:22:04+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/geburt-hebamme-krankenhaus-lange-wege-laendliche-region-100.html
Stendal: Kreistag stimmt für Deutschlandticket – lässt aber Hintertür offen
Der Kreistag in Stendal hat sich am Donnerstagabend für das Deutschlandticket entschieden. Der Beschluss, das Ticket auch 2025 im Landkreis anzubieten, fiel einstimmig. Allerdings behält sich der Landkreis offen, zu einem späteren Zeitpunkt doch noch auszusteigen, wenn sich eine mangelnde Kostenübernahme durch Land und Bund abzeichnet. Alles andere als eine Rücktrittsklausel wäre fahrlässig gewesen. "Alles andere als eine Rücktrittsklausel wäre fahrlässig gewesen", sagte Landrat Patrick Puhlmann (SPD). Er spielte damit an auf die unklare Situation bei der Finanzierung des Deutschlandtickets. So ist nach Ansicht der Verwaltung nach wie vor unklar, ob Bund und Land tatsächlich alle Kosten für das Ticket in voller Höhe übernehmen. Mit der Abstimmung vom Donnerstag wird der Landrat beauftragt, einen Dienstleistungsvertrag mit dem Unternehmen Stendalbus zu schließen. Er soll bis Ende 2025 die Nutzung des Deutschlandtickets für den Landkreis Stendal regeln. Im vergangenen Jahr hatten die Stendaler Kreistagsmitglieder deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. In einer ersten Entscheidung hatten sie es abgelehnt, das Deutschlandticket weiter im Landkreis anzubieten – ebenfalls aus finanziellen Gründen. Später stimmten sie dann doch zu. Im Landkreis Mansfeld-Südharz steht das Deutschlandticket bereits auf der Kippe. Landrat André Schröder (CDU) hatte sich bereits im Oktober vom Kreistag in Sangerhausen Rückendeckung geholt, um vorzeitig aus dem Tarifverbund aussteigen zu können. Auch er begründete das mit den bislang fehlenden Finanzierungszusagen von Land und Bund. Schröder gab an, er befürchte, dass der Kreis dann mit Krediten einspringen müsse. Das lehne er kategorisch ab. Nach dem Aus der Ampel-Regierung in Berlin befürchtet Sachsen-Anhalts Landkreistag Unsicherheiten beim Deutschlandticket. So hätte die Bundesregierung für 2025 neue Regelungen auf den Weg bringen müssen, um den Spartarif zu finanzieren. Das sei mit dem Koalitionsbruch nicht passiert, hieß es. Mit dem Deutschlandticket können Kunden bundesweit für 49 Euro monatlich Busse, Bahnen und Straßenbahnen im Regionalverkehr nutzen. Ab dem kommenden Jahr soll es 58 Euro kosten. Darauf hatten sich die Verkehrsminister der Länder im September verständigt. MDR (Bernd-Volker Brahms, Norma Düsekow, Cornelia Winkler, Luca Deutschländer)
mdr.de
Der Kreistag in Stendal hat für die Fortführung des Deutschlandtickets gestimmt. Allerdings ließen die Kreisräte dem Landkreis eine Hintertür offen.
[ "Deutschlandticket", "Kreistag", "Stendal" ]
Sachsen-Anhalt
2024-12-05T18:57:23+01:00
2024-12-09T08:46:17+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/stendal/deutschlandticket-kreistag-entscheidung-102.html
Fliegerbombe im Chemiepark Zeitz gesprengt
Im Burgenlandkreis ist am Freitagmittag im Industriepark Zeitz in Alt-Tröglitz ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Der Bereich wurde zuvor 700 Meter um den Fundort abgesperrt. Nach Angaben des Landkreises war es nicht möglich, die Fliegerbombe zu entschärfen. In dem Sperrradius befanden sich lediglich Unternehmen und die Verwaltung. Diese wurden evakuiert. Mittlerweile konnten aber alle Beschäftigten zurückkehren. Einwohner sind nicht betroffen gewesen. Die amerikanische Fliegerbombe war bei Bauarbeiten gefunden worden. MDR (Michael Rosebrock, Daniel George)
mdr.de
Im Chemiepark Zeitz ist am Freitag eine Fliegerbombe entdeckt worden. Mehrere Firmen mussten deswegen geräumt werden. Inzwischen wurde die Bombe gesprengt.
[ "sachsenanhalt", "zeit", "chemiepark", "bombe", "bombenfund" ]
Sachsen-Anhalt
2024-08-09T15:26:19+02:00
2024-08-09T15:26:19+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen-anhalt/halle/burgenland/fliegerbombe-chemiepark-zeitz-sprengung-102.html
Ein Fünftel der Bevölkerung von Armut bedroht
Noch immer ist rund ein Fünftel der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Laut Statistischem Bundesamt traf das 2024 in Deutschland auf rund 17,6 Millionen Menschen zu. Das waren 20,9 Prozent der Bevölkerung.  Das sind laut Statistischem Bundesamt zwar rund 300.000 weniger als im Jahr zuvor. 2023 waren rund 17,9 Millionen Menschen oder 21,3 Prozent der Bevölkerung betroffen gewesen. Der Anteil hatte sich auch in den vorangegangenen Jahren kaum verändert: 2021 lag die Quote bei 21 Prozent, 2022 bei 21,1 Prozent. Als armutsgefährdet galten 2024 laut Statistikamt rund 15,5 Prozent der Bevölkerung oder 13,1 Millionen Menschen. Ein Jahr zuvor hatte der Wert bei 14,4 Prozent gelegen. Eine Armutsgefährdung liegt vor, wenn jemand über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Der Schwellenwert, ab dem jemand als armutsgefährdet gilt, lag für einen Alleinlebenden in der Bundesrepublik bei 1.378 Euro netto im Monat. Für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag er bei 2.893 Euro netto im Monat. AFP/dpa (jst)
mdr.de
Jeder fünfte Mensch in Deutschland ist von Armut oder Ausgrenzung bedroht. 2024 gab es aber immerhin eine geringfügige Verbesserung.
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Deutschland
2025-01-29T14:51:40+01:00
2025-01-29T14:51:40+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/gesellschaft/armut-bevoelkerung-armutsgefaehrdet-geld-100.html
Bauarbeiten: Tunnel Königshainer Berge zehn Stunden dicht
Der Tunnel Königshainer Berge auf der A4 wird am heutigen Mittwoch in beiden Richtungen gesperrt. Grund dafür sind Arbeiten eines Energieversorgers an Umspannstationen, wie die bundeseigene Autobahn GmbH mitteilte. Der Verkehr in Richtung Görlitz und in Richtung Dresden erfolge über ausgewiesene Umleitungsstrecken, hieß es. Gesperrt bleibt der Tunnel von 8 bis 18 Uhr. Bereits am Dienstag fanden den Angaben zufolge im Tunnelbereich erste Arbeiten statt. MDR (lam)/dpa
mdr.de
Autofahrer auf der A4 zwischen Görlitz und Bautzen müssen am heutigen Mittwoch mit Behinderungen rechnen. Der Tunnel Königshainer Berge wird den ganzen Tag über gesperrt.
[ "Nachrichten", "Sachsen", "Behinderungen", "A4", "Königshainer Berge", "Tunnel" ]
Sachsen
2024-07-17T08:13:07+02:00
2024-07-17T10:08:15+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/behinderungen-autobahn-sperrung-koenigshainer-berge-100.html
Ratten im Jerichower Land: Anwohner sollen handeln
In Möser im Landkreis Jerichower Land häufen sich Berichte über Ratten, die auf Straßen und Gehwegen gesichtet werden. Betroffen ist nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT der Ostteil des Ortes. Ortsbürgermeister Denny Hitzeroth (SPD) zufolge hat der Abwasserzweckverband bereits reagiert und Köder ausgelegt. Hitzeroth bittet auch die Hausbesitzer, aktiv zu werden, wenn sie Ratten auf ihrem Grundstück sehen. Gefahr für die Menschen bestehe zwar nicht, aber wer Ratten entdeckt, solle dies weiterhin der Verwaltung melden. Das Umweltbundesamt rät, bei größerem Befall Profis zurate zu ziehen. Ansonsten seien vorbeugende Maßnahmen geeignet, wie geschlossene oder vergitterte Kellerfenster, Rückstauklappen in Abwasserrohren sowie Kellerflächen ohne Gerümpel und Abfälle. Von einer Rattenplage sei aber noch nicht die Rede. Das habe eine Kontrolle des Veterinäramtes bestätigt. MDR (Marila Zielke, André Plaul) | Erstmals veröffentlicht am 03.09.2024
mdr.de
In Möser im Jerichower Land werden immer mehr Ratten gesichtet. Betroffen ist hauptsächlich der Ostteil des Ortes. Anwohner sollten bestimmte Dinge beachten.
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Sachsen-Anhalt
2024-09-04T08:51:49+02:00
2024-09-04T08:53:00+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/jerichow/ratten-problem-moeser-102.html
Corona im Kopf: Hirnforscher rufen zu bundesweiten Gedächtnistests auf
Corona hat Deutschland fest im Griff – auch nach fast einem Jahr seit Pandemie-Beginn. Wissenschaftler versuchen fieberhaft den Virus zu verstehen, noch immer gibt er große Rätsel auf, sowohl in seiner Funktionsweise, als auch seiner Wirkung auf Immunsystem und Organe. Viele Corona-Erkrankte berichten von Gedächtnisproblemen. Psychische Belastungen belasten die geistige Fitness zusätzlich. Wie sich Corona auf unseren Kopf auswirkt wollen jetzt Forschende des Magdeburger Instituts für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND) sowie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) herausfinden. "Im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung wird immer wieder von neurologischen Beschwerden berichtet, auch von Gedächtnisproblemen", erklärt Professor Emrah Düzel, Sprecher des DZNE-Standorts Magdeburg und Direktor des dortigen Instituts für Kognitive Neurologie und Demenzforschung (IKND). Ob das Coronavirus das Nervensystem direkt angreift oder solche Beschwerden eher Begleiterscheinungen der Immunantwort sind, ist nicht ganz klar. "Mit unserem Projekt wollen wir dazu beitragen, den Einfluss der Erkrankung auf das Gehirn besser zu verstehen." Der Magdeburger Hirnforscher hat sich mit seinem Team aus ganz Deutschland – darunter auch Wissenschaftler aus Dresden –  einiges vorgenommen. Denn die Studie soll bundesweit möglichst viele Erwachsene einbeziehen, nicht nur jene, die akut an Corona erkrankt sind oder davon betroffen waren. "Die psychische Belastung durch die Pandemie, insbesondere die sozialen Beschränkungen, können der geistigen Fitness zusetzen", erläutert Düzel. "Wir möchten deshalb einen möglichst umfassenden Eindruck davon gewinnen, wie es um die Gedächtnisleistung und die psychosoziale Situation der Menschen hierzulande bestellt ist."  Das Corona-Gedächtnisprojekt ist auf einen Zeitraum von zwei Jahren angelegt. "Wir wollen das Auf und Ab der Krankheitswellen erfassen und auch wie die Impfkampagne das Geschehen beeinflusst." Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben für ihr groß angelegtes Projekt eine spezielle App mit Gedächtnistests entwickelt. Diese kann jeder, der mitmachen möchte, anonym auf sein Smartphone oder Tablet laden. Die App ruft zunächst wöchentlich, später seltener, zum Gedächtnistest auf. Bei den Tests mit Fotos und computergenerierten Szenerien müssen sich die Studienteilnehmenden beispielsweise die Lage von Objekten merken oder erkennen, ob es sich um Innen- oder Außenaufnahmen handelt. Die Tests erfolgten den Forschern zufolge einfach und spielerisch, ohne großen Zeitaufwand. "Der Testablauf umfasst verschiedene, spielerische Aufgaben. Insgesamt braucht man dafür vielleicht eine Viertelstunde", erklärt Düzel. Die Gedächtnistests würden ergänzt durch Fragen nach Vorerkrankungen, zum aktuellen gesundheitlichen Befinden, sozialer Distanzierung und Stimmungslage. Die unterschiedlichen Aufgaben beanspruchen gezielt bestimmte Hirnbereiche und kognitive Fähigkeiten. Sie mögen banal erscheinen, doch dahinter steckt wissenschaftliches Know-how. Die App wird daher auch in klinischen Studien über Demenz eingesetzt. Die Forschenden des bundesweit agierenden DZNE hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger mitmachen. Somit sei es möglich, zuverlässigere Ergebnisse auf einer breiten Datenbasis zu erlangen. Erste Erfahrungen mit dieser "Bürgerforschung" sammelten Düzel mit seinem Team in einem Pilotprojekt mit rund 2.500 Teilnehmenden. "Es hat gezeigt, dass die Kombination von App und Öffentlichkeit wissenschaftlich fundierte Ergebnisse liefern kann“, erklärte der Magdeburger Hirnforscher. Sämtliche Angaben und Testergebnisse werden den Forschern zufolge anonym erfasst und anonym ausgewertet. "Die Studie wurde innerhalb des klinischen Netzwerkes des DZNE entwickelt. Die Erfassung und Auswertung der Daten unterliegt höchsten Datenschutzstandards", versicherte Düzel.  Die von der App ermittelten Informationen, ermöglichten keinerlei Rückschlüsse auf die persönliche Identität der Studienteilnehmer. An der Datenanalyse beteiligen sich den Angaben zufolge unter Federführung des IKND in Magdeburg auch Experten aus Dresden, Berlin, Rostock Bonn und Köln. Entwickelt wurde die Forschungs-App vom Magdeburger Start-up "Neotiv", mit dem das DZNE seit zwei Jahren kooperiert. Es begleitet die Forschenden in der Studie als technischer Partner. Düzel macht auf einen weiteren Aspekt aufmerksam: "Die App ist als Forschungsinstrument gewissermaßen ein Messgerät. Sie gibt den Nutzenden kein Feedback darüber, ob sie beim Gedächtnistest gut oder schlecht abschneiden." Es gebe keine persönliche Auswertung, es handle sich lediglich um ein Erfassen der geistigen Leistung. "Selbst eine vermeintlich unverbindliche Rückmeldung könne Sorgen über die eigene Gesundheit hervorrufen. Das wäre ethisch nicht vertretbar", erklärt Düzel. Wer sich an unserer Studie beteiligt, stellt sich ganz in den Dienst der Wissenschaft. Die Teilnehmenden können mit ihrem Engagement helfen, dass wir die Folgen von COVID-19 besser verstehen und lernen, besser damit umzugehen. Hier gibt es die App: https://www.exploring-memory.org/projects/1Plattform "Citizen Science" (Bürgerforschung) Quelle: MDR/DZNE/kt
mdr.de
Viele Corona-Erkrankte berichten von Gedächtnisproblemen. Psychische Belastungen beeinträchtigen die geistige Fitness zusätzlich. Greift Corona unser Nervensystem an? Das wollen Hirnforscher jetzt herausfinden.
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2021-01-21T15:57:50+01:00
2021-01-21T15:57:50+01:00
https://www.mdr.de//wissen/corona-kopf-hirnforscher-studie-gedaechtnis-buergerbeteiligung-100_box--4494969911336451276_zc-aa7c8787.html
"Partyzeit" bei MDR SACHSEN - Das Sachsenradio
Sachsen feiern gern und feiernde Sachsen hört man gern im Radio. Der Sonnabend ist der klassische Partytag. Das Essen oder das Buffet sind vorbereitet, die Getränke gekühlt - aber wer macht die Musik? - Die Lösung: "Partyzeit" bei MDR SACHSEN - Das Sachsenradio. Hier bekommen Sie den perfekten Mix aus Schlagern und Oldies für Ihre Party. Von 18 bis 23 Uhr wird MDR SACHSEN - Das Sachsenradio zum verlässlichen Party-Begleiter. Die Hörer können während der Sendung anrufen und von ihrer Party erzählen und sich Ihren Partysong wünschen. Noch während des Gesprächs mit dem Hörer wird der Song herausgesucht und im Anschluss gespielt. Jede Woche wollen wir die Geschichte eines Hörers erzählen, der eine besondere Beziehung zu einem Schmusesong hat (z.B. "... bei diesem Song habe ich meine Frau das erste Mal geküsst"). Wir freuen uns auf Ihren "Partyschmusehit" und die Geschichte dazu. Rufen Sie uns während der Sendung an - unter: 0800 637 72 72 (kostenfrei). Um den Partyhit der Woche treten jede Woche drei Hörervorschläge gegeneinander an. Die Hörer können uns Ihre Songwünsche im Vorfeld per Mailformular oder Postkarte schicken. Per Telefon oder Internet-Voting (während der Sendung) können Sie dann aus drei Songs ihren Favoriten wählen, der dann in voller Länge im Radio gespielt wird. Der Gewinnersong wandert automatisch auf die Auswahlliste für die Hörer-CD "Partyzeit".
mdr.de
In der Sendung "Partyzeit" bekommen Sie den perfekten Mix aus Schlagern und Oldies für Ihre Party am Sonnabend. Außerdem suchen wir den "Partyhit der Woche".
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2025-05-31T18:04:08+02:00
2025-05-31T18:04:08+02:00
https://www.mdr.de//sachsenradio/partyzeit100.html
Wie ausländische Mitarbeiter integriert werden
Knapp 200 der über 800 Angestellten des Johanniter-Krankenhauses in Stendal sind Ausländer. Den Großteil machen Kräfte aus Russland, der Ukraine und Indien aus. Aber auch vier Ägypter und Ägypterinnen sind dabei. Zwei von ihnen sind der 26-jährige Ahmed Akil und die 32-jährige Walaa Abouhalima. Beide haben bereits in ihrer Heimat Erfahrungen in der Pflege gesammelt und dort den Bachelor in Pflegewissenschaften gemacht, das Fach also studiert. Doch bevor die beiden in Deutschland als Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten können, müssen sie zunächst eine Menge Erfahrungen auf der Station sammeln und Prüfungen bestehen.  Ihr Praxisanleiter, Fachpfleger Michael Maaß, ist optimistisch, dass sie das schaffen. Er steht seinen Kollegen unterstützend zur Seite und half bei der Eingewöhnung in Stendal. Doch abgesehen davon gibt es natürlich noch andere herausfordernde Aspekte zu meistern. Beispielsweise die Sprachbarriere.  Akil spricht schon ziemlich gut Deutsch, und das, obwohl er erst seit drei Monaten in Deutschland ist. "Ich versuche immer in meiner Freizeit, die Sprache so schnell wie möglich zu beherrschen, weil die Sprache hier eine entscheidende Rolle spielt", erzählt er.   Für den 26-Jährigen stand aber schon früher fest, dass er nach Deutschland kommen will. Also eignete er sich bereits in Ägypten grundlegende Deutschkenntnisse an. Auch Walaa Abouhalimas Fortschritte sind deutlich zu merken.  "Man merkt jede Woche, dass die Sprache besser wird", betont Maaß. Auch weiß er, dass die Umstellung für seine ausländischen Kollegen nicht leicht ist. "Die müssen sich ein Stück weit natürlich immer anpassen, weil die Mentalität doch ein bisschen anders ist, aber das geht eigentlich relativ schnell", findet er. Dabei gibt es zwischen Pflegekräften und Fachärzten keine Unterschiede. Der Betrieb kommt den ausländischen Mitarbeitern auch entgegen: Das Krankenhaus bietet zum Beispiel den Muslimen die Möglichkeit, in einem "Raum der Stille" zu beten.  Die Erfahrungen, die Walaa und Ahmed bisher in Deutschland gesammelt haben, seien größtenteils positiv gewesen, sagen die beiden Ägypter. Probleme mit Patienten gebe es eher selten, und wenn, dann eher mit den älteren. Die meisten seien aber an den Geschichten der ausländischen Kollegen interessiert. "Da kommen eigentlich fast nur positive Rückmeldungen. So ganz negative Sachen habe ich überhaupt noch nicht erlebt", berichtet Michael Maaß.  Nicht nur positive Erfahrungen machte Walaa Abouhalima in ihrer vorherigen Wirkungsstätte an einem Krankenhaus südlich von Magdeburg. Ungern erinnert sie sich an das dort erlebte Mobbing – nicht durch Patienten, sondern durch Kollegen, die sie unter anderem damit aufzogen, dass sie ein Kopftuch trägt. In Stendal fühle sie sich, sagt Walaa, hingegen sehr wohl. Ihr Traum ist es, auch ihre beiden Söhne, die sieben und zehn Jahre alt sind, nach Deutschland zu holen.  Ohne den Zuwachs aus anderen Ländern könnten Krankenhäuser nicht überleben, bilanziert Ines Donner, die Kaufmännische Direktorin des Johanniter-Krankenhauses Stendal. Zu gering sei der Bewerberanteil der Deutschen, erklärt sie. Deshalb sei es umso schöner, Kollegen wie Walaa Abouhalima und Ahmed Akil im Team begrüßen zu können.  MDR (Lydia Zahn, Katharina Häckl, Annekathrin Queck)
mdr.de
Fast 200 Mitarbeiter am Johanniter-Krankenhaus Stendal kommen aus dem Ausland. Zwei von ihnen sind die aus Ägypten stammenden Ahmed und Walaa. Wie sie den Klinikalltag erleben.
[ "johanniter", "krankenhaus", "stendal", "integration", "ausländische", "mitarbeiter", "pflege", "personal" ]
Sachsen-Anhalt
2024-02-22T13:30:02+01:00
2024-02-22T13:30:02+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/stendal/johanniter-krankenhaus-stendal-mitarbeiter-nationalitaeten-100.html
Tier-Schützer
Sie machen sich für Tiere stark.Damit sie nicht aus-sterben.Und damit alle Menschen gut mit Tieren umgehen.
mdr.de
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Wörter-Buch
2024-02-21T12:03:00+01:00
2024-02-21T12:03:00+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-tier-schuetzer-100.html
Oberlandesgericht verweist Prozess gegen mutmaßliche "Knockout 51"-Mitglieder nach Gera
Die Anklage gegen den Eisenacher Rechtsextremisten Patrick Wieschke und zwei weitere Männer wegen Unterstützung beziehungsweise Mitgliedschaft in der Neonazi-Kampfsportgruppe "Knockout 51" wird vor der Staatsschutzkammer des Landgerichts Gera verhandelt. Das hat das Thüringer Oberlandesgericht (OLG) in Jena entschieden. Das Gericht begründet seine Verweisung des Verfahrens an das Gericht in Gera damit, dass es "Knockout 51" als kriminelle Vereinigung ansieht und nicht - wie die Bundesanwaltschaft - als terroristische Vereinigung. Die Bundesanwaltschaft hatte im September 2024 am OLG Jena Anklage gegen die drei Männer erhoben. Dem ehemaligen NPD-Funktionär und Führungsmitglied von deren Nachfolgeorganisation "Die Heimat", Patrick Wieschke, wirft sie die Unterstützung der Vereinigung vor. Demnach soll Wieschke einen Raum als Waffenlager sowie einen Computer zur Verfügung gestellt haben. Bei den beiden anderen Angeklagten soll es sich um ein Führungsmitglied und um ein Mitglied von "Knockout 51" handeln. Wie das Oberlandesgericht mitteilte, sieht es sich nicht als zuständig für das Verfahren an. Der Senat für Staatsschutzsachen am OLG gehe "aus Rechtsgründen" vom Tatvorwurf einer Beteiligung bzw. Unterstützung einer kriminellen Vereinigung aus, hieß es in einer Mitteilung vom Freitag. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof habe gegen den OLG-Beschluss sofortige Beschwerde zum Bundesgerichtshof eingelegt, weil er "Knockout 51" weiterhin als terroristische Vereinigung ansehe. Deswegen sei der Beginn der Hauptverhandlung noch nicht absehbar. Zwei der drei Angeklagten befänden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Wieschke war im April 2024 aus der Untersuchungshaft entlassen worden. In einem anderen Verfahren waren vier andere Mitglieder von "Knockout 51" vom Oberlandesgericht Jena im Juli 2024 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden - unter anderem wegen der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. MDR (dr)
mdr.de
Ist die Kampfsportgruppe "Knockout 51" eine terroristische oder eine kriminelle Vereinigung? Das ist zwischen Bundesanwaltschaft und OLG Jena strittig. Es geht um eine aktuelle Anklage und wo sie verhandelt werden soll.
[ "Nachrichten", "Knockout 51", "Neonazi", "Patrick Wieschke", "Rechtsextremisten", "Anklage", "terroristische Vereinigung", "kriminelle Vereinigung", "Oberlandesgericht", "OLG Jena", "Landgericht Gera" ]
Thüringen
2025-01-03T18:06:26+01:00
2025-01-03T18:06:26+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/knockout-anklage-olg-jena-100.html
Kinderbuch-Verlegerin Osberghaus: "Kinder brauchen Papierbücher!"
MDR KULTUR: Sie sagen zu Ihrem Verlagsprogramm, dass die Geschichten auch gerne mal unkorrekt oder unkonventionell sein dürfen. Welche Philosophie steckt dahinter? Monika Osberghaus: Der Grundgedanke ist, dass wir Bücher anbieten wollen, in denen Kinder ihr eigenes Leben erkennen können. Daraus folgt zwangsläufig, dass diese Bücher nicht immer korrekt sind, weil es das eigene Leben der Kinder auch nicht immer ist. Es ist ganz viel Aktualität und Gegenwart darin – dadurch auch schlimme Geschichten, politische Geschichten. Ich will eigentlich immer Realismus. Das war das, was mir gefehlt hat, als der Verlag anfing. Wie sehen die Rückmeldungen aus? Ich gehe immer regelmäßig in die Kita und lese vor. Und da kann ich immer gut gucken: An welchen Stellen lachen die, oder wo konzentrieren sie sich gut, oder wo schweifen sie ab? Da lese ich die Reaktionen ab. Wir kriegen eigentlich oft Rückmeldungen von den Erwachsenen. Und oft ist es so eine Stimme wie: "Also ich weiß ja nicht, ob das so richtig ist – aber der Junge liebt es!" Und das bestätigt mich dann immer. Ich finde es schade, wenn die Kinder so eine unechte, heile Welt vorgespiegelt kriegen sollen. Sie blicken auf 15 Jahre ungewöhnlicher Bücher für Kinder zurück – was sind Ihre aktuellen Überlegungen? Was mich jetzt viel bewegt, ist tatsächlich, wie die Eltern drauf sind. Die Eltern sind wahnsinnig behütend geworden. Und die brauchen offenbar selbst ganz viel Beruhigung. Die Erwachsenen suchen so eine Art neue heile Welt und neue Idylle – das kann auch gerne eine ganz diverse und politisch korrekte neue, heile Welt sein. Aber es ist eben auch eine Welt, die eigentlich in der Gegenwart noch nicht so existiert. Und ich weigere mich, dass wir das so darstellen sollen. Ich finde es schade, wenn die Kinder so eine unechte, heile Welt vorgespiegelt kriegen sollen. Und das beschäftigt mich manchmal, weil wir ja die Erwachsenen als Komplizen brauchen, dass die die Bücher kaufen. Die Kinder marschieren nicht selbst in die Buchhandlung. Und dann suche ich auch nach wie vor gute Stimmen für Kinderbücher. Es fehlt schon immer bitterlich so eine Art "Ausbildungsstation", wie wir das mit dem Leipziger Literaturinstitut für die Erwachsenenliteratur haben. Ich weiß aber nicht, an wen ich mich da wenden müsste. Und entsprechend kriegen wir hier massenhaft superschlechte Manuskripte angeboten. Es gibt gar nicht so viele richtig tolle Kinderbuchautoren, die auf der Höhe der Zeit schwungvoll, saftig und gut schreiben können. Wie sehen Sie die Zukunft des Verlages? Mit welchen Entwicklungen müssen Sie sich auseinandersetzen? Die Kinder brauchen Papierbücher! Da bin ich sicher, das Wischen macht einfach bei Geschichten nicht so viel Spaß. Und ich finde, das Buch ist einzigartig genial, wie es für Kinder funktioniert. Was mich beschäftigt: Gibt es in 15 Jahren – wenn ich dann in Rente bin – noch Leute, die, so wie ich, gerne solche kühnen Projekte machen und dabei nicht immer aufs Geld gucken? Oder, falls der Verlag ihnen nicht selbst gehört, brauchen die auch Chefs, die so drauf sind. Und da weiß ich nicht ... Es gibt ja immer mehr Großkonzerne, die kaufen die kleinen Verlage auf. Was tut das dann mit den kleinen Verlagen? Man muss dann immer schön Rendite machen. Und das heißt, man muss irgendeinem Massengeschmack folgen. Man kann keine kratzigen Themen bringen. Man kann keine Experimente wagen, also jedenfalls weniger. Es gibt gar nicht so viele richtig tolle Kinderbuchautoren, die auf der Höhe der Zeit schwungvoll, saftig und gut schreiben können. Ich hoffe einfach, dass es weiterhin so eigenwillige Köpfe gibt, die das zu ihrer Sache machen. Und ja, der Nachwuchs, der macht mir Gedanken. Also ich hoffe einfach, dass es Nachwuchs gibt, der so drauf ist. Ich bin gespannt! Der Klett Kinderbuch Verlag aus Leipzig feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen. 2008 wurde er als kleiner Ableger des Stuttgarter Klett Konzerns gegründet, seit 2015 ist er ein unabhängiger Verlag. Verlegerin Monika Osberghaus setzte schon von Beginn an auf besondere Bücher, über die sich aufgeregt und gestritten werden kann. Quelle: MDR KULTUR, Klett Kinderbuch VerlagRedaktionelle Bearbeitung: op, hki
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Vor 15 Jahren wurde in Leipzig der Klett Kinderbuch Verlag gegründet. Verlegerin Osberghaus setzt seitdem auf realitätsnahe Literatur statt heiler Welt – und wendet sich damit bewusst gegen die Wünsche vieler Eltern.
[ "kulturnachrichten", "Kinderbuch", "Buch", "Literatur", "Verlag", "Verlegerin", "Monika Osberghaus", "Kind", "Kinder" ]
Sachsen
2024-04-25T15:20:00+02:00
2024-04-25T15:26:54+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/klett-kinderbuch-verlag-monika-osberghaus-kultur-news-100.html
HC Elbflorenz siegt dramatisch in letzter Sekunde
Der HC Elbflorenz hat das Topspiel der 2. Handball-Bundesliga gegen den Tabellenzweiten TV Hüttenberg mit 24:23 (13:11) gewonnen. Den entscheidenden Treffer erzielte Julius Dierberg fünf Sekunden vor Schluss per Siebenmeter. Mit diesem Sieg rückt Elbflorenz näher an die Aufstiegsplätze heran und verkürzt den Rückstand auf drei Punkte. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase konnten sich die Gäste nach 20 Minuten erstmals etwas absetzen (7:10). Doch mit einem starken 6:1-Lauf zum Ende des ersten Durchgangs sicherte sich das Team von Coach André Haber eine knappe Pausenführung. Dresden startete mit viel Schwung in den zweiten Durchgang und dominierte die Anfangsphase. Doch wie schon in der vergangenen Woche schien sich die jüngste Vergangenheit zu wiederholen: Die Gastgeber verspielten erneut einen Sechs-Tore-Vorsprung – 18:12 stand es nach 40 Minuten. Diesmal jedoch reichte es dank einer starken Teamleistung zum Sieg. Julius Dierberg bewies an der Siebenmeterlinie Nervenstärke, Torhüter Robin Cantegrel glänzte mit 14 Paraden, und Timo Löser avancierte mit zehn Treffern zum Topscorer der Partie. Elbflorenz klettert in der Tabelle auf Rang fünf und liegt nur noch drei Punkte hinter dem ersten Aufstiegsplatz. sbo
mdr.de
Der HC Elbflorenz 2006 war drauf und dran, zum zweiten Mal in Folge einen hohen Vorsprung zu verspielen. Doch gegen den TV 05/07 Hüttenberg reichte es am Ende zum knappen Sieg - weil ein Mann die Nerven behielt.
[ "HC Elbflorenz", "TV Hüttenberg", "Handball", "2. Bundesliga", "Sport", "16. Spieltag", "HBL2", "" ]
2024-12-22T20:16:10+01:00
2024-12-22T20:16:10+01:00
https://www.mdr.de//sport/handball/bericht-handball-zweite-bundesliga-hc-elbflorenz-tv-huettenberg-100.html
Rassistischer Chat unter Polizeischülern: Aufarbeitung dauert weiter an
Rund eineinhalb Jahre nach dem Bekanntwerden eines Klassenchats von Polizeischülern mit rassistischen, antisemitischen und menschenverachtenden Inhalten dauert die juristische Klärung weiter an. In fünf Fällen gibt es nach Angaben des Innenministeriums noch keine abschließende Entscheidung. Insgesamt neun der Chatgruppen-Mitglieder sind demnach nicht mehr bei der Landespolizei tätig. Zwei Mitglieder der Chatgruppe sollten den Angaben zufolge nicht in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen werden. Beide klagten erfolgreich gegen die Entscheidung, danach wurde einer doch als Beamter auf Probe übernommen. Die andere Person entschied sich gegen die Verbeamtung auf Probe.  Bei acht Mitgliedern der Chatgruppe wurde das Entlassungsverfahren beendet, sie wurden in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen. Dabei handelt es sich dem Innenministerium zufolge um sechs passive Chatgruppen-Mitglieder – und um zwei aktive Personen, deren Beiträge nicht als schwerwiegend eingestuft wurden. dpa, MDR (Kalina Bunk)
mdr.de
Anfang 2023 ist ein rassistischer Chat unter Polizeischülern in Sachsen-Anhalt aufgeflogen. Die Aufarbeitung läuft noch. Acht Chat-Mitglieder sind inzwischen Beamte auf Lebenszeit.
[ "Nachrichten", "Polizei" ]
Sachsen-Anhalt
2024-10-16T13:45:07+02:00
2024-10-16T14:05:01+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/polizeischueler-rassismus-antisemitismus-chat-ermittlungen-102.html
Newsblog: Selenskyj wirft Russland Kriegsverbrechen vor
Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum unabhängig verifiziert werden können. Angesichts der massiven Angriffe der russischen Armee im Osten des Landes hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Menschen zum Verlassen des Gebiets Donezk aufgerufen. Im Donbass seien Hunderttausende Menschen, Zehntausende Kinder, viele lehnten es ab zu gehen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Er appellierte eindringlich an die Bewohner im Donbass, diese Entscheidung zu treffen. In flehendem Ton sagte er: "Je mehr Menschen aus dem Donezker Gebiet gehen, desto weniger Leute kann die russische Armee töten."Zuvor hatte die ukrainische Regierung eine verpflichtende Evakuierung angeordnet mit der Begründung, dass die Bürger sich vor Beginn der Heizsaison rechtzeitig in Sicherheit bringen müssten, da die Gasleitungen durch den Krieg im Gebiet Donezk zerstört seien. Selenskyj betonte nun, dass alles organisiert werde für die Flucht der Menschen aus den von der Ukraine noch kontrollierten Gebieten der Region. Wegen des Ukraine-Kriegs hat sich die enge Partnerschaft zwischen Polen und Ungarn nach Einschätzung des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki auseinanderentwickelt. Der Agentur PAP zufolge sagte er: "Die Wege Polens und Ungarns haben sich getrennt." Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hatte sich vergangene Woche ähnlich geäußert. Die Spendenbereitschaft für die Ukraine lässt in Deutschland allmählich nach. Das hat eine Umfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland bei deutschen und ukrainischen Hilfsorganisationen ergeben. Vom Deutschen Roten Kreuz hieß es, mit voranschreitender Zeit in Krisen- und Katastrophensituationen sei das "leider üblich". Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak bittet seine Amtskollegin Christine Lambrecht (SPD) um ein besseres Angebot für einen Ringtausch von Panzern. In einem Brief, den das Portal Wpolityce veröffentlichte, schrieb Blaszcak, er hoffe auf ein "seriöses Angebot", das "wesentlich zur Stärkung der polnischen und regionalen Verteidigungskapazitäten beitragen" werde.Polen habe der Ukraine Rüstung für knapp 1,7 Milliarden Euro überlassen, schrieb der Minister. Dazu zählten Panzer, Schützenpanzer und andere schwere Waffen, teils postsowjetischer Bauart, teils hochmoderne. "Diese Lieferungen haben Lücken in unseren Verteidigungskapazitäten geschaffen." Mit dem bisherigen Berliner Angebot von 20 Panzern Leopard 2 mit stückweiser Lieferung ab 2023 hatte sich Polen nicht zufrieden gezeigt. Als der Unmut in Warschau öffentlich wurde, erläuterte Lambrecht in einem Brief an Blaszczak noch einmal, wie gering die deutschen Bestände seien. Sie schlug vor, beide Länder sollten gemeinsam neue Leopard 2 bestellen. Mit Pontonbrücken und einem Fährensystem versuchen russische Kräfte nahe der südukrainischen Stadt Cherson nach britischen Angaben, ihren Nachschub sicherzustellen. Damit solle ausgeglichen werden, dass nahe gelegene und strategisch wichtige Brücken seit ukrainischen Raketenangriffen unpassierbar seien, teilte das Verteidigungsministerium in London unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mit. Nach britischer Einschätzung stehen die von Russland eingesetzten Behörden in den besetzten Gebieten in der Südukraine unter zunehmendem Druck, die Kontrolle über die Region zu festigen. Das ukrainische Militär hatte zuvor mitgeteilt, mit der Zerstörung einer Eisenbahnbrücke über den Fluss Dnipro seien die Besatzungstruppen von der Versorgung auf dem Schienenweg abgeschnitten. Der russische Energieriese Gazprom hat dem baltischen EU-Land Lettland den Gashahn zugedreht. Das Unternehmen habe die Lieferungen eingestellt, weil gegen die Bedingungen der Entnahme von Gas verstoßen worden sei, teilte der Energiekonzern mit. Details zu den Verstößen nannte der Staatskonzern nicht. Russland hatte zuletzt die Gaslieferungen in mehrere EU-Länder eingestellt, darunter Polen und Bulgarien, weil diese sich geweigert hatten, in Rubel zu bezahlen. Auch Lieferungen nach Deutschland über die Pipeline Nord Stream 1 hatte Russland zuletzt stark gedrosselt. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Bundesregierung angesichts weiter steigender Gaspreise aufgefordert, ein neues Entlastungspaket für die Bürger zu schnüren. "Die soziale Arithmetik hat die Ampel-Regierung derzeit kaum im Blick. Grund ist vor allem die Blockade der FDP", sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur. Er reagierte damit unter anderem auf die Gas-Umlage, mit der nach Schätzungen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) jährlich weitere Kosten von mehreren Hundert Euro pro Haushalt auf die Verbraucher zukommen. Nach dem folgenschweren Angriff auf ein Gefängnis im Osten der Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland vorgeworfen, damit vorsätzlich ein Kriegsverbrechen begangen zu haben. "Ich habe heute die Informationen über den Angriff der Besatzer auf Oleniwka in der Region Donezk erhalten", sagte Selenskyj in seiner täglichen Ansprache. "Das ist ein vorsätzliches russisches Kriegsverbrechen, ein vorsätzlicher Massenmord an ukrainischen Kriegsgefangenen."  Der ukrainische Präsident nannte die Zahl von "mehr als 50 Toten". Die Haftanstalt in Oleniwka, in der ukrainische Kriegsgefangene festgehalten wurden, war am Freitag bombardiert worden. Danach beschuldigten sich Russland und die Ukraine gegenseitig, für den Angriff verantwortlich zu sein. Guten Morgen, in unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR
mdr.de
Der ukrainische Präsident Selenskyj wirft Russland die gezielte Tötung von mehr als 50 Kriegsgefangen im Gefängnis Oleniwka vor. Es handele sich um einen "vorsätzlichen Massenmord".
[ "Nachrichten", "Ukraine", "Russland", "Selenskyj", "Oleniwka", "Kriegsverbrechen" ]
Welt
2022-07-30T22:50:00+02:00
2022-10-04T14:54:25+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/welt/osteuropa/politik/liveblog-russland-ukraine-krieg-selenskyj-oleniwka-100.html
Silicon Saxony: Stadt und Land investieren in Berufsschule für Elektrotechnik
Die Stadt und die sächsische Landesregierung wollen in Dresden ein neues Berufliches Schulzentrum für Elektrotechnik bauen. Dafür wurde am Montag in der Landeshauptstadt eine Absichtserklärung unterschrieben, wie die Sächsische Staatskanzlei mitteilte. Demnach soll nach vorläufigen Planungen insgesamt 127,5 Millionen Euro in den Neubau investiert werden, der ab 2028/2029 nutzbar sein soll. Mit dem Neubau wolle man auf den wachsenden Fachkräftebedarf durch die Chipproduktion in Sachsen reagieren, hieß es. "Dresden ist der führende Mikroelektronikstandort in Europa und das Silicon Saxony wächst weiter", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung. Von der Steigerung der Ausbildungskapazitäten würden die großen Halbleiterproduzenten und die mittelständischen Unternehmen profitieren. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) verwies auf die bestehenden innovativen Schulkonzepte und Angebote der Stadt. Nun komme eines für künftige Generationen an Auszubildenden in den Bereichen Mikrotechnologie, Mechatronik, Fachinformatik, Elektronik, Elektroanlagenmontage und IT-Systemelektronik dazu, so der Oberbürgermeister. Als Silicon Saxony wird die Mikroelektronik- und Halbleiterindustrie rund um Dresden in Anlehnung an das Silicon Valley in Kalifornien genannt. Vor einer Woche hatte das taiwanesische Unternehmen TSMC mit dem Bau einer neuen Fabrik begonnen. Damit kommt auch der weltweit größte Auftragsproduzent von Silizium-Mikroelektronik nach Europa und in den Dresdner Norden. Auch große Firmen der Branche wie Infineon oder Bosch erweitern derzeit ihre Kapazitäten. MDR (ben)/dpa
mdr.de
Die Mikroelektronik- und Halbleiterbranche im Norden von Dresden wächst. Mehrere Firmen bauen ihre Werke in "Silicon Saxony", darunter der weltgrößte Chiphersteller. Dafür soll eine neue Berufsschule entstehen.
[ "Nachrichten", "Silicon Saxony", "Berufsschule", "Sachsen", "Dresden", "Industrie" ]
Sachsen
2024-08-27T05:00:00+02:00
2024-08-27T12:11:17+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/berufschule-elektronik-halbleiter-silicon-saxony-100.html
Straßen-Bahn-Chef
Er ist der Chef von der Straßen-Bahn-Firma.
mdr.de
[]
Wörter-Buch
2018-07-13T10:54:52+02:00
2018-07-13T10:54:52+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-strassen-bahn-chef-100.html
Neue Labor-Drohne: Blutproben-Express zwischen Dippoldiswalde und Dresden
Zwischen Dresden und Dippoldiswalde sollen künftig unbemannte Drohnen mit medizinischer Fracht fliegen. Das Dresdner Unternehmen "German Copters" hat am Donnerstag erfolgreich den Premierenflug absolviert. Die Drohne ist mit zwei Landeschienen und zehn kleinen Propellern ausgestattet, die gleichmäßig über die Flügel verteilt sind. Im "Bauch" der Drohne ist Platz für bis zu fünfzig Blutproben von Patientinnen und Patienten aus Arztpraxen der Region. Mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde und in etwa 100 Metern Höhe fliegt die Drohne zum Medizinischen Labor Ostsachsen in Dresden. Die Strecke dauert rund 15 Minuten. Mit dem Auto wäre es fast eine Stunde, erklärt der medizinische Berater des Projektes Thomas Kirchner. "Es revolutioniert die Probenlogistik. Wir brauchen die schnell. Das ist der entscheidende Vorteil." Die Strecke fliegt die Drohne vollautomatisch. Ein Kontrollzentrum in Kroatien überwacht den Angaben nach den Flug über Sensoren und Kameras, die an der Drohne angebracht sind. Im Notfall könne das Fluggerät sogar selbstständig landen. Die Drohne soll künftig mehrmals täglich in Dippoldiswalde starten und Blutproben nach Dresden transportieren. Am kommenden Montag soll es nach Unternehmensangaben losgehen. Und weil die Drohne vom Luftfahrt-Bundesamt offiziell als Flugzeug eingestuft ist, könnte das der häufigste Linienflug Sachsens werden – und der schnellste. Langfristig sollen auch Strecken nach Bautzen, Görlitz, Oschatz oder Riesa folgen. Das Transportgut muss dabei nicht bei Blutproben enden – auch Impfstoffe oder kleine Bauteile könnten bald mit der Drohne unterwegs sein. MDR (kbe/flg)
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Zwischen Dresden und Dippoldiswalde sollen künftig unbemannte Drohnen mit medizinischer Fracht fliegen. Das Dresdner Unternehmen "German Copters" hat am Donnerstag den Premierenflug absolviert.
[ "Nachrichten", "Luftfahrt", "Drohne", "Wirtschaft", "Infrastruktur", "Medizin", "Logistik" ]
Sachsen
2025-05-08T19:32:00+02:00
2025-05-09T09:10:47+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/dresden/dippoldiswalde-sebnitz/drohne-blutprobe-transport-dresden-labor-100.html
Sächsisches Wort des Jahres gesucht!
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Bürgerbeteiligung als Feigenblatt? – Streit um Steinbrüche in der Börde
Bodo Zeymer sitzt für die Grünen im Kreistag des Bördekreises und kämpft seit Jahren gegen neue Steinbrüche in der Region. "Minister Schulze, der sich im Harz um jede Tannennadel kümmert, hat hier an einen Steinbruchbetreiber 60 Hektar Wald verkauft. Und wenn man dort spazieren geht, sieht man, dass der neue Besitzer nicht Pilze sucht, sondern Bäume fällt", sagt Zeymer. Bereits jetzt würden im Landkreis 60 Prozent des Hartsteinaufkommens in Sachsen-Anhalt gefördert. Als Schotter ist Hartstein wichtig für die Bauindustrie. Minister Schulze, der sich im Harz um jede Tannennadel kümmert, hat hier an einen Steinbruchbetreiber 60 Hektar Wald verkauft. Und wenn man dort spazieren geht, dann sieht man, dass der neue Besitzer nicht Pilze sucht, sondern Bäume fällt. Seit vier Jahren macht sich der Umweltverein Flechtinger Höhenzug/Drömling gegen die Abbaupläne stark. Sabine Wieter aus Kathendorf gehört zum Vereinsvorstand und organisiert die Proteste vor Ort. Die Anwohner treffen sich zu regelmäßigen Spaziergängen, die vom Verein organisiert werden, ebenso wie Podiumsgespräche mit Politikern – ob aus Kreis- oder Bundestag. Es gehe um die Zukunft der Region, sagt Sabine Wieter. "Wir kämpfen seit Jahrzehnten, dass junge Leute hier bleiben oder wieder zurückkommen. Wir haben hier nicht mehr viel, außer eben diese schöne intakte Natur, den Flechtinger Höhenzug und den Drömling." Dass der Steinbruch neue attraktive Arbeitsplätze schafft, daran glaubt hier vor Ort eigentlich niemand. Wo Industriegebiete entstehen sollen, wo der Naturschutz Vorrang hat oder wo Rohstoffe abgebaut werden sollen, das regelt ein Landesentwicklungsplan. Dort erscheinen die 60 Hektar verkaufter Landeswald inzwischen als ein Gebiet für Rohstoffgewinnung. Für Bodo Zeymer basiert das auf falschen Voraussetzungen: "In dem Planentwurf, der uns vorgelegt wurde, steht, dass in der Börde der Hartgesteinsabbau ausläuft. Das aber ist falsch." Er habe sich bei den umliegenden Steinbrüchen erkundigt, es gebe noch für die nächsten Jahrzehnte Abbaugenehmigungen. Das hätten die betroffenen Gemeinden bei ihren Einsprüchen auch deutlich gemacht. In dem Planentwurf, der uns vorgelegt wurde, steht, dass in der Börde der Hartgesteinsabbau ausläuft. Das aber ist falsch. Zuständig für diesen Landesentwicklungsplan ist das Infrastrukturministerium Sachsen-Anhalt unter der Leitung von Lydia Hüskens. Die FDP-Politikerin stellte den aktuellen Entwurf vor mehr als einem Jahr vor – verbunden mit der Hoffnung auf eine große Bürgerbeteiligung. Doch die Praxis sehe anders aus, so Bodo Zeymer: "Es sieht so aus, als ob wir ignoriert würden. Wir haben klar geschrieben, dass die Abbaugenehmigung für dieses Gebiet rechtswidrig ist." Und weil es über einen längeren Zeitraum keine Reaktion gab, sprach dann Bodo Zeymer persönlich im Ministerium vor: "Ich habe mit dem zuständigen Referatsleiter gesprochen. Der sagte, ja er prüft." Vor Ort befürchtet man jedoch, dass inzwischen vollendete Tatsachen geschaffen werden. Es gab schon Probebohrungen im Wald. Das Ministerium weist den Vorwurf einer Verschleppung zurück. Auf Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT heißt es: "Neben der schlichtweg sehr hohen Anzahl von Hinweisen (unterschiedlicher Qualität)…, bedarf insbesondere die fachliche Prüfung und ressortübergreifende Abstimmung der teils sehr hilfreichen und inhaltsschweren Hinweise (für eine rechtssichere Abwägung!) großer Sorgfalt." Neben der schlichtweg sehr hohen Anzahl von Hinweisen (unterschiedlicher Qualität)…, bedarf insbesondere die fachliche Prüfung und ressortübergreifende Abstimmung der teils sehr hilfreichen und inhaltsschweren Hinweise (für eine rechtssichere Abwägung!) großer Sorgfalt. Insgesamt seien rund 5.500 Einzelhinweise eingegangen, die nun bearbeitet werden müssen. Dennoch verfolge man ein ehrgeiziges Ziel: nämlich bis zum nächsten Jahr einen neuen Landesentwicklungsplan verabschieden zu können. Ein zweiter Entwurf soll noch vor der Sommerpause vorliegen. Nur wenige Kilometer von dem umstrittenen Waldstück entfernt befindet sich der Steinbruch Flechtingen – nach Angaben von Bodo Zeymer der größte seiner Art in Europa. Es gibt sogar einen Aussichtspunkt, von dem man in das große Loch schauen kann. Man fühlt sich an Bilder aus dem Grand Canyon in den USA erinnert. Die Stadt Flechtingen und der Steinbruchbetreiber hätten hier eine gute Form der Koexistenz gefunden, so Heymer. Davon sei man bei dem geplanten neuen Steinbruch bei Eickendorf und Kathendorf derzeit weit entfernt. Der westliche Teil des Landkreises Börde gehört wirtschaftlich zum Hinterland von Volkswagen. Viele Gehöfte sind saniert, nicht selten Fachwerkhäuser, denen man ansieht, wieviel Mühe der Erhalt kostet. Das sei Lebensqualität, die nun von den Abbauplänen bedroht werde, so Sabine Wieter vom Umweltverein Flechtinger Höhenzug/Drömling: "Die Häuser sind teilweise sehr alt und die Straßen sind für solchen Lkw-Verkehr gar nicht ausgelegt. Bei mir zu Hause klirren jetzt schon die Gläser, wenn die Lkws durchdonnern." Statt in einen neuen Steinbruch zu investieren, wäre es wichtiger, Radwege zu bauen, findet Wieter. Der Drömling mit seiner Moorlandschaft ist inzwischen ein Biossphärenreservat. Sanfter Tourismus erscheint vielen in der Region als Alternative zum Hartsteinabbau. Allerdings ist man vor Ort geübt. Bereits vor 20 Jahren scheiterte ein Investor schon einmal bei dem Versuch, hier einen Steinbruch zu eröffnen. Der Widerstand war härter als das Hartgestein. MDR (Uli Wittstock, Johanna Daher), zuerst veröffentlicht am 08.03.2025
mdr.de
Seit Jahren kämpfen die Anwohner im Drömling gegen einen Steinbruch im Naturschutzgebiet. Von einer versprochenen Bürgerbeteiligung spürt man vor Ort aber nichts.
[ "Steinbruch", "Steinbrüche", "Hartstein", "Abbau", "Bohrungen", "Flechtingen", "Eickendorf", "Kathendorf", "Landesentwicklungsplan", "Kommentar", "Uli Wittstock", "Sachsen-Anhalt" ]
Sachsen-Anhalt
2025-03-10T09:40:24+01:00
2025-03-10T09:40:24+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/boerde/steinbruch-droemling-widerstand-buergerbeteiligung-102.html
So kann Greenwashing bei Unternehmen besser gemessen werden
Dafür entwickelten die beiden Studienautoren Sebastian Utz und Gregor Dorfleitner vom Zentrum für Klimaresilienz der Uni Augsburg einen Indikator, der als Differenz zwischen behaupteter und tatsächlicher grüner Leistung eines Unternehmens berechnet wird. Dafür werden verschiedene Informationen zu grünen Aktivitäten eines Unternehmens herangezogen: einerseits schwer eindeutig messbare ("weiche") Daten aus dem Bereich Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführung (engl.: Environmental, Social and Governance, ESG), textliche Selbstdarstellung sowie weitere Aktivitäten für scheinbares grünes Handeln. Dazu gehört zum Beispiel der Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens oder auch das Engagement in freiwilligen Initiativen. Dem gegenübergestellt werden andererseits messbare ("harte") ESG-Daten, die tatsächliches grünes Handeln messen, so etwa die Höhe der CO2-Emissionen. Das Ergebnis wird zu einem Wert zwischen 0 und 1 aggregiert: Je höher der Wert, desto wahrscheinlicher findet Greenwashing in diesem Unternehmen statt – unabhängig davon, ob mit Absicht oder unabsichtlich. "Unser Indikator soll es ermöglichen, Greenwashing systematisch und auf breiter Basis zu identifizieren", erklärt Utz. Denn für die Berechnung werden Daten herangezogen, die für viele Unternehmen systematisch erhoben werden können – oder, falls nicht verfügbar, mit einem Faktor für das Fehlverhalten des Unternehmens geschätzt werden können. "Bisher bleiben viele Fälle von Greenwashing wohl unentdeckt. Denn es ist sehr zeitaufwendig, die Vorwürfe auf Unternehmensebene zu untersuchen", so Utz. Der Greenwashing-Indikator würde das grüne Handeln von Unternehmen miteinander vergleichbar machen. "Deshalb ist er interessant für Investoren, Regulierungsbehörden und Verbraucher", sagt der Forscher. So können beispielsweise Risiken, die aus Greenwashing-Aktivitäten resultieren, früher erkannt und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden."Darüber hinaus trägt der Indikator zu einem besseren Umweltschutz bei", erläutert Gregor Dorfleitner. Zudem könnte er helfen, herauszufinden, was in der Vergangenheit Treiber von Greenwashing waren, und so künftiges Greenwashing vorherzusagen, aber auch Verbesserungen im Laufe der Zeit zu erfassen. Die Studie "Green, green, it’s green they say: a conceptual framework for measuring greenwashing on firm level" ist im Fachjournal "Review of Managerial Science" erschienen. cdi
mdr.de
Wenn sich Unternehmen umweltfreundlicher darstellen, als sie eigentlich sind, schadet das der Gesellschaft. Bisher lässt sich dieses Greenwashing schwer beziffern. Augsburger Forscher haben nun eine Möglichkeit gefunden.
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2024-03-27T04:59:00+01:00
2024-03-27T04:59:00+01:00
https://www.mdr.de//wissen/umwelt-klima/So-kann-Greenwashing-bei-Unternehmen-besser-gemessen-werden-100.html
Aktion Zündspule – als die Stasi Autos "klaute"
Im Sommer 1989 erreicht die Zahl der Menschen, die über die bundesdeutschen Botschaften in Prag, Warschau, Budapest, aber auch Ost-Berlin in den Westen fliehen wollen, ihren Höchstwert. Am 22. August muss etwa die Botschaft in Prag wegen Überfüllung für den Publikumsverkehr geschlossen werden. Schließlich wird die Ausreise der Menschen mit dem berühmten Satz final: "Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise ..." – der Rest geht im Jubel unter. Mehr als 4.000 DDR-Flüchtlinge liegen sich im Hof der Prager Botschaft vor Freude in den Armen. Für die Flucht in den Westen müssen sie einiges zurücklassen, darunter auch ihre Autos. Diese bleiben geparkt am Straßenrand oder auf Wiesen und Feldern zurück. Die Fahrzeuge stehenzulassen, war eine bedeutende Sache "Diese Fahrzeuge bei der Flucht einfach stehenzulassen, war eine sehr bedeutende Sache für die Flüchtenden. Das war ein Heiligtum", betont Rolf Mahlke. Immerhin hatte man zuvor meist lange auf das eigene Auto gewartet. Der studierte Zahnarzt Mahlke reist 1989 ebenfalls über die Prager Botschaft in den Westen aus: "Wir sind mit unserem roten Wartburg 353, den ich abgöttisch geliebt habe, nach Prag gefahren und meinten, ihn nie wiederzusehen." Das sollte sich als Irrtum entpuppen. Mahlke erzählt, wie seine Eltern im März 1990 einen unerwarteten Anruf bekommen: Sie sollen nun den alten Wartburg abholen. Mittlerweile befindet sich das Fahrzeug in der Nähe von Berlin. Rolf Mahlke ahnt, dass sein roter Wartburg Teil einer größeren Geschichte ist und beginnt, im Stasi-Unterlagen-Archiv zu recherchieren. Für die überraschende Rückführung des Wagens aus Prag in die DDR ist das Ministerium für Staatssicherheit verantwortlich. Dass die DDR das Eigentum der geflüchteten Bürger als ihres versteht, legt bereits ein Gesetz aus dem Jahr 1954 fest. Das Vermögen derjenigen, die die DDR "ohne erforderliche Genehmigung" verlassen, soll durch staatliche Treuhänder verwaltet werden. Somit schafft das Regime eine rechtliche Grundlage für die Rückführung der Gegenstände, die "Republikflüchtlingen" gehörten. Wann genau das Ministerium für Staatssicherheit damit beginnt, die Pkw der geflüchteten Bürger wieder in die DDR in großer Stückzahl "rückzuführen", ist nicht ganz klar. Rolf Mahlke erklärt: "Ich konnte bei meinen Recherchen im Bundesarchiv herausfinden, dass die Staatssicherheit schon seit 1988 offiziell gemeldet hatte, dass es ein großes Problem mit den Kapazitäten in einer der Lagerstätten gibt." Möglicherweise hatte das MfS also zu diesem Zeitpunkt schon hunderte Pkw dort gesammelt. Ab dem Sommer 1989 beginnt dann der Transport von Autos aus der Tschechoslowakei und Ungarn im großen Stil. Der Name der Aktion: "Zündspule". Nun bringt das Ministerium für Staatssicherheit die Pkw von DDR-Flüchtlingen wieder zurück in die DDR. Dazu kommen die an der polnischen Grenze abgestellten Autos, die das MfS ebenfalls wieder einsammelt. Schätzungsweise kommt man so insgesamt auf etwa 2.500 Pkw. Mitunter führt das zu Konflikten:  Von Ungarn fordert die DDR die Herausgabe von 300 Autos, die Geflüchtete dort zurückgelassen haben, nach ungarischem Recht gehören die Fahrzeuge aber noch ihren ursprünglichen Besitzern – und nicht der DDR. Gesammelt werden die Autos unter anderem auf dem Truppenübungsplatz am Kohlberg bei Pirna. Eigentlich gehört das Gelände der NVA, aber im Herbst 1989 nimmt das MfS das Gelände in Beschlag und nutzt es als eine Art Parkplatz. 1.500 Pkw stehen dort nach Einschätzung von Regionalhistoriker Rainer Rippich zeitweise. Drei Wochen lang ist das MfS auf dem Gelände tätig. Die Wägen werden gewartet, betankt und anschließend weitergeleitet. Bis zu 250 Stasi-Mitarbeiter waren daran beteiligt. "Die Autos, die transportfähig waren, hat man nach Berlin weitergeleitet", sagt Rippich. Berlin, oder etwas genauer: Freienbrink. In Freienbrink befindet zu diesem Zeitpunkt eine "Zentrale Versorgungsbase für das MfS". Ein 200 Hektar großes Sperrgebiet im Osten Berlins. Für das MfS hat Freienbrink mehrere Funktionen: Logistikzentrum, Ausbildungsstätte, Stasi-Kinderferienlager. Postsendungen aus dem Westen werden hier heimlich geplündert. Und auch die beschlagnahmten Pkw werden in Freienbrink unterbracht. Es ist im Grunde eine Großasservatenkammer für Autos. Hier steht auch der rote Wartburg von Rolf Mahlke. Nach dem Anruf 1990 holt die Familie den alten Wartburg ab und muss ihn aus finanziellen Gründen anschließend verkaufen. Aber die Aktion "Zündspule" lässt Mahlke nicht los. Bei seiner Recherche in den Stasi-Unterlagen stößt er auf ein Foto, auf dem er seinen Wartburg in Freienbrink erkennt. "Es ist schon unfassbar, dass ich so viele Jahre später genau unser Auto dort sehen konnte", anhand einiger unverwechselbarer Details habe er den Pkw ohne Zweifel identifiziert.   Unfassbar, dass ich so viele Jahre später genau unser Auto dort sehen konnte Bei seinen Recherchen stößt Rolf Mahlke auf einige skurrile Geschichten, die sich ähnlich wie seine eigene zwischen Prag und der DDR abgespielt haben. Beispielsweise der Bericht eines Berufstänzers aus der Tschechoslowakei, der in Prag seine Mutter besuchte und sein Auto, einen Skoda, am Straßenrand abstellte. "Zwei Stunden später war das Auto weg und wurde bereits in die DDR rückgeführt", erzählt Mahlke. Den Pkw hatte der Tänzer in der DDR zugelassen. Weil das MfS nicht zwischen "normalen" DDR-Autos in Prag und den Autos der Geflohenen unterscheiden kann, trifft die Rückführung mitunter Menschen, die mit ihrem Auto eigentlich noch selbst weiterfahren wollten. Mit der Rückführung in die DDR verfolgt das MfS zwei Ziele: Zum einen soll dem Pkw-Mangel im eigenen Land mit den Gebrauchtwagen etwas entgegengesetzt werden. Zum anderen möchte das MfS mit dem Verkauf der Autos Geld verdienen. Wie viel Geld mit den rückgeführten Autos verdient wurde, lässt sich schwer nachvollziehen. Menschen, die ihren Pkw vor dem Ende der DDR aus Freienbrink zurückforderten, bekommen diesen auch – allerdings stellt die Stasi ihnen die durch die Rückführung entstandenen Kosten in Rechnung, so zumindest geht es aus den Recherchen von Rolf Mahlke hervor: "In einem Fall sollten für den Rückkauf von einem Skoda, der aus Budapest kam 5.000 Mark gezahlt werden". Zwei bis drei solcher Zahlungsaufforderungen habe er gefunden – ob die entsprechenden Summen dann auch tatsächlich gezahlt wurden, könne er nicht sagen, betont Mahlke. Mit dem Ende der DDR gibt es 1990 für viele ehemalige Besitzer der Fahrzeuge in Freienbrink allerdings ein gutes Ende und eine Zusammenführung mit ihrem Pkw. Wie auch Rolf Mahlkes Eltern können sie die Fahrzeuge dann einfach in der ehemaligen Stasi-"Aservatenkammer" abholen. Dass er die Geschichte seines alten roten Wartburgs und vieler anderer Pkw derart konkret nachvollziehen konnte, ist für Mahlke ein "Glück der Geschichte". Obwohl die "Aktion Zündspule" ein Beispiel dafür ist, wie das MfS beschlagnahmte Gegenstände als Asservate sicherstellte und dabei das Ziel verfolgte, sie gewinnbringend zu verkaufen, erschienen die entsprechenden Beweise den Mitarbeitern der Stasi offenbar nicht drastisch genug, um sie zu vernichten. Rolf Mahlke sagt: "Es war einfach so unwichtig, dass niemand die entsprechenden Akten geschreddert hat." Es war einfach so unwichtig, dass niemand die entsprechenden Akten geschreddert hat Rolf Mahlke hat die Ergebnisse seiner Recherchen selbst publiziert - und zwar im Magazin "79oktan", Ausgabe 1/2024.
mdr.de
Bei der Flucht aus der DDR lassen tausende Menschen ihre Autos zurück. Die Stasi beginnt ab 1988/89, die Pkw sicherzustellen und in die DDR zurückzubringen. Auch, um sie dort zu verkaufen.
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DDR
2025-02-04T05:00:00+01:00
2025-02-04T05:00:00+01:00
https://www.mdr.de//geschichte/ddr/politik-gesellschaft/stasi/pkw-rueckfuehrung-zuendspule-flucht-autos-prag-botschaft-100.html
#MeToo in der DDR: Aufbruch zum Tabubruch
152 Umfragebögen, anonym ausgefüllt von Frauen aus der ganzen DDR. "Laut Auskunft der Kriminalpolizei sind sexuelle Delikte sehr selten im Vergleich zu anderen Straftaten. Wir möchten uns einen Überblick darüber verschaffen und bitten um Eure Unterstützung", heißt es über dem einseitigen Fragebogen. Eine 27-jährige Frau antwortet auf die Frage, wurdest du vergewaltigt? "Nein". Gab es eine versuchte Vergewaltigung? "Ja, von zwei Männern, unbekannt". Die Frau begegnete außerdem "drei bis vier Mal" Exhibitionisten. Auch erlebte sie andere Formen sexueller Belästigung: "Permanente Einladungen mit Beschimpfungen bei Ablehnung, tätliches Betatschen." Insgesamt gaben 22 Prozent der Befragten an, vergewaltigt worden zu sein, 72 Prozent schildern andere Formen sexueller Belästigung. Am häufigsten werden dabei genannt: "Anfassen, Betatschen, obszöne Bemerkungen, an den Hintern fassen". Die Umfrage ist nicht repräsentativ für die gesamte DDR – sie zeigt jedoch: Sexuelle Übergriffe auf Frauen gab es sehr wohl in der DDR. Obwohl es dem Idealbild der friedlichen, sozialistischen Gesellschaft widersprach. Für Vater Staat und Mutter Partei war die Frau emanzipiert – befreit durch die Arbeit und dem Mann gleichgestellt in jeglicher Hinsicht. So stand es seit 1949 in der Verfassung und ab den 70er-Jahren galt die Gleichstellung als erreicht. Die DDR tat viel, um die Frau in der Öffentlichkeit respektvoll darzustellen: Frauen diskriminierende und sexistische Inhalte wurden zensiert oder nur sehr eingeschränkt gezeigt. Frauen wurden weder als Sexobjekt noch als kapitalistische Ware inszeniert. Sexismus und sexuelle Gewalt gegen Frauen waren Tabuthemen. Weder in der Wissenschaft noch in der medialen Öffentlichkeit spielten sie eine Rolle. Generell galt: Was es nicht geben durfte, das gab es auch nicht. Doch nicht alle Frauen hielten sich an das Tabu. In den 80er-Jahren entstanden die ersten nichtstaatlichen, inoffiziellen Frauengruppen, meist unter dem Schutz der Kirche. Mutige Frauen brachen zum ersten Mal ihr Schweigen und versuchten sogar, das Ausmaß sexueller Gewalt mit einer Umfrage zu erkunden. Hinter der Umfrage steckten Christiane Dietrich und Petra Streit. Sie gründeten 1987 in Weimar eine Frauengruppe und trafen sich in einem Raum unter dem Dach der Herderkirche. Die Gruppe nannten sie "Frauenteestube" – obwohl sie eigentlich kaum Tee tranken, sondern "mehr Kaffee, Wein und Bier", erinnert sich Petra Streit 30 Jahre später. Der Name sollte "einladend und gemütlich" klingen und Frauen aus Weimar ermutigen, vorbeizuschauen. Hier oben schafften Christiane Dietrich und Petra Streit einen Raum, wo sie auch über sexuelle Gewalt und Sexismus gesprochen haben: "Wir haben eine Halböffentlichkeit gesucht, in der wir uns über solche Themen austauschen konnten", sagt Petra Streit. Der Frauenkreis um Petra Streit und Christiane Dietrich, aus dem sich die Frauenteestube gründete, entstand schon 1983 aus der Gruppe "Frauen für den Frieden". Wie ein Mann auf einem Mähdrescher sitzen zu dürfen, war für uns noch nicht die Gleichberechtigung. Wir haben gemerkt, dass es an vielen Ecken und Enden nicht stimmte. Denn auch in den Friedensbewegungen fühlten sich die Frauen nicht gleichberechtigt: "Wir waren zwar alle für den Frieden, aber das große Wort hatten die Männer und die Arbeit haben die Frauen gemacht. Danach haben wir gesagt, so wir machen jetzt unsere eigene Gruppe."Doch dabei blieb es nicht. Petra Streit und Christiane Dietrich zogen los und hielten in der ganzen DDR Vorträge über Vergewaltigung im Kontext von sexistischem Verhalten gegen Frauen und verteilten im Anschluss ihre Umfragebögen. Denn die offizielle Kriminalstatistik der DDR lieferte nur ein geschöntes Bild über sexuelle Gewalt. Kein ungefährliches Vorhaben. Die Frauengruppe wurde vom Geheimdienst überwacht. An den Treffen nahmen Frauen teil, die der Stasi Berichte lieferten. Es war ja jede Kritik gegen den Staat unerwünscht und das, was wir zum Thema gemacht haben – Gewalt gegen Frauen – war alleine schon ein Affront gegen die DDR und die verordnete Gleichberechtigung. Die 152 beantworteten Fragebögen bilden heute wichtige Zeitdokumente. "Die Umfrage ist sehr wertvoll, weil Frauen in der DDR erstmals mit diesen Fragebögen Zahlenmaterial zum Thema sexuelle Gewalt und Übergriffe erstellt haben - um überhaupt erstmal eine Grundlage zu haben und auch die Dimension zu erfassen", sagt Historikerin Jessica Bock. Sie forscht zu Frauenbewegungen in Ostdeutschland und ist bei ihrer Recherche auf die Dokumente gestoßen. Inzwischen befinden sich diese bei der Robert-Havemann-Gesellschaft in Berlin, im Archiv der DDR-Opposition. Diese Umfrage ist ein Pfund im Archiv, etwas Besonderes, zwar nicht repräsentativ, aber ein gutes Puzzleteil zur Aufarbeitung von sexueller Gewalt gegen Frauen. Denn obwohl in der DDR von oben scheinbar alles dafür getan wurde, dass die Frauen gegenüber Männern gleichberechtigt waren, gab es weiterhin männliches Dominanzverhalten, das sich auch in Sexismus und sexueller Gewalt offenbarte. "Der DDR-Staat war an sich ein patriarchaler Staat. Das zeigt sich schon alleine, dass sich in den Machtzentren der DDR hauptsächlich Männer aufgehalten haben", sagt Historikerin Jessica Bock. Frauen waren häufiger als Männern in geringer bezahlten Berufen beschäftigt. Familie und Haushalt blieben Frauensache. Politische Maßnahmen, wie der Haushaltstag oder die 35-Stunden-Woche, die die Frau entlasten sollten, zementierten die Ungleichheiten eher. "Die Frauenpolitik in der DDR war einseitig ausgelegt, nämlich nur auf die Frauen! Die Männer haben in dieser Gleichstellungspolitik keine Rolle gespielt", sagt Historikerin Jessica Bock. Die Frauen mussten sich also dem Ideal 'Mann' angleichen, als Schweißerin oder Schlosserin arbeiten, Vollzeit arbeiten. Anders als im Westen waren Frauen im Osten weniger für die Themen Sexismus und sexuelle Gewalt sensibilisiert. "Selbst unter Freundinnen war das Thema sexuelle Gewalt häufig ein Tabu", sagt Gabriele Eßbach aus Leipzig. Sie arbeitete ab 1982 als Krankenschwester auf der Frauenstation für innere Medizin in Leipzig. Dort begegnete sie regelmäßig Frauen, die sexuelle Übergriffe erlebt hatten. Nur die wenigsten gingen zur Polizei, um eine Anzeige zu erstatten. "Und die, die das gemacht haben, haben es im Nachhinein bereut", sagt Eßbach. Die Befragung – eine reine Tortur. Danach wurde die Anzeige meist eingestellt. Betroffene konnten sich weder an einen Frauennotruf oder an ein Frauenhaus wenden. "Frauen lagen bei uns auf Station, oft nach einem Suizidversuch, weil sie keinen Ausweg mehr aus dieser Gewaltsituation wussten", sagt Eßbach. Noch zu DDR-Zeiten engagierte sich Gabriele Eßbach in der Leipziger Frauenbewegung. Der Gedanke, dass Frauen auch hier ein Frauenhaus gut gebrauchen könnte, kam schon früh. "Doch es war uns allen klar, dass wir diese Idee niemals umsetzen könnten." Gleich nach der Wende setzte sie die lang gereifte Idee in die Tat um. Am 1. November 1990 eröffnete sie Leipzigs erstes Frauenhaus – die 24 Plätze waren sofort belegt. Selbst nach der Wende habe sich der Mythos der gleichgestellten, emanzipierten Frau in der DDR gehalten, die weder von Sexismus noch von sexueller Gewalt betroffen gewesen sei, so Gabriele Eßbach. Diese Themen in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, genau darum ging es Christiane Dietrich, Petra Streit und der Weimarer Frauenteestube. Eine Debatte anzustoßen, wie wir sie auch heute wieder – Jahrzehnte später – führen. Doch auch heute gehört für die Frauen immer noch viel Mut dazu. Dieser Artikel erschien erstmals im Dezember 2017.
mdr.de
#MeToo in der DDR. Mutige Frauen sprachen in den 1980ern das Thema Sexismus und sexuelle Gewalt an und brachen damit ein Tabu. Denn im real existierenden Sozialismus galt die Gleichberechtigung der Frau als vollzogen.
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DDR
2023-08-22T12:30:01+02:00
2024-04-28T04:31:20+02:00
https://www.mdr.de//geschichte/ddr/alltag/familie/sexismus-sexuelle-gewalt-metoo-frauenbewegung-100.html
Chemnitzer FC und FSV Zwickau siegen - Carl Zeiss Jena patzt
Der Chemnitzer FC hat das fünfte Testspiel der aktuellen Sommervorbereitung für sich entschieden. Die Mannschaft von Christian Tiffert kam am Mittwoch (10. Juli 2024) beim VfB Auerbach in der Arena zur Vogtlandweide zu einem souveränen 3:0 (1:0). Die Tore erzielten Manuel Reutter, Tobias Müller und Jannick Wolter. Der FC Carl Zeiss Jena hat sein viertes Testspiel der Vorbereitung hingegen im Hans-Walter-Wild- Stadion bei der SpVgg Bayreuth mit 0:2 (0:2) verloren. Den dritten mitteldeutschen Test des Tages absolvierte der FSV Zwickau, der sich gegen den VfB Emopr Glauchau souverän mit 3:0 durchsetzte. Die Tore vor 476 Zuschauern im Sportpark Glauchau erzielten Marc Zimmermann per Doppelpack und Lukas Eixler. SpiO
mdr.de
Die Sommervorbereitung der mitteldeutschen Regionalligisten ist weiter in vollem Gange. Chemnitz und Zwickau konnten ihre Testspiele am Mittwoch gewinnen, Jena blieb hingegen sieg- und torlos.
[ "chemnitzer fc", "carl zeiss jena", "fsv zwickau", "Testspiel", "Saisonvorbereitung", "Regionalliga", "Fußball", "Sport" ]
2024-07-10T20:50:35+02:00
2024-07-10T20:50:35+02:00
https://www.mdr.de//sport/fussball_rl/testspiele-chemnitzer-fc-carl-zeiss-jena-fsv-zwickau-100.html
CDU stellt Forderungen: Noch keine Einigung beim Landeshaushalt 2024
Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion will im Landeshaushalt für 2024 neue Schwerpunkte setzen. Dazu legte die Fraktion ein Positionspapier vor. Fraktionschef Mario Voigt sagte, es gehe darum, Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht zu halten. Daneben müsse aber auch dort Geld ausgegeben werden, wo es notwendig sei. Die CDU will, dass mehr Geld in die Bereiche Bildung, Wirtschaft und medizinische Versorgung fließt. Konkret sollen Hortgebühren abgeschafft, in Gewerbegebiete investiert und Krankenhäuser unterstützt werden. Zudem fordert die Union, keine neuen Schulden zu machen. Mehr Geld nötig haben Voigt zufolge auch die Kommunen. Sie sollen nach dem Willen der CDU mindestens 300 Millionen Euro mehr vom Land bekommen. Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD) kritisierte die CDU-Forderungen als überzogen. Die vorgeschlagenen Projekte könnten nicht finanziert werden. Die CDU habe keine ausreichenden Vorschläge für die Gegenfinanzierung gemacht. Sie verwies darauf, dass die Union zum Beispiel Haushaltsgelder, die jedes Jahr übrig bleiben, zur Finanzierung ihrer Vorschläge verwenden will. Diese Haushaltsreste können aber laut Taubert nicht von vornherein im Etat eingeplant werden. Das Geld stünde immer erst am Ende eines Haushaltsjahres zur Verfügung. Auch die von der CDU behaupteten Einsparmöglichkeiten im Personalbereich seien unseriös. Linke-Fraktionschef Steffen Dittes sagte, es sei zwar zu begrüßen, dass die CDU Gesprächsbereitschaft signalisiere. Bei der Einschätzung der Finanzlage sei man aber weit voneinander entfernt. Die CDU ignoriere, dass das Land mit steigenden Kosten zu kämpfen habe, etwa in den Bereichen Energie und Tariflöhne. Die rot-rot-grüne Minderheitsregierung ist bei der Verabschiedung des Haushalts im Landtag auf Stimmen von der Opposition angewiesen. MDR (cfr)
mdr.de
Die CDU-Fraktion will künftig mehr Geld in Bildung, Wirtschaft und medizinische Versorgung investieren. Doch woher soll das Geld kommen? Im Thüringer Landtag wird um den Haushalt für 2024 gerungen.
[ "Nachrichten", "Thüringen", "Finanzen", "Ministerin", "Taubert", "Mario Voigt", "Fraktion", "Politik", "Haushalt" ]
Thüringen
2023-06-29T19:33:22+02:00
2023-06-29T20:59:51+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/landeshaushalt-debatte-kritik-cdu-spd-linke-100.html
Anreize oder Pflicht: Was tun gegen Impfmüdigkeit?
Die Bundesregierung wirbt mit Günther Jauch, Frankreich mit einem sich küssenden Paar und der Aussicht auf "erwünschte Nebenwirkungen" des Geimpftseins. Weil sich in beiden Ländern immer weniger Menschen zur Impfung gegen Sars-CoV-2 anmelden, diskutieren Behörden und Experten, wie sich die Bereitschaft zur Impfung steigern lässt. Europa erlebt nun, was zuvor auch schon in Israel und den USA beobachtet wurde. Mit einem steigenden Anteil an Geimpften in der Bevölkerung geht die Zahl neuer Infektionen zurück, sterben immer weniger Menschen an dem Virus. Zugleich nimmt bei den noch nicht Geimpften aber die Bereitschaft ab, sich auch impfen zu lassen. Mehrere US-Bundesstaaten haben reagiert mit der Einführung einer Lotterie, bei der doppelt Geimpfte Preise von bis zu einer Million Dollar gewinnen können. Vorreiter ist dabei der Bundesstaat Ohio, bei dem seit 12. Mai unter Geimpften Preise verlost werden. Ein Team von der Boston University School of Medicine hat nun die Impfraten vor und nach Einführung der Lotterie verglichen, um zu prüfen, wie erfolgreich das Konzept ist. Die in Jama veröffentlichte Studie von Walkey, Law und Bosch kommt allerdings zu einem ernüchternden Fazit: Ein Effekt der Lotterie ist nicht feststellbar. Lediglich die Ausweitung der Impfzulassung auf die 12- bis 15-Jährigen hat die Impfquote etwas erhöht. Die Autoren werteten Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC aus und errechneten die Zahl der täglichen Impfungen pro 100.000 Einwohner für die Zeit vor und nach der Impflotterie beziehungsweise für den Lotterie-Staat Ohio und Gebiete ohne Preise für Geimpfte. Insgesamt beobachteten die Forscher einen Rückgang der täglichen Impfungen in Ohio von 485 Mitte April auf 101 pro 100.000 Einwohner Anfang Juni. In anderen Gebieten nahm die Zahl täglicher Impfungen von 700 auf 97 ab. Eine Verlangsamung des Rückgangs durch Einführung der Lotterie sei nicht nachweisbar, schreiben die Autoren. Es hätten sich aber mehr Erwachsene impfen lassen, als der Impfstoff auch für Jugendliche zugelassen worden sei. Möglicherweise sei also eine Ausweitung der Zulassung verbunden mit einer höheren Impfbereitschaft, mutmaßen die Forscher. Hier seien allerdings mehr Daten nötig. Die Diskussion über Impfanreize wird also weitergehen. Eine Impfpflicht sehen Behörden und Experten nach wie vor kritisch. Vorteile für Geimpfte, etwa ein Wegfall aller Einschränkungen, seien aber durchaus denkbar. (ens)
mdr.de
Überall, wo Impfkampagnen weit vorangeschritten sind, beobachten Experten, dass die Impf-Bereitschaft nachlässt. Doch die nötige Herdenimmunität ist noch längst nicht erreicht. Was also tun?
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Startseite
2021-07-07T10:15:20+02:00
2021-07-07T10:15:20+02:00
https://www.mdr.de//wissen/corona-covid-impfung-anreize-privilegien-100.html
Krawalle am "Tag X": Innenminister Schuster sieht Eskalation bei Demonstranten
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hat den Polizeieinsatz bei den Demonstrationen in Leipzig vor gut einer Woche erneut verteidigt. Das Vorgehen habe massive Ausschreitungen verhindert, sagte Schuster am Montag nach einer Sondersitzung des Innenausschusses im Dresdner Landtag. "Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Einsatzführung die verhältnismäßigste Möglichkeit war, in Leipzig keine Scherben-Demo zu haben", erklärte Schuster. Dass am betreffenden Wochenende in Leipzig so viele Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden konnten, sei "das Ergebnis eines sehr professionellen Polizeieinsatzes" gewesen. Die nichtöffentliche Sondersitzung kam auf Antrag der Linken-, der AfD- und der CDU-Fraktion zusammen. Den Vorwurf, die Polizei habe eskaliert, um das Laufen der Demonstranten von vornherein zu verhindern, wies der Innenminister zurück. Die Versammlungsbehörde und die Polizei hätten nicht brachial reagiert, sondern so angemessen und kooperativ reagiert wie immer. "Man hat versucht, diese Versammlung stattfinden zu lassen, indem man gesagt hat: kein Aufzug, aber eine stationäre Versammlung." Schuster verteidigte auch die mehrstündige "Umschließung" von rund 1.000 Personen zur Identitätsfeststellung. Die Stadt habe dem Minister zufolge "alles versucht Versammlungen zu ermöglichen". Dass diese Versammlung komplett aus dem Ruder gelaufen sei, habe nicht an der Polizei gelegen, sondern an den Übergriffen einiger gewaltbereiter Demonstranten. Es habe die Möglichkeit bestanden, diesen Kessel zu verlassen. Die eingekesselten Menschen seien rechtzeitig aufgefordert worden, sich von den gewaltbereiten Demonstranten zu distanzieren. Eine elf Stunden dauernde Umschließung ist laut Schuster nicht das Ziel des Einsatzes gewesen. Das Innenministerium werde allen weiteren Fragen nachgehen. Nach den Urteilen gegen Lina E. und drei Mitangeklagte wegen linksextremistischer Gewalttaten hatte es in Leipzig heftige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gegeben. Polizisten wurden unter anderem mit Steinen, Flaschen und einem Brandsatz beworfen. Rund 1.000 Demonstranten wurden daraufhin von den Beamten eingekesselt und stundenlang festgehalten, darunter Minderjährige. Der Ausschussvorsitzende Ronald Pohle von der CDU erklärte dem MDR, der Prozess sei noch nicht ganz abgeschlossen. Die Polizeidirektion Dresden werde extern zu den Anschuldigungen gegen die Leipziger Kollegen ermitteln. Er persönlich könne das Verhalten der Einsatzkräfte nachvollziehen. In der heutigen Ausschusssitzung sei es vor allem darum gegangen, das Gesamtgeschehen sachlich herauszuarbeiten. Vertreter der Linkspartei, von Grünen und der SPD haben die Maßnahme in den vergangenen Tagen scharf kritisiert. Es seien Menschen auch zufällig in den Kessel geraten und vermutlich auch Demonstrationsteilnehmende, die keine Straftaten begangen hätten. Die parlamentarische Aufarbeitung zu dem Einsatz am 3. Juni habe erst begonnen, sagte SPD-Landtagsabgeordneter Albrecht Pallas. Es seien noch viele Fragen offen. Die Linken-Abgeordnete Kerstin Köditz betonte nach der Sondersitzung, dass vor allen über die Einkesselung zu wenig konkrete Informationen gegeben wurden. Vor dem Landtag hatten am Montagmorgen rund 50 junge Menschen gegen das Vorgehen der Polizei bei den linken Protesten am 3. Juni in Leipzig demonstriert. Angerufen dazu hatte "Fridays for Future Leipzig" unter dem Motto "Grundrechte verteidigen, Polizeiwillkür stoppen". "Im Zuge des sogenannten Tag X ist es vergangenen Samstag zu einer polizeilichen Maßnahme gekommen, die knapp 1.000 Menschen umschloss. Die Betroffenen mussten bis zu zwölf Stunden ohne sanitäre Einrichtungen, Decken, Essen und Trinken von der Polizei ausharren", erklärte Lene Winkler von Fridays for Future Leipzig. Das Bündnis verurteile "diese Einschränkung der Grundrechte aufs Schärfste". Auch in Polizeigewahrsam müsse die Menschenwürde gewahrt bleiben und müssten Grundbedürfnisse gesichert sein. In einem Rechtsstaat dürfe "Demütigung und Entwürdigung niemals durch angebliche Straftaten entschuldigt werden", da die Unschuldsvermutung gelte. "Wir fordern die Abgeordneten des Innenausschusses auf, für Konsequenzen dieser Rechtsbrüche und für eine angemessene Enschädigung der Betroffenen zu sorgen" sagte Alex Voigt vom Kollektiv gegen Repressionen, das den Kessel bis in die Morgenstunden begleitet hatte. Die Grüne Jugend Sachsen kritisiert Grundrechtsverletzungen und sieht den Polizeieinsatz vor allem als "eine krude Drohgebärde, die das 48 Stunden lange Bedrohungsszenario 'Kontrollzone' auf eine extrem fragwürdige Spitze trieb", erklärte Ella Hanewald, Landessprecherin der Grünen Jugend Sachsen. "Die Gefahrenprognose war viel zu übertrieben." In den Augen der Polizei seien größtenteils friedlich demonstrierende Menschen als 1.000 Personen starker, gewaltbereiter Antifatrupp gesehen worden. "Man kann sich im Nachhinein fragen, ob gewisse Polizeieinsatzleiter sich nicht einem Sehtest unterziehen sollten." Anstatt deeskalierend ein Losgehen der Demo zu erlauben, sie diese am Heinrich-Schütz-Platz festgehalten worden. MDR (tomi)/epd/dpa
mdr.de
Der Polizeieinsatz während der Krawalle am "Tag X" nach dem Urteil im Linksextremismus-Prozess zu Lina E. wirft Fragen auf. Dazu hat der Innenausschuss des Sächsischen Landtags in einer nichtöffentlichen Sitzung getagt.
[ "nachrichten", "Demonstrationen", "Proteste", "Lina E.", "Urteil", "Gericht", "Linksextremismusprozess" ]
Sachsen
2023-06-12T20:43:34+02:00
2023-06-13T11:02:19+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/innenausschuss-tag-x-protest-lina-e-100.html
Brand in Entsorgungsfirma in Jena ausgebrochen
Beim Brand in einem Entsorgungsunternehmen in Jena-Zwätzen Freitagmorgen ist nach Angaben der Polizei Schaden im sechsstelligen Bereich entstanden. Das betroffene Gebäude brannte komplett nieder. Die Feuerwehr war mit mehr als 80 Kräften mehrere Stunden im Einsatz, die B88 im Bereich Wiesenstraße voll gesperrt. Die Betreiber des Unternehmens hatten den Rauch am Morgen bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Ein Mensch wurde durch Einatmen der Rauchgase leicht verletzt. Wegen des starken Rauches wurden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Ersten Erkenntnissen zufolge brach das Feuer in einem Schuppen an dem Gebäude aus. Hinweise auf eine strafbare Handlung lagen zunächst vor. MDR (gh)
mdr.de
Beim Brand in einem Entsorgungsunternehmen in Jena-Zwätzen Freitagmorgen ist nach Angaben der Polizei Schaden im sechsstelligen Bereich entstanden. Das betroffene Gebäude brannte komplett nieder.
[ "Nachrichten", "Feuer", "Wohnung", "Qualm", "Brand", "Feuerwehr", "Anwohner", "Entsorgungsfirma" ]
Thüringen
2025-05-02T09:08:13+02:00
2025-05-02T20:08:48+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/ost-thueringen/jena/brand-feuer-entsorgungs-firma-102.html
DDR-Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase über die Kunst des guten Dialogs
MDR KULTUR: Herr Kohlhaase, wenn Sie über dieses von der Corona-Pandemie geprägte Jahr ein Drehbuch schreiben würden, welches Genre würde es werden: ein Krimi, ein Lustspiel, eine Tragödie? Wolfgang Kohlhaase: Wahrscheinlich nichts von allem. Ich hatte nicht den Gedanken, der es zwingend gemacht hätte, über dieses Jahr zu schreiben. Geschichten sammeln sich ja eigentlich auf lange Sicht an und man schreibt immer irgendwo ab, und zwar aus dem Leben. Und das ist eine Verabredung auf Dauer. In diesem Sinne könnte ich nicht sagen, dass ich überhaupt Ereignisse wahrgenommen habe – außer den großen oder den ganz persönlichen. Natürlich kann ich sagen, dass alles, was in meinem Leben anfing, damit zu tun hatte, dass der Krieg aufhörte. Und das machte eine andere Welt. Man wusste nicht, was kommt, aber man begriff sehr schnell: Es war ein ungeheurer Einbruch von Neuigkeit in meine Welt, die so gewesen war, wie sie immer war – im Berliner Vorort. Und ich wusste nicht, was kommt – und das wusste niemand. Aber was man bemerkte, ahnte, sich auch wünschte war: Es hört nichts auf, es fängt was an. Und dann war ich immer der Jüngste, jetzt bin ich immer der Älteste. Irgendwo dazwischen ist viel passiert. Auf dem Wege von damals zu heute spielte eine Menge Zufall eine Rolle, aber auch meine Ambition, irgendetwas zu machen, Geschichten zu erzählen zum Beispiel. Und so bin ich irgendwie bei der DEFA angekommen. Liest man Ihre Biografie mit Stationen bei der Jugendzeitschrift "Start", Ihrer Tätigkeit als Dramaturgie-Assistent bei der DEFA und Ihrem Schaffen als Drehbuchautor, stellt sich die Frage: Haben Sie etwas im klassischen Sinne gelernt? Alles das, was da erwähnt wird, nach und nach. Eine richtige Lehre hat es nicht gegeben. Wir haben sozusagen nicht studiert und dadurch konnten wir eine Menge lernen, denn gelernt werden musste immer. Als ich zur DEFA kam, war es eine sehr merkwürdige, sich aus dem Lauf der Geschichte herschreibende Mischung aus Routiniers und Anfängern. Es gab die Leute, die das schon immer gemacht hatten. Sie hatten nicht nur in der Nazi-Zeit Filme gedreht, sie hatten auch für die Nazis Filme gedreht. Das war ja keine ganz unberührte Tätigkeit von allem anderen, was passierte. Und wiederum gab es dann Leute, die jung genug und alt genug waren – wie ich –, um das Ganze als Anfang zu erleben. Die DEFA konnte eigentlich in einem kulturellen, menschlichen und politischen Verständnis nur eine Anti-UFA sein, das war die Position der Nachkriegszeit. Aber sie hatte ja nicht von Vornherein eine andere Ästhetik. Dagegen suchte jeder seine Wege. Und für jemanden wie mich und meinen ersten Partner in der Regie, Gerhard Klein, führte der Weg beinahe im Selbstlauf zu den Italienern. Dort suchten wir bei den Neorealisten ein Vorbild. Denn all diese Filme erzählten etwas, wovon ich dachte, das gibt es im Kino nicht: Alltag. Ich dachte, Film ist zu Pferde. Film ist uniformiert. Film ist bedeutend. Doch die Italiener erzählten Geschichten, die so waren, wie die Ecke, wo ich wohnte und davon ging eine große Ermutigung aus. Wir waren natürlich nicht nur auf der Suche nach stilistischen Möglichkeiten: auf der Straße zu drehen, alltägliches Licht und grobkörniges Material zu nehmen und damit eine andere Art von Wirklichkeit zu suchen. Wir waren dann auch sehr bald große Puristen. Wir wollten nicht nur machen, was wir machen wollten, sondern festigten unter der Hand unsere Überzeugung: 'Das kann man überhaupt nur so machen. Alles andere ist Quatsch.' Wir waren mit einem früh erworbenen Stolz ausgerüstet und wollten durchs Fenster. Ein bisschen später bemerkt man dann, dass die Türen immer noch da sind und man auch durch diese hindurchgehen kann. Ich würde sagen, die Anfangszeit war ein Zauber. In Ihrem Buch "Um die Ecke in die Welt. Über Filme und Freunde" erzählen Sie, dass Sie als Dramaturgie-Assistent der DEFA unter anderem eingereichte Manuskripte prüfen mussten und vieles davon beiseite gelegt haben. Woher wussten Sie, so jung wie Sie waren, dass ein eingereichtes Manuskript nichts taugt? Die Antwort ist kurz: Wir wussten es nicht. Wir dachten kritisch, wir dachten radikal – oder bildeten uns das zumindest ein. Und wir hatten genug Selbstvertrauen. Wir hatten das Gefühl, eine Bedeutung zu haben und außerdem machte es nicht viel Arbeit. Man las sich das Manuskript durch, fragte sein Gegenüber und schickte es dann mit ein paar ermunternden Worten wieder zurück. Sie gelten als Meister des Dialoges: lakonisch, knapp – wann ist für Sie ein Dialog gut? Ein Dialog ist gut, wenn er viel sagt, aber nicht alles ausspricht. Er ist gut, wenn er einen Doppelsinn hat. Er ist gut, wenn er nicht gezwungen ist, eine schwer verständliche Handlung mithilfe der Schauspieler nachzuerzählen, sondern wenn er Räume für die Schauspieler schafft. Er ist gut, wenn er mit seinem Hauptinstrument, der Sprache, Licht in eine Szene bringt. Überhaupt: Dialoge schreiben bedeutet, Arbeitsmöglichkeit für alle anderen zu schaffen. Das Buch ist ja nur der Anfang. 'Nur' ist aber ein großes Wort, denn der Anfang – sagen die Chinesen – ist der halbe Weg. Aber im Prinzip müssen günstige Situationen im Verlauf der Herstellung eines Buches erzählt werden. Und die Schauspieler müssen nicht nur etwas zu reden, sondern auch etwas zu machen haben. Ein Dialog muss knapp sein. Man sagt Ihnen ein Elefantengedächtnis nach: Wann sind Momente für Sie filmreif? Filmreif sind sie in dem Moment, in dem man sie bemerkt. Wie überhaupt alles, was versucht, Wirklichkeit zu erfassen und zu durchleuchten, hat das mit Erinnerung zu tun und ist immer eine Kombination von Finden und Erfinden. Es ist nie die pure Fotografie, man denkt es neu aus. In "Sommer vorm Balkon" unterhalten sich zwei Frauen über die nicht vorübergehende Nacht. In eben so einer Sommernacht saß ich einmal. Es ist ein schönes, unabgenutztes Bild für eine dahingehende Nacht, die mit unscharfen Ecken vorüberzieht. Man merkt nicht, wie sie vergeht. Solche Momente hofft man zu erzeugen und dann merkt man es sich. Und wenn man Glück hat, dann fällt es einem wieder ein. Und überhaupt: Das Leben ist der Versuch die Vergesslickeit zu besiegen, indem man etwas aufschreibt. Erinnerung darf nicht Behauptung sein, sondern Entdeckung. Wie erkennen Sie eine Geschichte, die es lohnt, aufgeschrieben zu werden? Wenn man am Anfang den Schluss wissen möchte. Das Interview führte Hans-Michael Marten für MDR KULTUR.
mdr.de
Wolfgang Kohlhaase ist einer der erfolgreichsten Drehbuchautoren der DDR. Von ihm stammen einige der wichtigsten DEFA-Filme, darunter "Berlin – Ecke Schönhauser". MDR KULTUR verriet er das Geheimnis eines guten Dialogs.
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2021-03-13T04:00:00+01:00
2022-10-05T14:16:11+02:00
https://www.mdr.de//kultur/kino-und-film/wolfgang-kohlhaase-geburtstag-defa-ddr-100.html
Älteste Turmuhrenfabrik Deutschlands: Herr der Zeiten
Bei ostdeutschen Traditionsunternehmen der Uhrmacher denken viele sofort an Glashütte. An Menschen in weißer Kleidung, die sich Lupen vors Auge klemmen und über Miniaturmechanismen beugen. Aber nicht weniger präzise arbeitet Frank Blumrich in seinem Blaumann. In der Werkstatt in Abtnaundorf, im Nordosten Leipzigs, hält er Deutschlands älteste noch bestehende Turmuhrenfabrik Bernhard Zachariä am Laufen. Im Grunde alleine. Nur ein einziger Mitarbeiter steht ihm noch zur Seite. Doch das war nicht immer so. Christian Friedrich Zachariä eröffnete am 8. Mai 1808 in Leipzig seine Werkstatt der Uhrmacherei. Rund 30 Jahre später war er der offizielle Ratsuhrmacher der Stadt. Schnell erarbeitet sich Zachariä den Ruf, beständige  und präzise Uhren anzufertigen. Der Glashütter Uhrmacher Moritz Großmann schreibt 1869 über Zachariä: "Jedoch will ich hier bemerken, dass ich Gelegenheit hatte, vor Jahren eine gute Uhr zu beobachten, welche von dem, als tüchtigen Uhrmacher bekannten Zachariä sen. in Leipzig gemacht worden war". Nur wenige Zeit später durfte die Turmuhrenfabrik den Titel "Königlich Sächsischer Hoflieferant" führen. Die Auftragsbücher füllten sich und so wurden 1866, unter Führung von Sohn Bernhard Zachariä, bereits jährlich 77 Turmuhren gefertigt. Im Laufe der Jahrzehnte stieg die Zahl der Mitarbeiter auf 25 sowie die Menge der Uhren auf 150 jährlich für Kirchen, Fabriken und Schulen. Bis heute werden noch acht dieser Uhren in Leipzig wöchentlich gepflegt. Frank Blumrich steigt dann früh in sein Auto und fährt zum ehemaligen Stötteritzer Rathaus oder der Ernst-Pinkert-Schule, um die Uhren von Hand aufzuziehen. Seit 1981 ist der gelernte Fräser mit dabei. "Turmuhrenmacherei war in der DDR etwas Exotisches", erzählt der 59-Jährige. "Niemand wusste so genau, was wir machen und wo wir einzuordnen sind." Daher wurde Turmuhren-Zachariä dem Kombinat "Sport und Freizeit" zugeordnet, wodurch ihnen zumindest von der Staatssicherheit niemand auf den Zeiger ging. Mal eben mit dem Auto losfahren, dass ging damals auch nicht. "Wir hatten ein Spritkontingent. Wenn das alle war, blieben die Autos halt liegen." Wenn der Tank der beiden Firmenwagen – einem Moskwitsch und einem B1000 – leer waren, fuhren die Uhrmacher mit Bus und Bahn. Nicht nur an Sprit ranzukommen war damals abenteuerlich, auch Material für den Betrieb aufzutreiben, war langwierig. Fünf bis acht Jahre Wartezeit für Bronze, Kupfer oder Messing waren Standard. Als die Wende kam, brach auch für den damals 30 Mann starken Betrieb eine andere Zeit an. "Viele Uhren wurden auf Funk umgestellt. Daher mussten wir die gesamte Produktion auf denkmalgeschützte und historische Turmuhren, Schlagwerke oder Glockenspiele umlegen", erzählt Blumrich. Im Laufe der Jahre musste der Betreib immer mehr Personal abbauen. "Die vergangenen zehn Jahre waren wir zu zweit." 2006 wurde Bernhard Zachariä von der westdeutschen Turmuhrenmanufaktur Perrot als Muttergesellschaft übernommen. Allerdings agiert der Betrieb in Leipzig bis heute selbstständig. In der großen Lagerhalle hört alles auf Blumrichs Kommando. Da die Aufragsbücher voll sind, kann nun ein weiterer Mitarbeiter eingestellt werden. Die Uhren von Zachariä-Perrot werden weltweit verbaut. Erst vergangenen Monat war Blumrich in China, um beim Aufbau zu helfen.
mdr.de
Deutschlands älteste noch bestehende Turmuhrenfabrik befindet sich in Leipzig. Bundesweit gibt es insgesamt nur noch elf weitere Unternehmen. Doch die Bernhard Zachariä GmbH ist das Ur-Gestein unter den Uhrfabriken.
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Mitteldeutschland
2019-12-20T12:52:29+01:00
2022-08-02T12:35:54+02:00
https://www.mdr.de//geschichte/mitteldeutschland/tradition/turmuhren-zachariae-leipzig-uhren-fabrik-100.html
so zažołtnić
W medijach bě rěč, zo so Sprjewja w Błótach zažołtnja. Jako sćěh stupaceje dnowneje wody po zawrjenju něhdyšich wuhlowych jamow wuliwa so do delnjołužiskich groblow.Serb by prajił: „jucha“, kiž je železowych zwjazkow dla zerzawa, žołta. Sprjewja so zažołtnja, předzłóžka za- zwuraznja w tutym konteksće spočatk wěsteje změny, kotryž so z pomocu słowjesa wopisuje. W słowniku je zapisany werb so zažołćić jako ekwiwalent němskeho „gelb färben“, na přikład při barbjenju płata abo tež za němske „gelb werden“. Podobny kontekst znajemy wot słowa so začerwjenić. Dalša w prawopisnym słowniku zapisana werbalna forma je zežołtnyć z němskim přełožkom „vergilben“. W rěčnym korpusu wužiwaja so w samsnym konteksće skerje formy z předzłóžku ze-, a tak móhli tež prajić, zo so Sprjewja zežołtnje, ale wšitcy so nadźijamy konkretnych naprawow, zo so wona dale a bóle njezežołći abo zo dale njezežołtnje.
mdr.de
W medijach bě rěč, zo so Sprjewja w Błótach zažołtnja. Jako sćěh stupaceje dnowneje wody po zawrjenju něhdyšich wuhlowych jamow wuliwa so do delnjołužiskich groblow …
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2013-06-10T08:13:21+02:00
2013-06-10T08:13:21+02:00
https://www.mdr.de//serbski-program/rozhlos/recny-kucik/recnykucik228.html
22-Jähriger stirbt auf B95 in Annaberg-Buchholz
Bei einem Unfall in Annaberg-Buchholz ist in der Nacht zum Sonnabend ein 22 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, war das Auto des Mannes auf der Bundesstraße 95 in einer Linkskurve von der Fahrbahn abgekommen. Er sei dann gegen eine Laterne gefahren, durchbrach einen Zaun und fuhr gegen einen Baum. Das Auto habe sofort Feuer gefangen und sei komplett ausgebrannt. Der junge Mann konnte aufgrund seiner Verletzungen das Auto nicht verlassen. Seine 18 Jahre alte Beifahrerin habe sich aus dem Fahrzeug gerettet und sei nur leicht verletzt worden, so die Polizei. Die Bundesstraße war nach dem Unfall rund fünf Stunden gesperrt. MDR (dkö), dpa
mdr.de
Bei einem Unfall in Annaberg-Buchholz ist ein 22 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Er kam von der Straße ab, durchbrach einen Zaun und fuhr gegen einen Baum. Das Auto fing sofort Feuer und brannte komplett aus.
[ "Nachrichten", "annaberg", "unfall" ]
Sachsen
2023-08-26T12:14:24+02:00
2023-08-26T12:14:25+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/chemnitz/annaberg-aue-schwarzenberg/toter-unfall-auto-feuer-100.html
Kommunalwahl im Salzlandkreis: So hat Calbe (Saale) gewählt
Die Grafik mit dem Wahlergebnis wird hier am Wahlabend veröffentlicht. MDR (Anne Gehn-Zeller)
mdr.de
Im Salzlandkreis wird am 9. Juni 2024 ein neuer Kreistag gewählt. Hier geht es zum Wahlergebnis der Stadt Calbe (Saale).
[ "Kommunalwahl", "Kreistag", "Salzlandkreis", "Calbe (Saale)" ]
Sachsen-Anhalt
2024-06-09T12:00:25+02:00
2024-06-09T12:00:25+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/wahl-kreistag-salzlandkreis-calbe-saale-100.html
Duales Studium gegen Lehrermangel vorerst nur an Universität Erfurt
Trotz Lehrermangels wird es das duale Lehramtsstudium in Thüringen vorerst nur in Erfurt geben. Hochschulen wie Nordhausen meldeten zwar Interesse an, ähnliche Modelle umzusetzen, sie scheitern jedoch an den Vorgaben der zuständigen Ministerien. Eine Sprecherin des Wissenschaftsministeriums sagte, an den Fachhochschulen seien die Voraussetzungen für eine umfängliche Lehrerausbildung nicht gegeben. Zudem sehe die Kultusministerkonferenz vor, dass Lehrer nur an Universitäten oder gleichgestellten Hochschulen ausgebildet werden dürfen. Die Hochschule Nordhausen hatte zu Beginn der Woche angeboten, sich für eine duale Lehrerausbildung stark zu machen. Laut Präsident Jörg Wagner gab es gemeinsam mit den Hochschulen Schmalkalden und Erfurt bereits Gespräche und Ideen für ähnliche Modelle wie an der Universität Erfurt. Diese lägen nun auf Eis. Die Universität Jena bereitet nach eigenen Angaben zwar kein duales Modell wie in Erfurt vor, arbeitet aber an einem Konzept für Einzelfach-Lehrer. Ende April war die Bewerbungsphase für das duale Lehramtsstudium mit Vergütung an der Universität Erfurt gestartet. Es gibt bereits 240 Bewerber für die 50 Plätze. Weitere Studienplätze seien nicht möglich, heißt es von der Universität. Die künftigen Studenten werden im Bachelorteil ihres Studiums mit monatlich 1.400 Euro vergütet, beim Master werden 1.600 Euro gezahlt. Außerdem verbringen sie ab dem dritten Semester zwei Tage pro Woche an Schulen und werden dort von Mentoren betreut. Nach ihrem Studium verpflichten sich die Studierenden, mindestens fünf Jahre lang in Thüringen als Lehrer zu arbeiten. MDR (anh/jn)
mdr.de
Der neue Studiengang für Regelschullehrer ist stark nachgefragt, wird vorerst aber weiter nur in Erfurt angeboten. Mehrere Thüringer Hochschulen meldeten zwar Interesse an. Doch diese Gespräche sind nun auf Eis gelegt.
[ "Nachrichten", "Regelschulen", "Dual", "Studiengang", "Uni Erfurt", "Lehrermangel", "Hoschule", "fachhochschule", "Nordhausen", "Wissenschaftsministerium" ]
Thüringen
2024-07-11T18:08:04+02:00
2024-07-12T11:37:11+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/lehrermangel-studiengang-universitaet-hochschule-102.html
Was den FCM derzeit so stark macht
Mit dem Aus im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Kickers Offenbach begann die Saison 2024/2025 für den 1. FC Magdeburg denkbar schlecht. Doch vom Frust von damals ist inzwischen nichts mehr geblieben. Euphorie macht sich stattdessen breit. Kein Wunder, steht der FCM nach sieben Partien in der 2. Bundesliga doch noch immer ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz. Warum, das analysiert FCM-Experte Daniel George mit Journalist Malte Zander, der seit mehreren Jahren für die Deutsche Presse-Agentur und den "Kicker" über den 1. FC Magdeburg berichtet. Folge 17 von "Neues vom Krügel-Platz" in drei Schlagzeilen: Zu Beginn des Podcasts lassen George und Zander die vergangenen beiden Partien des 1. FC Magdeburg noch einmal Revue passieren: Von Karlsruhe trennte sich der FCM mit 2:2. Gegen Darmstadt wurde auswärts mit 2:1 gewonnen. Zander sagt: "Beide Spiele haben dafür gesprochen, dass es kein Zufall ist, dass der FCM da oben steht, sondern dass es wirklich auch mit der Qualität zu tun hat, die der FCM inzwischen im Kader hat." Wie sich diese Qualität äußert, besprechen die FCM-Experten im Podcast. In der vergangenen Saison wurde immer wieder Kritik an FCM-Cheftrainer Christian Titz und vor allem seinem Spielsystem laut. In dieser Saison aber zeigt sich, dass das System funktioniert. Zander sagt: "Das hat uns Christian Titz ja schon in der vergangenen Saison erzählt, dass man an das System glauben und über 90 Minuten durchziehen muss. Mittlerweile wird das auch umgesetzt. Und es zeigt sich, dass der Trainer Recht hat." Im Podcast diskutieren die FCM-Experten über kleine Änderungen des Cheftrainers und die neue Demut im Umfeld des 1. FC Magdeburg. Gegen Greuther Fürth peilt der 1. FC Magdeburg am kommenden Sonntag (Beginn: 13.30 Uhr) den ersten Heimsieg der Saison an. Danach ist eine Woche spielfrei, ehe es auswärts zum Aufstiegsaspiranten Hamburger SV geht. Zum Abschluss des Podcasts blicken Zander und George auf die kommenden Aufgaben voraus und diskutieren über die Frage: Was ist in dieser Saison noch drin für den FCM? In Runde eins des DFB-Pokals verlor der 1. FC Magdeburg am 19. August gegen die Kickers Offenbach. Eine Paarung, die Erinnerungen weckt: Den 31. Mai 2015 werden wohl alle Anhänger des FCM nie vergessen. An diesem Tag sicherte sich der FCM mit einem Sieg im Rückspiel der Aufstiegs-Relegation gegen Offenbach den Aufstieg in die 3. Liga. Grund für MDR SACHSEN-ANHALT, um auf die historischen Duelle von damals zurückzublicken: Im Mai 1974 feierte der 1. FC Magdeburg den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte: den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger. Dieser besondere Tag jährte sich in diesem Jahr zum 50. Mal. Deshalb taucht MDR SACHSEN-ANHALT im FCM-Podcast "Neues vom Krügel-Platz" noch einmal ein ins damalige Geschehen und geht auf jede Runde mit einer Spezial-Folge ein. Alle fünf Folgen jetzt hören: MDR (Daniel George)
mdr.de
Nach sieben Partien steht der 1. FC Magdeburg in der 2. Bundesliga noch immer ungeschlagen auf dem zweiten Platz. Was macht den FCM so stark?
[ "sachsenanhalt", "magdeburg", "zweitebundesliga", "1fcmagdeburg", "danielgeorge", "maltezander", "journalist", "darmstadt", "karlsruhe", "analyse" ]
2024-10-02T15:00:00+02:00
2024-10-02T14:54:15+02:00
https://www.mdr.de//sport/fussball/podcast/kruegel-platz/fcm-podcast-erfolgreicher-saisonstart-ausblick-100.html
Stefan Mross: "Meine Mama lebt in ihrer eigenen Welt."
Der Zustand seiner Mutter sei weit fortgeschritten, so Stefan Mross (48) zur Bild-Zeitung: "Meine Mama lebt in ihrer eigenen Welt." Gemeinsam mit seiner Partnerin Eva Luginger besuche er die 82-Jährige häufig in der Tagespflege-Klinik Traunstein, wo sie betreut wird, "so oft wie es terminlich bei uns möglich ist." Bislang sei eine ambulante Behandlung noch möglich. Stefanie Mross könne weiterhin in ihrem vertrauten Heim wohnen. Stefans Bruder Klaus Mross (57) wohnt im Nachbarhaus und sei liebevoll für sie da. Über diese Unterstützung ist der Moderator sehr froh: "Ich bin sehr dankbar, dass sich mein Bruder so rührend um unsere Mama kümmert."Trotz der bedrückenden Umstände ist es Stefan Mross wichtig, die positiven Momente mit seiner Mutter hervorzuheben. Man genieße die gemeinsame Zeit: Wenn wir bei meiner Mutter sind, dann gehen wir lecker Schweinsbraten essen. Und danach gibt's noch einen Eisbecher. Das schmeckt ihr und sie ist supergut drauf. In diesen Augenblicken hören sie seiner Mutter einfach nur zu, hinterfragen nicht alles und lachen gemeinsam. "Sie reißt auch immer wieder einen Witz! Das habe ich wohl von ihr", so Stefan Mross weiter. Früher war seine Mutter oft bei den Aufzeichnungen von "Immer wieder sonntags" dabei. Das geht nun nicht mehr, doch sie verpasse trotzdem keine Show: "Sie schaut auch meine Sendung. Sie freut sich, wenn sie mich sieht!"Die Krankheit trifft die Familie Mross doppelt. Auch Eva Lugingers Großmutter leidet an der Krankheit. "Demenz ist ein Thema in unserer Familie", erklärt Stefan Mross. Diese Erfahrung habe ihn nachdenklich gemacht: Keiner weiß, was uns mal im Alter bevorsteht. Aber Rücksicht und Verständnis braucht es bei diesem Krankheitsbild definitiv und in jeder Hinsicht. Stefan Mross betont auch seine Anerkennung für Angehörige und Pflegekräfte, welche sich um Betroffene kümmern. Die Demenz seiner Mutter habe ihm nochmal gezeigt, wie wertvoll diese Unterstützung sei: Ich habe den größten Respekt vor den "Stillen Helfern", so nenne ich das immer, die sich rührend jeden Tag um die älteren Menschen kümmern.
mdr.de
Stefan Mross spricht in einem Interview offen wie nie über die Demenz-Erkrankung seiner Mutter Stefanie. Die Erkrankung sei für den Moderator von "Immer wieder sonntags" eine große Belastung und stimme ihn nachdenklich.
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2024-09-11T14:25:28+02:00
2024-09-11T14:25:28+02:00
https://www.mdr.de//meine-schlagerwelt/stefan-mross-mutter-stefanie-demenz-erkankung-100.html
Mit Wasserstoffperoxid-Nebel gegen Coronaviren
Es erinnert ein wenig an eine Schneekanone. Doch statt der weißen Pracht spucken die großen Düsen Strahlen von feinem, weißem Nebel aus. Als breite Wolke sinkt er zu Boden, legt sich über die Bühne des Berliner Ensembles, die historischen, stoffbespannten Sitze, den Stuck im Theatersaal. Doch der Nebel dient hier keinem dramatischen Effekt, sondern der Desinfektion. Der Nebel besteht aus Wasserstoffperoxid. Er wird unter anderem von Firmen wie der B-P-S zur Raumdesinfektion eingesetzt. Was Haare bleichen und zu Sprengstoff verarbeitet werden kann, kann auch für Viren und Bakterien tödlich sein. Kathrin Höhne von der B-P-S erklärt die Wirksamkeit von Wasserstoffperoxid: "Wasserstoffperoxid ist ein Oxidationsmittel und es wird seit mehr als 50 Jahren zur Bekämpfung von Viren, Bakterien und Sporen eingesetzt. Wasserstoffperoxid zerstört nämlich die Lipid-Schicht der Viren. Und kann dadurch die Viren inaktivieren." Die Hülle der Viren wird also zerstört, die Viren werden unschädlich. Dass es also gegen das Coronavirus auf Flächen helfen kann, ist plausibel. Doch das Virus kann auch in Aerosolen - also kleinen Luftpartikeln - vorkommen - und da ziemlich lange überleben. Auch hier soll der Nebel das Virus bekämpfen können, erklärt Höhne: "Hierzu nutzt man die physikalische Eigenschaft der Diffusion. Denn diese Desinfektionsmittel-Aerosole sind so lange in der Luft unterwegs, bis sie einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt in der Luft haben. Das heißt, die wollen mit jedem Teil, das in der Luft ist, diesen Ausgleich schaffen. Und deswegen ist diese Vernebelung auch unglaublich wirksam, weil sie an Stellen kommt, an die man mit einem normalen Putztuch nicht mehr hinkommt. […] Diese Aerosole senken sich auch irgendwann auf Oberflächen ab und desinfizieren diese mit." Danach muss noch gelüftet werden. Die ganze Prozedur dauert ein bis zwei Stunden. Und hinterlässt einen reinen, coronafreien Raum, so der Anbieter B-P-S. Doch Michael Pietsch, Leiter der Hygieneabteilung an der Universitätsmedizin Mainz, hat seine Zweifel an der Wirksamkeit: "Das ist im Augenblick definitiv nicht bewiesen. […] Zumindest gibt es eine Forderung, die das Robert-Koch Institut erhebt, wenn es sagt: Es muss validiert werden, festgestellt werden, wie wirksam ist denn ein Verfahren mit Wasserstoffperoxid in der Raumluft auch an den Stellen, wo es möglicherweise schwierig ist, dass der Dampf hingelangt." Natürlich ist es aber denkbar, dass es funktioniert. Doch unabhängige Untersuchungen gibt es eben noch nicht. Eine Frage sei auch, ob der Nebel, der sich auf Flächen absetzt, noch die nötige Konzentration an Wasserstoffperoxid hat, um desinfizieren zu können. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum das Robert-Koch Institut die Wasserstoffperoxid-Vernebelung nicht auf seiner Liste für Desinfektionsverfahren führt, erklärt Pietsch: "Das Robert-Koch Institut sagt, Wasserstoffperoxid-Verfahren sind im Augenblick nicht zu listen, weil sie so unterschiedlich sind. Je nach Produkt und je nach Generator und je nach Raumkonfiguration." Ein nachgewiesenes und einheitliches Rezept für die Raum-Desinfektion mit Wasserstoffperoxid gibt es also noch gar nicht. Das bedeutet nicht, dass die Vernebelung von Wasserstoffperoxid bei der Desinfektion nutzlos ist. Aber es fehlen eben noch die unabhängigen, wissenschaftlichen Belege und Erkenntnisse, wie und wann es eingesetzt werden kann.
mdr.de
Hygienekonzepte in Zeiten von Corona: Das Berliner Ensemble glaubt eine Lösung in Wasserstoffperoxid gefunden zu haben. Der wird als Nebel in den Räumen versprüht und soll alles desinfizieren. Funktioniert das wirklich?
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2020-08-13T15:23:54+02:00
2020-08-13T15:23:54+02:00
https://www.mdr.de//wissen/wasserstoffperoxid-nebel-gegen-coronaviren-100.html
Linkspfoter – Auch Katzen und andere Tiere haben eine Lieblingsseite
Heute (8. August) ist Weltkatzentag. Und diese Meldung passt dazu, wie das Fell auf die Pfote. Denn Katzen sind zwar schneller als wir, springen auch viel höher und können auch besser hören, aber in einem sind wir gleich. Auch bei vielen Tierarten, wie eben Katzen, gibt es eine Links-Rechts-Präferenz. Wie es menschliche Linkshänder gibt, so gibt es auch Linkspfoter bei Katzen oder Linkskraller bei Papageien. Und natürlich gibt es umgekehrt auch diejenigen Tiere, die lieber alles mit rechts machen oder beidseitig agieren. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Medical School Hamburg unter Leitung des Biopsychologen Sebastian Ocklenburg. Ocklenburg und Kollegen analysierten in ihrer Studie 119 verschiedene Tierarten: von der Pfotigkeit bei Katzen über Krallenpräferenzen bei Papageien bis hin zur Händigkeit bei Affen. Auch um Amphibien, Fische und Reptilien ging es in der Studie. Die Forscher fanden heraus, "dass Gliedmaßen-Präferenzen die Regel und nicht die Ausnahme im Tierreich sind". Lediglich rund ein Drittel aller Arten zeigt keine klare Vorliebe für eine Seite, zwei Drittel hingegen bevorzugen entweder links oder rechts. Eine ganze Reihe von Tierarten erledigen ihre Aufgaben am liebsten mit links, während etwa Menschen eher dazu tendieren, rechtshändig zu sein. Bei Katzen zeigte sich, dass mehr als drei Viertel der untersuchten Katzen entweder rechtspfotig oder linkspfotig waren. Etwa jede vierte Katze nutzte beide Pfoten gleich häufig. Auch bei Hunden war ein ähnliches Muster zu beobachten: mehr als zwei Drittel bevorzugten entweder die linke oder die rechte Pfote. "Händigkeit ist eine Form hemisphärischer Asymmetrie, also eine Dominanz einer Hirnhälfte für bestimmte Tätigkeiten", erklärt Ocklenburg das Phänomen. Diese werde durch genetische Faktoren und Umweltfaktoren beeinflusst. Das gelte ebenso für Tiere wie für Menschen. dpa (dn)
mdr.de
Auch Katzen und andere Tiere haben eine Links-Rechts-Präferenz. Einer Studie zufolge sind mehr als drei Viertel aller Katzen entweder Linkspfoter oder Rechtspfoter. Ähnlich sieht es bei Hunden und anderen Tieren aus.
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Naturwissenschaft
2024-08-14T09:44:13+02:00
2024-08-14T09:44:13+02:00
https://www.mdr.de//wissen/naturwissenschaften-technik/linkshaender-linkspfoter-katzen-hunde-tiere-haben-links-rechts-praeferenz-100.html
"Durchschnittsalter sollte die Partei alarmieren": Was junge Politiker von ihren Parteien verlangen
Die Worte von Christoph Girbig sprechen eine deutliche Sprache. 68 Prozent Zuwachs verglichen mit vergangenem Sommer. "Eine atemberaubende Steigerung", findet der junge Mann aus Magdeburg. Christoph Girbig ist einer der beiden Landessprecher der Grünen Jugend in Sachsen-Anhalt – und hat Grund zur Freude. "Der Zuwachs", sagt er, "zeigt, dass immer mehr jüngere Menschen ihr Interesse in den Themen unserer Organisation finden." In der Tat: Die Steigerung ist beachtlich. Und er untermauert einen Trend, der sich längst bundesweit abbildet: Die Grünen kommen gut an bei vielen jungen Menschen. Zur Wahrheit gehört aber, dass die Grüne Jugend in Sachsen-Anhalt eine der kleinsten Jugendorganisationen der Parteien bleibt. Gut 140 Mitglieder hat sie nun, Jusos (knapp 700 Mitglieder) oder Junge Union (etwa 600) sind in ganz anderen Sphären unterwegs. Die Herausforderungen aber sind auch dort dieselben: Wie können junge Menschen, die sich politisch engagieren, den Sprung in die oft von älteren Menschen dominierten Parteien schaffen? Wie gelingt es, den Generationenwechsel in den Kommunalparlamenten dieses Landes voranzutreiben? So sehr sich die Antworten während der Recherche für diesen Themenschwerpunkt unterscheiden: So eindeutig ist, dass den Jugendorganisationen von CDU, SPD, Grünen, AfD und Linken eine entscheidende Rolle zufällt. Sie sind es, aus denen der politische Nachwuchs kommt. Die Wahlen im Landkreis Harz haben das wieder gezeigt: Daniel Szarata, bald Oberbürgermeister von Halberstadt? Begann seine politische Karriere einst in der Jungen Union. Thomas Balcerowski, designierter Landrat im Harz? Einst ebenfalls ein Sprössling aus dem CDU-Nachwuchs. JU-Landesvorsitzende Anna Kreye sieht in ihrer Partei trotzdem Raum für Verbesserungen. "Das Durchschnittsalter der CDU sollte die Partei alarmieren", sagt Kreye. Was die Christdemokraten bräuchten, sei eine gezielte Förderung junger Menschen. Ob es diese Förderung auch wirklich gibt, sei von Kreisverband zu Kreisverband unterschiedlich. Letztendlich muss beides stimmen: das Kandidatenangebot, aber auch die Bereitschaft, jungen Menschen eine Chance zu geben. Dass ältere Politiker innerhalb der Partei mehr Chancen haben, findet Anna Kreye einleuchtend. "Sie haben die besseren Netzwerke und verfügen natürlich auch über Erfahrung", sagt die 26-Jährige. Und trotzdem: Sie wünsche sich einen gesunden Ausgleich zwischen den Generationen – und das ohne Quote. Gleiche Aufstiegschancen von älteren und jüngeren Politikern hält auch Franca Meye für utopisch. Meye ist Landesvorsitzende der Jusos in Sachsen-Anhalt und betont, dass ein Kommunalpolitiker mit 15-jähriger Stadtratserfahrung immer bekannter und erfahrener sein wird als ein junger Mensch, der gerade erst mit der Kommunalpolitik begonnen hat. Die SPD sieht Meye aber auf einem guten Weg. Das hätten die Kommunalwahlen voriges Jahr untermauert. "Wir sind landesweit mit vielen Jusos für die Kommunalparlemente angetreten und viele davon hatten auch Erfolg", sagt Meye. Das sei neben dem persönlichen Engagement auch der Tatsache zu verdanken, dass viel mehr junge Menschen einen vorderen Listenplatz bekommen hätten. Die Einbindung junger Menschen ist für beide Seiten wichtig. Für ältere Mandatsträger können sie einen anderen Blickwinkel eröffnen und für die Jüngeren ist es ein Erfahrungsaustausch und ein Vorbereiten auf die eigene ehrenamtliche Arbeit. Die SPD sei da auf dem richtigen Weg, sagt Franca Meye. Davon zeugten Seminare für angehende Kommunalpolitiker. Vor allem den direkten Kontakt von politischem Nachwuchs und Kommunalpolitikern müsse man aber noch intensivieren, sagt die Juso-Chefin. Nachholbedarf gebe es außerdem bei der Förderung junger Frauen. Die Junge Alternative wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit von Partei und Jugendorganisation. Dazu gehörten höhere finanzielle Mittel und eine gezielte Förderung und Motivierung junger Nachwuchskräfte, sagte Landesvorsitzender Jan Wenzel Schmidt MDR SACHSEN-ANHALT. Christoph Girbig, Landessprecher der Grünen Jugend, sieht in "Fridays for Future" einen entscheidenden Punkt für den Aufwind des Parteinachwuchses. "So kommen viele politisierte Menschen von der Bewegung in die Partei und fordern ein Mitspracherecht ein", sagt Girbig. "Daran müssen sich die Älteren in der Partei gewöhnen." Junge Kandidierende machen innerhalb der Partei teilweise auch die Erfahrung, nicht immer ganz ernst genommen oder nur belächelt zu werden, wenn sie beispielsweise für einen Vorstandsposten kandidieren. Wenn Christoph Girbig auf die Gesamtsituation der Grünen schaut, sieht er die Partei auf einem guten Weg. Girbig verweist auf die Wahlen in Land und Bund im kommenden Jahr: Sechs junge Grüne stünden auf den Listen für Landtag und Bundestag, sagt er – auf "aussichtsreichen Plätzen". Anmerkung der Redaktion: Der Standpunkt der Jungen Alternative wurde nachträglich in den Artikel hinzugefügt. Eine entsprechende Anfrage von MDR SACHSEN-ANHALT hat die Junge Alternative erst nach Veröffentlichung des Artikels beantwortet. Quelle: MDR/ld
mdr.de
In den Jugendorganisationen von CDU oder SPD ist schon manches politisches Talent entdeckt worden. Beim Generationenwechsel in Parteien sind Jusos und Co. unabdingbar. Doch der Wechsel geht nicht allen schnell genug.
[ "politik", "jung", "alter", "gemeinderat", "stadtrat", "junge union", "jusos", "linksjugend", "solid", "junge alternative", "grüne jugend", "ortschaftsrat", "kommunalpolitik", "cdu", "spd", "grüne", "linke", "afd", "parteien", "nachwuchs", "suche" ]
Sachsen-Anhalt
2020-07-27T12:19:25+02:00
2020-07-27T12:19:25+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/junge-entscheidungstraeger-kommunalpolitik-jugendorganisationen100.html
Rezept: Herbstrollen mit Kürbis, pikantem Shot und Soja-Chili-Dipp
Für die Herbstrollen: Für den Shot: Für den Soja-Chili-Dipp: Für die Herbstrollen: Den Kürbis schälen, vierteln, Kerne entfernen und das Fleisch in kleine Würfel schneiden.In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und den Kürbis, die Karotte, die Paprika, den Knoblauch und den Ingwer darin anbraten, bis das Gemüse weich, aber noch bissfest ist.Sojasauce, Sesamöl und Zucker hinzufügen und gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.Ein Frühlingsrollenblatt auf eine Arbeitsfläche legen und etwa 2 EL der Kürbisfüllung in die Mitte geben. Die Seiten über die Füllung klappen und dann von unten nach oben aufrollen, um eine Frühlingsrolle zu formen. Mit den restlichen Blättern und der Füllung wiederholen.In einem Topf oder einer tiefen Pfanne reichlich Öl erhitzen und die Rollen darin goldbraun und knusprig frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Für den Shot: Den Kürbis schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Ingwer schälen und fein hacken. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und den Kürbis und Ingwer darin für etwa 5-7 Minuten anbraten, bis der Kürbis leicht goldbraun wird. Gemüsebrühe hinzufügen und zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und 15-20 Minuten köcheln, bis der Kürbis weich ist. Anschließend mit einem Stabmixer oder in einer Küchenmaschine pürieren, bis alles glatt und cremig ist. Mit Salz, Pfeffer, einem Spritzer Zitronensaft und/oder einen Löffel Honig abschmecken. Den Kürbis-Ingwer-Shot in kleine Tassen oder Gläser füllen, darauf etwas aufgeschäumte warme Milch geben und servieren. Für den Soja-Chili-Dipp: Alle Zutaten miteinander gut verrühren. Guten Appetit! MDR (jba)
mdr.de
Ob als cremiges Süppchen oder geschmortes Gemüse – Kürbis ist lecker und schnell zubereitet. Die Herbstrollen von Robin Pietsch sind eine leckere Abwechslung und gelingen garantiert.
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Rezepte
2023-11-03T12:37:22+01:00
2023-11-06T09:01:28+01:00
https://www.mdr.de//ratgeber/rezepte/rezept-herbstrollen-kuerbis-100.html
Bundes-Innen-Minister oder Bundes-Innen-Ministerin
Er ist der Chef vom Innen-Ministerium.Das ist ein großes Amt.Der Innen-Minister kümmert sich um die Sicherheit von den Menschen in einem Land.
mdr.de
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Wörter-Buch
2021-12-17T11:56:36+01:00
2021-12-17T11:56:36+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-bundes-innenminister100.html
Viele Schulleiterstellen an Sachsens Schulen unbesetzt
An dutzenden Schulen in Sachsen sind derzeit die Schulleiterposten unbesetzt. Wie die "Sächsische Zeitung" (SZ) am Montag vermeldet, fehlten zum Stichtag 1. August 78 Schulleiterinnen und Schulleiter an den staatlichen Schulen in Sachsen. Die meisten freien Stellen seien an den Grundschulen zu finden. Hier seien 53 Leitungsstellen unbesetzt, so die Zeitung. Trotz der unbesetzten Stellen sei keine Schule ohne Leitung, wie die SZ das sächsische Kultusministerium zitiert. Entweder übernehme ein Schulleiter einer anderen Schule kommissarisch die Stelle oder eine Lehrkraft werde mit Leitungsaufgaben betraut. Als Grund für die vielen offenen Stellen gibt das Ministerium demnach fehlende Bewerber an. Für viele Lehrkräfte sei die Mehrbelastung bei unzureichender Bezahlung nicht attraktiv, hieß es. MDR (ben)/dpa
mdr.de
An dutzenden Schulen in Sachsen sind derzeit die Schulleiterposten unbesetzt. Mit Stichtag 1. August fehlen 78 Schulleiterinnen und Schulleiter an den staatlichen Schulen in Sachsen.
[ "Nachrichten", "Schule", "Bildung", "Schulleiter", "Kultusministerium" ]
Sachsen
2023-10-30T10:56:12+01:00
2023-10-30T10:56:12+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/schule-schulleiter-stellen-kultusministerium-100.html
Auch Burg zweifelt Zensus-Ergebnisse an
In Sachsen-Anhalt fühlt sich eine weitere Stadt durch die Ergebnisse des Zensus 2022 benachteiligt. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT werden Burg, der Kreisstadt des Jerichower Landes, 1.300 Einwohner weniger bescheinigt als zuvor angenommen. Nun drohen Mindereinnahmen aus dem Finanzausgleich. Bürgermeister Philipp Stark (parteilos) sprach von einer fehlerhaften Zählung und verwies darauf, dass bereits der vorherige Zensus aus dem Jahr 2011 erhebliche Unterschiede ergeben habe. Weniger Einnahmen würden dazu führen, Ausgaben zu reduzieren beziehungsweise anderweitig Geld einnehmen zu müssen. Weniger Einnahmen heißt ja, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen, gegebenenfalls Ausgaben zu reduzieren oder andere Einnahmen zu erhöhen beziehungsweise andere Einnahmequellen zu schaffen. Stark kündigte an, zunächst eine für September vorgesehene Anhörung zum Zensus abzuwarten. Nach Angaben der Stadt werden die endgültigen Ergebnisse des Zensus erst danach – im kommenden Jahr – festgelegt. Dann werde auch feststehen, mit welchen finanziellen Zuweisungen die Stadt Burg rechnen könne. Man sei aber auch mit anderen Kommunen in Kontakt, um sich für mögliche weitere Schritte abzustimmen. Der Zensus 2022 hat zum Stichtag 15. Mai die Einwohnerzahl aller Gemeinden Deutschlands ermittelt. Als Datengrundlage dienten dabei die Melderegisterzahlen, die jedoch mit statistischen Mitteln korrigiert wurden: Einerseits wurden Doppelungen durch mehrere Wohnsitze entfernt, andererseits Befragungen auf Stichprobenbasis sowie Erhebungen an Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften durchgeführt. In Sachsen-Anhalt wurden rund 260.000 Menschen durch eine sogenannte Haushaltsbefragung interviewt. Das entspricht gut zehn Prozent der Bevölkerung. Dabei ging es auch um Informationen zu Bildung und Erwerbssituation. Rund 2.300 Interviewerinnen und Interviewer haben in den 38 kommunalen Erhebungsstellen daran mitgearbeitet. Der Zensus bescheinigt Sachsen-Anhalt einen Bevölkerungsschwund von 1,8 Prozent – also rund 40.000 Einwohnern. Das bedeutet Mindereinnahmen über den Finanzausgleich ab 2025 etwa 15 bis 25 Millionen Euro. Für den Landeshaushalt hat so eine Schwankung nach Angaben des Finanzministeriums keine Auswirkung. Jedoch ändert sich die Verteilung der Mittel für die Kommunen. Zuletzt hatte sich die Stadt Halle mit dem Ergebnis der jüngsten Volkszählung nicht einverstanden gezeigt und angekündigt, die Zahl nachzuprüfen. Dazu solle jedem gemeldeten Einwohner ein Brief zugeschickt werden. Die nicht zustellbaren Rückläufer würden gezählt. Dann habe die Stadt eine sehr genaue Einwohnerzahl, hieß es. Der Finanzausschuss des halleschen Stadtrates soll demnach noch diesen Monat über die Finanzierung dieses Vorhabens abstimmen. Der Zensus 2022 hatte ergeben, dass in Halle knapp 17.000 Menschen weniger leben als angenommen. Bürgermeister Egbert Geier (SPD) behauptet, Auszüge des Melderegisters sowie der Abgleich mit den Steuerdaten belegten, dass deutlich mehr Menschen in Halle wohnten. MDR (Christoph Dziedo, André Plaul)
mdr.de
Nach Halle protestiert auch Burg gegen die Ergebnisse des Zensus 2022. Denn auch die Kreisstadt hat demnach Einwohner verloren – und würde dies finanziell spüren.
[ "Zensus", "Einwohner", "Burg", "Zählung", "Protest" ]
Sachsen-Anhalt
2024-08-20T10:02:10+02:00
2024-08-20T11:24:47+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/jerichow/burg-zensus-einwohner-zweifel-einnahmen-100.html
Düsternis und Demut
Wenn es eine Krisenregion in der deutschen Medienlandschaft gäbe, dann wäre das wohl der Lokaljournalismus: wegbrechende Auflagen, Dürre im Anzeigengeschäft, von der untergehenden Insel des Printgeschäfts hin zu neuen digitalen Geschäftsmodellen zu schippern klappt häufig nur bedingt, der wirtschaftliche Druck wächst seit Jahren, die Vielfalt dagegen sinkt.Gestern aber wurde ein ungewöhnlich sonniger Blick auf die Branche geworfen:Da wäre zu allererst diese Befragung, über die "Rolle der Zeitung für die Region". Dabei vergewissert sich der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) über die ZMG (Zeitungsmarktforschung Gesellschaft), dass Zeitungen, wenn es um regionale News geht, "nach wie vor das wichtigste Medium" (Tagesspiegel) sind. Das wird daran festgemacht, dass knapp zwei Drittel der Befragten sich digital oder analog mit einer Tageszeitung über das Geschehen vor Ort informieren. Bei Horizont (via dpa) heißt es außerdem, dass 91 Prozent der Aussage zustimmen, "die regionale Tageszeitung berichte über alle wichtigen lokalen Akteure und sei eine vertraute Institution (90 Prozent) und damit ein Sprachrohr für die Menschen vor Ort (85 Prozent)". Vergleichszahlen von vor zehn/zwanzig Jahren stehen allerdings nicht dabei und auch nicht, ob die Befragten für’s Lesen zahlen. Insofern ist das Ganze bei genauerem Hinschauen wohl eher ein Aufbäumen, ein Reviermarkieren als eine substanzielle Erfolgsmeldung. Etwas mehr Butter bei die Fische, äh, Zeitungen tut Heike Hampl bei Meedia. Die Leiterin des Regio-Desks Zwickau bei der Chemnitzer Freien Presse hat dort fünf positive, aber dennoch selbstkritische Punkte zusammengeschrieben, weshalb die Lokaljournalismus aus ihrer Sicht besser wird. "Wir alle verkaufen von Jahr zu Jahr weniger gedruckte Zeitungen – und schaffen es noch nicht, im Digitalen genauso viel Geld zu verdienen wie mit dem gedruckten Produkt. Wir sehen, dass viele Menschen uns mittlerweile für verzichtbar halten. Politiker, Unternehmen und Behörden kommunizieren im Netz an uns vorbei direkt mit ihrer Zielgruppe", schreibt Hampl unter Punkt 3. Ähm ja, hört sich erstmal nicht unbedingt nach Verbesserung an, aber deutlich ehrlicher als beim BDZV. Dann kommt die Journalistin aber zum positiven Teil, dem Umgang mit der bitteren Erkenntnis: "Düstere Jahre waren das – in den gesunden Redaktionen mündete die Düsternis in Demut. Uns ist heute – vielleicht mehr denn je – bewusst, dass wir Journalismus für die Nutzerinnen machen. Nicht für Bürgermeister, Unternehmerinnen, Abgeordnete oder die Redaktionsleitung. Diese Bescheidenheit paart sich mit neuem Selbstbewusstsein, das sich auch durch Bezahlschranken im Netz in den Redaktionen ausgebreitet hat. Guter Journalismus kostet Geld." Und die digitalen Erlöse stiegen langsam an. Mit dieser Erkenntnis kommen wir also endgültig wieder auf dem Boden der Tatsachen an und hier unten fragt Christoph Sterz bei Deutschlandfunks "@mediasres", inwiefern die Krisenregion entwicklungshilfebedürftig ist, bzw. ob Verlage eine "Finanzspritze" bräuchten und wie die aussehen könnte.   Der NRW-Geschäftsführer der Funke-Mediengruppe, Thomas Kloß, will z.B. keine direkten Subventionen, weil er ein Glaubwürdigkeitsproblem befürchtet. Steuerbefreiungen oder Entlastungen bei den Sozialabgaben fände er dagegen töfte. Die Dortmunder Journalistik-Professorin Wiebke Möhring wirft allerdings erst einmal ein, sich "vielleicht nochmal vor Augen führen und unter anderem aber auch klarmachen: Warum hat diese Zeitung, dieses Medienhaus jetzt an dieser Stelle ein wirtschaftliches Problem? Und was hat sie auch schon an Maßnahmen ergriffen? Will sagen: Es kann ja nicht sein, dass dann durch eine öffentliche Förderung Management-Fehler gegenfinanziert werden." Ein Schelm, wer dabei jetzt direkt an Funke denkt. Dass Lokalberichterstattung wichtig für die Menschen vor Ort ist (und für die Demokratie sowieso) bezweifelt ja eigentlich niemand. Das Zwanghafte betonen der eigenen Relevanz beim BDZV hält aber leider nicht die Lösung für die aktuellen Probleme parat. Die liegt wohl eher bei Journalistinnen wie Hampl, die Fehler und Learnings offen ansprechen. Stiftungs- und Genossenschaftsmodelle werden in dem Zusammenhang ja auch immer wieder diskutiert und aus NRW könnte ein Anstoß kommen, Journalismus künftig leichter als gemeinnützig anerkennen zu lassen (siehe Altpapier). Sterz erinnert auch daran, dass der BDZV aktuell mit dem Arbeitsministerium über eine Förderung für die Zeitungszustellung verhandelt. Solange die Verlage noch welche drucken… Gedruckt wurde am Wochenende einiges, auch falsches. Vier Nachrichtenagenturen verbreiteten eine von der Bild am Sonntag falsch zusammengefasste Statistik zum Anstieg rechter Gewalt in Deutschland (wie gestern hier im Altpapier schon kurz angeschnitten). Die BamS hatte vorab Einblick in den Verfassungsschutzbericht bekommen, der erst morgen veröffentlicht werden soll, und zum eigenen Bericht ein Vorab an die Agenturen geschickt. Die Zahl der rechtsextremen Gewalttaten sei um 71,4 Prozent auf 48 gestiegen, hieß es dort. "Das ist falsch, und es ist nicht ein kleines bisschen falsch, sondern ungefähr um den Faktor 20. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland über 1000 rechtsextreme Gewalttaten registriert. 48 ist die Zahl der antisemitischen rechtsextremen Gewalttaten", schreibt Stefan Niggemeier bei Übermedien. Die falschen Zahlen der BamS lösten einen sauberen Domino-Effekt aus und purzelten durch eine ganze Reihe von Medien. Niggemeier hat sie online u.a. bei Welt, Deutsche Welle, SWR, WAZ, tagesschau.de, Hannoversche Allgemeine, t-online.de, sueddeutsche.de, Deutschlandfunk, BR24, FAZ, Saarbrücker Zeitung und Rheinpfalz gefunden (teils mittlerweile korrigiert). Um den einzelnen Fehler geht es aber gar nicht so sehr. Niggemeier hat mit Chefredakteuren und Ressortleitern von AFP, epd, KNA und Reuters über die Abläufe gesprochen, die hinter der Verbreitung des Fehlers stehen. Die meisten verweisen auf die dünne Besetzung und generalistisch angelegten Wochenend- bzw. Nachtdienst und den Produktionsdruck. Dazu komme, dass Ämter und Behörden am Wochenende nicht gut für eine Verifizierung zu erreichen sind oder in diesem Fall einfach wieder auf die BamS verwiesen hätten. Niggemeiers Fazit: "Die ‚Bild am Sonntag‘ hat es eilig, die Ergebnisse des Verfassungsschutzberichtes zu verbreiten, bevor der öffentlich ist. Die Agenturen haben es eilig, die Aussagen der "Bild am Sonntag" zu verbreiten. Produktionsdruck schlägt Sorgfalt." Dahinter stünden auch systemische Mängel: Nachrichtenagenturen sehen andere Medienberichte als vertrauenswürdige Quellen an, Agenturkunden wiederum behandelten deren Meldungen als privilegierte Quelle und verbreiten sie in der Regel ohne weitere Prüfung. Das System sei "darauf angelegt, Falschmeldungen zu verbreiten: Von einem Medium gelangen sie über den Umweg über Agenturen in alle Medien, weil an jeder Stelle in diesem Prozess die Annahme gilt, dass die Quelle vertrauenswürdig ist." Verstärkt werde das noch weiter durch Zentralredaktionen (in diesem Fall Funke), die den Mantel für verschiedenste Titel liefern. Es fehlen gewissermaßen die Sicherheitslücken, wie die, die beim Domino verhindern, dass bei einem Bau-Fehler gleich Tausende Steine umfallen, statt nur ein paar vereinzelte. Das ist ein Punkt, der erstaunlich selten von Presserat und Journalistenorganisationen thematisiert wird. Dabei würden sich hier tatsächlich mal Richtlinien anbieten. Auch für eine medienübergreifende Hinwies-Kultur für Fehler unter Kolleg:innen… Hinweis: Ich arbeite gelegentlich für den epd. +++ Die Innenminister haben scheinbar etwas zu viel Orwell und Kling gelesen und wollen laut netzpolitik.org ein "registerübergreifendes Identitätsmanagement" bei Behörden und Ämtern ermöglichen und dafür individuelle Personenkennziffern vergeben. Die von Markus Reuter befragten Experten sehen Missbrauchsprotenziale. +++ Der Netzaktivist Alp Toker spricht im Interview mit Johannes Kuhn auf der SZ-Medienseite (hier bei Blendle) über zunehmende Blockaden des Internets und sozialer Medien: "Venezuela schaltet Social Media ab, wenn die Opposition auftritt. Dann funktionieren Youtube, Instagram oder Twitter für einige Minuten nicht. Das erinnert eher an klassische Zensur aus Radio- und TV-Zeiten. Benin und Malawi gingen dieses Jahr während der Wahlen offline. Simbabwe blockierte soziale Netzwerke, als Bürger gegen die hohen Benzinpreise demonstrierten. (…) Und Sri Lanka hat dreimal innerhalb kurzer Zeit Social Media abgeschaltet, unter anderem, um nach einem Terroranschlag Übergriffe auf Minderheiten zu verhindern." Einen Blick auf Gegenstrategien wirft er auch. +++ Die Finanzierung der Republik, des Schweizer Vorzeige-Mediums für leser:innenfinanzierten Journalismus, stockt laut Newsroom. "Unser Januar-Plan ist bisher nicht aufgegangen. Jeden Tag kommen neue Verlegerinnen dazu, aber etwa gleich viele verlassen uns auch wieder. Das bedeutet: Im Moment wächst die Republik nicht", wird das Haus zitiert. Im schlimmsten Fall würden die Mittel nur noch bis November reichen, heißt es. So pessimistisch kann man bei der Republik aber eigentlich nicht sein, denn kürzlich wurden noch neue Stellen ausgeschrieben. +++ Banijay übernimmt die bisher inhabergeführte Produktionsfirma Good Times (u.a. "Armes Deutschland" bei RTL2 und "Unser Kiosk" bei kabel eins), berichtet dwdl.de. Good Times gehöre damit als weiteres Label neben Banijay Productions, Brainpool und Raab TV unter das Dach der deutschen Banijay Familie. +++ Facebook ruft erneut nach Regulierung. Warum? Das analysiert Michael Hanfeld heute auf der FAZ-Medienseite (hier bei Blendle). +++ Chat-Bots galten als innovative Wege der Nachrichtenvermittlung. Nun wird mit Quartz aber wieder einer eingestellt. Woran liegt das und welche Erwartungen haben Nachrichtenkonsumenten heute? Das fragen sich Joshua Benton beim Nieman Lab und Bernd Oswald bei Piqd. +++ Auf der FAZ-Medienseite beschreibt Bülent Mumay den Umgang Erdogan-treuer Medien mit dem Sieg der Opposition in Instanbul: "Der Verlust der Metropole las sich in den Palast-Medien so: 'Istanbul hat seine Wahl getroffen.' Bei Fußballnachrichten wird statt 'Das Spiel wurde gespielt' gemeldet, wer gewonnen hat. Als es aber um die Niederlage der AKP ging, war weder vom Ergebnis noch von den Akteuren die Rede. Man beschränkte sich auf trockene Schlagzeilen." Warum solche Medienhäuser sich jetzt fürchten müssen, kann man auch bei Blendle nachlesen. +++ Mit der Diskuthek startet der Stern ein politisches Debattenformat bei Youtube. In dem Projekt stecken Gelder der Google News Initiative und in der ersten Folge diskutiert Philipp Amthor (CDU) mit Kevin Kühnert. Neues Altpapier gibt’s wieder am Donnerstag.
mdr.de
Wieviel Optimismus ist angebracht in der Krisenregion namens Lokaljournalismus? Welche Art von Entwicklungszusammenarbeit wäre dort sinnvoll? Produktionsdruck führt zum Fehler-Domino und Innenminister lesen gerne Orwell.
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2019-06-26T16:19:32+02:00
2019-06-26T16:19:32+02:00
https://www.mdr.de//altpapier/das-altpapier-1038.html
Standard-Spezialisten vom Halleschen FC verschärfen Krise des SV Babelsberg
Daniel Meyer lächelte zufrieden mit der Sonne um die Wette. Der Sportchef des Halleschen FC war nach dem 4:0-Auswärtssieg beim SV Babelsberg in bester Stimmung. Bei seinem Bruder André sah die Gefühlslage gänzlich anders aus. Der 40-Jährige coacht Babelsberg und blickt schwierigen Zeiten entgegen, weil Halle im richtigen Zeitpunkt die Tore machte und der SVB am Ende zu deutlich verlor. Burim Halili köpfte Halle nach einer Ecke früh in Führung, nach zähen Minuten erhöhte Cyrill Akono aus dem Gewühl und nach einem feinen Angriff. Jan Löhmannsröben legte mit einem urgewaltigen Schuss in den Winkel nach. Den Schlusspunkt setzte Robin Friedrich per Elfmeter. HFC-Trainer Mark Zimmermann setzte in der Startelf im Vergleich zum packenden 2:1-Sieg gegen Carl Zeiss Jena auf Pierre Weber für Robin Friedrich, zudem verteidigte Burim Halili für den verletzten Niklas Landgraf (Muskelprobleme). Die Entscheidung für Halili sollte sich als Glücksgriff erweisen. Der Innenverteidiger schraubte sich in der 15. Minute nach einer Ecke in die Luft und köpfte unhaltbar aus elf Metern ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Führung verdient und sogar ein wenig überfällig, denn die Hallenser begannen bärenstark. Babelsberg lief nur hinterher, gewann kaum Zweikämpfe und hatte Glück, dass der HFC aus der drückenden Überlegenheit nicht noch weitere Tore erzielte. Nach 20 Minuten wachte dann auch Babelsberg auf. Torjäger Daniel Frahn (7 Saisontore) leitete die erste gute Chance ein. Paul Wegener schoss leicht in Rücklage drüber. Die Gastgeber witterten aber Morgenluft und brachten die keineswegs sattelfeste HFC-Defensive immer wieder ins Wanken. Nach dem Wechsel war das Geschehen eher einschläfernd. Nach vorn passierte wenig - bis zur 62. Minute. Dann setzte sich Lucas Halangk nach einem Freistoß von Löhmannsröben gut auf der linken Seite durch und legte für Akono auf, der bekam den Ball unbemerkt vom Schiedsrichter an den Arm und drückte ihn aus dem Gewühl ins Tor. Mit dem 2:0 im Rücken strotzte Abwehrmann Löhmannsröben vor Selbstvertrauen und hämmerte einen brillanten Rückpass aus 17 Metern mit vollem Risiko unhaltbar zur Entscheidung (74.) ins Tor. Für Babelsberg kam es noch dicker. Als Jannis Lang im Strafraum Akono von den Beinen holte, gab es Elfmeter. Robin Friedrich traf den Ball nicht mal ideal, drin war er trotzdem. Für den Halleschen FC geht es am kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz weiter. Der SV Babelsberg hat einen ganz kurzen Dienstweg. Die "Nulldreier" gastieren beim Topteam Hertha BSC II. sst
mdr.de
Der Hallesche FC kann auch auswärts gewinnen! Beim SV Babelsberg feierte die Zimmermann-Elf nach einer reifen Leistung einen klaren Sieg.
[ "Regionalliga", "Fußball", "Sport", "Nordost", "12. Spieltag", "SV Babelsberg 03", "Hallescher FC" ]
2024-10-20T15:01:01+02:00
2024-10-20T16:14:34+02:00
https://www.mdr.de//sport/fussball_rl/bericht-sv-babelsberg-hallescher-fc-100.html
Für mehr Verfassungspatriotismus
Krieg in der Ukraine, Krieg in Israel, kaum ist Corona vorbei, wollen die Lebensmittelpreise nicht mehr sinken, Dauerkrach in der Koalition, Reichsbürger bezweifeln, dass Deutschland überhaupt eine Verfassung hat und schmieden Pläne, die Demokratie zu zerstören und im Osten der Bundesrepublik führt eine Partei die Umfragen an, die selbst den rechts-nationalen Partnern der EU zu extrem ist. Partystimmung will gerade nicht so richtig aufkommen in Deutschland. Dabei gibt es einiges zu feiern. 75 Jahre Grundgesetz, 35 Jahre friedliche Revolution, bedeuten Frieden und Freiheit für ein ungeteiltes Deutschland. Da können wir uns alle gegenseitig gratulieren. Na los, der Appetit kommt beim Essen. Und wenn wir schon nicht das Grundgesetz feiern, dann sollten wir wenigstens darüber reden. Und so ein Jubiläum bietet reichlich Anlass, kritisch auf die eigene Geschichte zu schauen. Dass zwei lange voneinander getrennte Landesteile eine gemeinsame Verfassung haben, ist alles andere als selbstverständlich. Darüber hinaus war die Übernahme des BRD-Grundgesetzes für das wiedervereinigte Deutschland nicht zwingend. So gab es konkrete Pläne, eine neue, gemeinsame Verfassung zu schreiben. Volkskammermitglieder und Bürgerrechtler hatten gute Ideen: ein Recht auf Arbeit, ein Recht auf Wohnen. Beides fehlt in unserem heutigen Grundgesetz. Die Mehrheit wollte eine schnelle Wiedervereinigung, die BRD hatte wenig Interesse daran, ihr Grundgesetz neu aufzusetzen. Also übernahm der Osten das Grundgesetz des Westens. Für die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin und heutige Vize-Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckhardt (B‘90/Grüne) ist das eine verpasste Chance. Und dennoch hätten auch Ostdeutsche jeden Grund, stolz darauf zu sein, vieles von dem erreicht zu haben, wofür sie '89 auf die Straße gegangen seien, so Göring-Eckhardt. Doch all das, was sich die Demonstranten der friedlichen Revolution erstritten, ist kein Selbstläufer. In seiner Festrede zum 75. Jahrestag des Grundgesetzes lässt Bundespräsident Steinmeier keinen Zweifel daran, dass das Grundgesetz ohne Demokraten nicht überlebensfähig ist. "Wir leben in einer Zeit der Selbstbehauptung", erklärt das Staatsoberhaupt und verweist auf innere und äußere Feinde der Demokratie, die diese vernichtet sehen wollen. Angesichts dieser Herausforderung dürfe Rückzug keine Alternative sein, so Steinmeier. Weiter führt er aus: "Wir leben in einer Zeit der Bewährung". Manch einem mag das etwas zu fatalistisch klingen. Nicht alle Probleme der Bundesrepublik lassen sich auf den Konflikt Demokraten gegen Verfassungsfeinde herunterbrechen, erklären manche. Das stimmt. Ich denke aber: Steinmeier hat recht. Denn egal ob Gewalt gegen Politiker, Demonstranten oder Ehrenamtliche, ohne unsere Verfassung und Menschen, die sich für ein streitbares Miteinander einsetzen, ist alles Mist. Ich bin nicht stolz darauf, Deutscher zu sein. Ich habe herzlich wenig dafür getan, Deutscher zu sein. Warum sollte ich mich damit also brüsten? Ich sehe keinen Grund dafür. Doch wie sieht es mit dem Grundgesetz aus? Auch an der Verfassung habe ich nicht mitgeschrieben. Warum also stolz auf sie sein? Weil wir eben jeden Tag mitwirken müssen und das oft nicht einfach ist. Das Grundgesetz ist kein Dekret, das für Frieden und Freiheit sorgt. Es ist eine Anleitung, die zum Mitmachen auffordert. Und jeder, der mitmacht, diese Verfassung, diese Demokratie zu leben und zu verteidigen, darf sich gerne mal auf die Schulter klopfen.  Dazu gehört nicht nur ein schillernder "Sommer der Demokratie" mit Festen, Konzerten und Empfängen. Dazu gehört auch, Meinungen auszuhalten, die man nicht nachvollziehen kann; Kompromisse zu akzeptieren, die einem nicht gefallen; dem aktuellen Tagesgeschehen zu folgen, auch wenn es an den Kräften zehrt; anderen zuzuhören, obwohl sie Positionen vertreten, die man nicht teilt; und Demokratiefeinde in die Schranken zu weisen. Das macht man alles vielleicht nicht nur unbedingt, weil man stolz auf die Verfassung ist. Vielleicht aber, weil man für ihre Werte einsteht. Verfassungspatriotismus eben. Wenn wir das alle miteinander hinbekommen, dann haben Anti-Demokraten keine Chance.
mdr.de
75 Jahre Grundgesetz – Verfassungspatriotismus lohnt sich in Zeiten, in denen die Demokratie immer mehr unter Druck gerät. Der Bundespräsident hat recht, wenn er sagt: wir leben in einer Zeit der Selbstbehauptung.
[ "udl", "lupe", "meinung", "kommentar", "kolumne" ]
Deutschland
2024-05-26T13:57:07+02:00
2024-05-26T13:57:07+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/panorama/kolumne-grundgesetz-geburtstag-verfassung-patriotismus-100.html
Abmahnung
Das ist ein Brief.Zum Beispiel:    • Von der Firma,       in der ein Mensch arbeitet    • oder von einem Anwalt.In dem Brief steht:Dass ein Mensch etwas falsch gemacht hat.Und dass er es nicht wieder tun darf.Weil er sonst noch eine Abmahnung bekommt.Oder weil er sonst eine Strafe bekommt.
mdr.de
[]
Wörter-Buch
2017-05-05T11:42:25+02:00
2017-05-05T11:42:25+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-abmahnung-100.html
Der Rundfunkbeauftragte für den Datenschutz beim BR, HR, MDR, rbb, SR, SWR, WDR, Deutschlandradio und ZDF
Zuständig für die Wahl des Rundfunkdatenschutzbeauftragten sind die Kontrollgremien der Rundfunkanstalten. Stephan Schwarze wurde beim Bayerischen Rundfunk vom Rundfunkrat mit Zustimmung des Verwaltungsrats (Art. 21 BR-Gesetz), beim Hessischen Rundfunk (§ 28 HDSIG) vom Rundfunkrat, beim MDR (§ 38 MDR-Staatsvertrag), beim rbb (§ 47 rbb-Staatsvertrag), beim Saarländischen Rundfunk (§ 24 SR-Gesetz), beim SWR (§ 27 LDSG BW für den Südwestrundfunk) und beim Westdeutschen Rundfunk (§ 49 WDR-Gesetz) vom Rundfunkrat sowie vom Deutschlandradio-Hörfunkrat und vom ZDF-Fernsehrat jeweils mit Zustimmung des Verwaltungsrats (§ 16 DRadio-StV bzw. § 16 ZDF-StV) bestellt. Seine Amtszeit hat am 1. Juli 2023 begonnen, ihre Dauer ergibt sich aus dem jeweiligen Landesdatenschutz-, Landesrundfunk- oder Landesmediengesetz bzw. dem MDR-, Deutschlandradio- und dem ZDF-Staatsvertrag. Der Rundfunkdatenschutzbeauftragte wird unterstützt durch zwei Referentinnen bzw. Referenten, die zugleich die Vertretung im Falle längerer Abwesenheiten des Rundfunkdatenschutzbeauftragten übernehmen, sowie eine Assistentin bzw. einen Assistenten. Die Dienststelle des gemeinsamen Rundfunkdatenschutzbeauftragten befindet sich in Leipzig auf dem Gelände des Mitteldeutschen Rundfunks.
mdr.de
Informationen zum Rundfunkbeauftragten für Datenschutz beim BR, HR, MDR, rbb, SR, SWR, WDR, Deutschlandradio, ZDF, Stephan Schwarze, zu seiner Wahl und Amtszeit sowie zu seinem Team finden Sie hier.
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2024-02-08T16:14:17+01:00
2024-02-08T16:14:17+01:00
https://www.mdr.de//rundfunkdatenschutz/ueber-uns/rundfunkdatenschutzbeauftragte/index.html
Mehr als 100 Millionen Euro für Wirtschaftsförderung könnten in Mitteldeutschland ungenutzt bleiben
Ein Großteil der Fördertöpfe ist bereits ausgeschöpft, das Geld kann ab dem kommenden Jahr ausgezahlt werden – das vorweg. Doch bei den Ländern stapeln sich noch mehr Anträge, die man eigentlich gerne genehmigen würde. Denn Geld ist noch da, aber die Haushaltssperre des Bundes ist dazwischengekommen. Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagt deshalb: "35 Millionen stehen im Feuer." So viel Geld ist in Thüringen im Wirtschaftsfördertopf noch übrig. Von dem Geld, das zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte vom Land kommt, könnten Betriebe, Gewerbegebiete und Infrastrukturprojekte profitieren. Doch jetzt geht nichts mehr. Eine Katastrophe so kurz vor dem Jahresende, sagt Tiefensee. Denn wer seinen Antrag im Jahr 2023 bewilligt bekommt, tut das unter anderen Förderbedingungen als im nächsten Förderzeitraum. "Ein Tourismusbetrieb zum Beispiel oder eine Kommune will eine Förderung erhalten, die kann zukünftig im Jahr 2024 nicht mehr 90 Prozent betragen, aber es liegen noch Anträge für 2023 vor. Jetzt stelle ich mir vor, das wird einfach sang- und klanglos nach 2024 verschoben und man sagt dann der Kommune: 'Pech gehabt, hättest du die Bewilligung im Jahr 2023 bekommen, dann wärst du bessergestellt.' Das darf nicht sein." Auch in Sachsen ist etwa ein Drittel des Fördertopfs noch nicht ausgeschöpft. Insgesamt 50 Millionen Euro könnten hier – theoretisch – bis zum Jahresende noch bewilligt werden. Im Wirtschaftsministerium befürchtet man aber auch, dass das Förderprogramm künftig zusammengestrichen werden könnte, da der Bund weiter um den Haushalt für 2024 ringt. Schriftlich heißt es: "Die Folge wäre, dass viele Vorhaben und Projekte von Unternehmen und von den Kommunen nicht oder zumindest nicht wie geplant realisiert werden könnten. Sicherlich würde damit die Investitionstätigkeit in Sachsen insgesamt zurückgehen." In Sachsen-Anhalt ärgert sich Marco Langhof über die aktuelle Unsicherheit. Er ist der Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalts. Die Wirtschaft brauche Investitionen und Innovationen, um aus dem aktuellen Tal herauszufinden, sagt er. "Ich glaube, es stehen eine dreistellige Zahl von Firmen in den Staatlöchern, die verschiedene Investitionen schon vorbereitet haben und darauf warten, dass […] bestimmte Mittel freigegeben werden. […] Und da ist im Moment permanentes Abwarten angesagt und das ist Gift für die Wirtschaft." Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze sieht das genauso, auch in Sachsen-Anhalt stehen für dieses Jahr noch etwa 50 Millionen Euro aus dem Fördertopf zur Verfügung. Großansiedlungen wie die von Intel seien von dem Förderstopp aber nicht betroffen. "Hier geht es tatsächlich um die Unternehmen, die vielleicht 50 oder 100 Mitarbeiter haben und zum Teil 'nur' 100.000 Euro Unterstützung brauchen, um dann vielleicht 300.000 oder 400.000 Euro zu investieren. Also das ist schon Geld, was wirklich dann fehlt im Mittelstand." In allen drei Ländern hoffen sie noch auf eine schnelle Aufhebung der Haushaltssperre. Denn ab dem 15. Dezember sind in den Verwaltungen in der Regel die Kassen zu. Rund 135 Millionen Euro Wirtschaftsförderung würden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dann ungenutzt bleiben.
mdr.de
Wegen der Haushaltssperre des Bundes drohen rund 135 Millionen Euro an Fördergeldern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ungenutzt zu bleiben. Dabei wird gerade im Osten viel über diese Fördermittel investiert.
[ "Wirtschaftsförderung", "Fördergelder", "Fördertöpfe", "Millionen", "Wirtschaftsministerium", "Haushaltssperre" ]
Deutschland
2023-12-12T11:19:52+01:00
2024-08-26T12:05:11+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/wirtschaft/wirtschaftsfoerderung-ungenutzt-foerderstopp-haushaltssperre-100.html
Höcke und Voigt duellieren sich im Internet und bald öffentlich
Aktuelle Nachrichten des Mitteldeutschen Rundfunks finden Sie jederzeit bei mdr.de und in der MDR Aktuell App. Thüringens CDU-Chef Mario Voigt und AfD-Landeschef Björn Höcke haben sich in einem öffentlichen Streitgespräch verabredet. Dem ging eine Diskussion im Internet voraus. Anlass war ein längerer Schlagabtausch der beiden Politiker auf der Kurznachrichten-Plattform X, früher Twitter, zu angeblichen Forderungen Höckes nach einem "Sterben Europas". Höcke behauptete, er habe das so nie gesagt und Voigt lege ihm die Äußerung in den Mund. Dazu drohte er mit einer Unterlassungserklärung. Nach einem weiteren Hin und Her forderte Höcke, der AfD-Spitzenkandidat für die Thüringer Landtagswahl ist, Voigt schließlich zu einer Diskussion zum Europa-Begriff auf. Voigt stimmte daraufhin einem öffentlichen Streitgespräch zu und kündigte an, Höcke dabei als Risiko für Wohlstand und Ordnung zu entlarven. Ein Termin für das Gespräch steht noch nicht fest. Ein Bündnis mit der AfD schloss Voigt am Sonnabend am Rande der CDU-Vorstandsklausur in Heidelberg erneut aus. Zuletzt hatte die CDU in Thüringen immer wieder mit einer Koalition mit FDP und SPD geliebäugelt. Dafür hatten sich in jüngsten Wahlumfragen aber keine Mehrheiten abgezeichnet. Der Thüringer CDU-Chef, der auch Spitzenkandidat seiner Partei zur Thüringer Landtagswahl 2024 ist, nannte Überlegungen zu einem AfD-Verbot eine falsche Diskussion. "Der Opfermythos der AfD, der muss ein Ende haben. Wir machen die nicht zu Märtyrern, diese angebliche Alternative." Höcke müsse "ins Licht gezogen werden", weil dann seine Schwäche offenbar werde, nur Probleme zu benennen. Im Thüringer Landtag hatten CDU und AfD zuletzt gemeinsam für eine Senkung der Grunderwerbsteuer und eine Änderung des Waldgesetzes gestimmt. Bundesweit hatten diese Gesetzesänderungen gegen die Stimmen der rot-rot-grünen Minderheitskoalition teils für Aufsehen gesorgt. Die CDU hatte immer wieder betont, dass sie ihre Politikvorschläge nicht davon abhängig mache, wer für sie stimme. Auf dem sozialen Netzwerk Instagram wird das angekündigte Streitgespräch stark diskutiert: MDR (blm/rom)/dpa
mdr.de
Thüringens CDU-Chef Mario Voigt und AfD-Landeschef Björn Höcke haben sich erst im Internet duelliert, und dann zum Streitgespräch verabredet. CDU und AfD hatten zuletzt in Thüringen Gesetze gemeinsam verabschiedet.
[ "Nachrichten", "Höcke", "Voigt", "Landtagswahlkampf", "Landtagswahlen" ]
Thüringen
2024-01-14T15:10:40+01:00
2024-01-14T23:42:40+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/hoecke-voigt-diskussion-streit-100.html
300 Menschen haben in Dresden gegen ein Flüchtlings-Heim demonstriert
Dresden ist eine Stadt im Bundes-Land Sachsen.Dort gibt es den Stadt-Teil: Dresdener Norden.In diesem Stadt-Teil gibt es eine alte Schule.Sie wird nicht mehr benutzt.Die Stadt Dresden hat für diese Schule einen Plan:Dort soll es bald ein neues Flüchtlings-Heim geben. Manche Menschensind nicht mit dem Flüchtlings-Heim einverstanden.Deshalb gab es am Sonntag eine Demonstration.Die rechts-extreme Partei Freie Sachsenhat die Demonstration organisiert. Was bei der Demonstration passiert ist Einige Reporter waren bei der Demonstration dabei.Sie haben später erzählt:Ungefähr 300 Demonstranten haben sich vor der Schule getroffen.Es gab auch eine Gegen-Demonstration.Dabei haben ungefähr 80 Menschen mit-gemacht. Die Demonstranten sind dann von der Schulezur Dienst-Wohnung von Michael Kretschmer gelaufen.Das ist der Minister-Präsident von Sachsen.Die Dienst-Wohnung von Michael Kretschmerist auch im Stadt-Teil Dresdener Norden.Dort haben die Demonstranten gerufen:Kretschmer muss weg.Denn sie denken:Michael Kretschmer hat den Planfür die Flüchtlings-Unterkunft bestimmt.Deshalb soll er nicht mehr der Minister-Präsident von Sachsen sein. Die Polizei hat bei der Demonstration aufgepasst.Es gab bei der Demonstration keine Gewalt.Und die Polizei musste keinen Menschen fest-nehmen.
mdr.de
In Dresden gibt es eine alte Schule. Sie wird nicht mehr benutzt. Dort soll es bald ein neues Flüchtlings-Heim geben.
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2023-10-23T14:56:08+02:00
2023-10-23T14:56:08+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten-leicht/leichte-sprache-sachsen-dresden-demo-gegen-fluechtlings-unterkunft-100.html
Schabbat Schalom mit Rabbiner Elischa Portnoy: Das Unlogische richtig einordnen
Am kommenden Schabbat lesen wir den Wochenabschnitt "Chukat" – "die Satzung". Es ist interessant zu bemerken, dass es im Judentum drei Arten von Geboten gibt. Die erste Art, "die Gesetze", sind die Gebote, die logisch und nachvollziehbar sind, wie "nicht morden", "nicht ehebrechen", "nicht stehlen" usw. Die zweite Art der Gebote sind die "Erinnerungen". Das sind die Gebote, die wegen eines historischen Ereignisses gegeben wurden, wie der Schabbat als Erinnerung an die Schöpfungsgeschichte oder das Pessach-Fest als Erinnerung an den Auszug der Juden aus Ägypten. Und die dritte Art der Gebote sind die "Satzungen" – das sind die Gebote, die keinen Sinn ergeben bzw. keine logische Erklärung haben. Das bekannteste Gebot dieser Art wäre das Verbot, Schweinefleisch zu essen. Unser Wochenabschnitt stellt gleich zu Beginn ein Gebot vor, das als eine ultimative Satzung gilt: es ist das Gebot über die Asche der Roten Kuh. Es ist die unlogischste Satzung, die man sich vorstellen kann: die Asche der Roten Kuh reinigt die Menschen, die rituell unrein geworden sind, jedoch werden gleichzeitig alle, die mit dieser Asche in Berührung kommen, dadurch selbst rituell unrein! Der weiseste Mensch auf Erden, König Salomon, sagte einmal, dass er den Sinn aller Gebote nachvollziehen könne, mit Ausnahme dieses einen Gebots. Es wird oft gefragt, was es für einen Sinn macht, die Gebote auszuüben, wenn man ihre Logik nicht nachvollziehen kann und man auch nicht versteht, wozu das gut sein sollte?! Ist es nicht so, dass wir achtsam sein und genau überlegen sollen, was wir machen? Doch auch in unserem Leben gibt es manchmal Situationen, in denen es wichtig sein kann, Anweisungen genau zu befolgen, ohne sie zu hinterfragen. Eine Episode des berühmten Romans von Arthur Hailey, "Airport", handelt von dem Fluglotsen Keith Bakersfield und einer Katastrophe, die er nicht verhindern konnte. Ein ungeschriebenes Gesetz im Flugverkehr lautet, dass der Kapitän des Flugzeuges die Anweisung der Fluglotsen sofort ausführen soll, auch wenn es mit Unannehmlichkeiten für Passagiere und Crew verbunden sein könnte. Erst dann wird diskutiert, wieso und weshalb diese Anweisung erfolgte. Im Falle von Keith Bakersfield saß ein Amateurpilot am Steuer des Flugzeugs. Und als plötzlich neben dem Flugzeug dieses Hobbyfliegers ein von seinem Kurs abgegangenes Militärflugzeug auftauchte, versuchte der Fluglotse vergeblich, das Flugzeug des Amateurfliegers zu retten, indem er die sofortige Kursänderung befahl: der Pilot des Kleinflugzeugs, der für solche Fälle nicht trainiert war, zögerte ein paar Sekunden um zu verstehen, warum er jetzt seinen Kurs ändern sollte. Diese wenigen Sekunden waren jedoch entscheidend: das Militärflugzeug rammte sein Flugzeug, und damit war die vierköpfige Familie, die im leichten Flugzeug saß, ausgelöscht. In der ereignisreichen jüdischen Geschichte gab es mehrere Fälle, bei denen sich die Anweisungen der großen Rabbiner, die nicht logisch und nachvollziehbar erschienen, erst Jahre oder sogar Jahrzehnte später als richtig erwiesen. Unsere Weisen nennen noch einen Grund für die Wichtigkeit der unlogischen Satzungen. Wir praktizieren die logischen Gebote, die "Gesetze“" weil sie für uns Sinn machen. Sollten sich die Bedingungen irgendwann geändert haben und diese Gesetze in unseren Augen nicht mehr "zeitgemäß" und "logisch" sein, könnte es uns dazu verleiten, aufzuhören diese Gebote zu halten. Deshalb sagen unsere Weisen, dass sogar solche nachvollziehbaren Gebote wie "nicht morden" oder "nicht ehebrechen" nicht unsere Erfindung sind, sondern die Gebote G’ttes. Und wir sollen sie nur aus einem einzigen Grund halten: weil G’tt es so befohlen hat. Und da helfen uns die unlogischen Satzungen: so wie wir die Satzungen halten, obwohl wir sie nicht verstehen, genau so sollen wir auch alle anderen Gebote halten. Irgendwann werden wir sie schon verstehen. Schabbat Schalom.
mdr.de
Im Judentum gibt es Gebote, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben. Auch sie gilt es zu befolgen. Denn es gibt Situationen, in denen es wichtig sein kann, Anweisungen genau zu befolgen, ohne sie zu hinterfragen.
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Jüdisches Leben
2024-07-11T15:51:43+02:00
2024-07-11T15:51:43+02:00
https://www.mdr.de//religion/juedisches-leben/schabbat-schalom-elischa-portnoy-100.html
Bundestag beschließt schnellere Abschiebungen von Asylbewerbern
Der Bundestag hat am Donnerstagabend mit den Stimmen der Ampel-Fraktionen das Gesetz für eine schnellere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber beschlossen. Es sieht insbesondere verlängerte Haftmöglichkeiten für Abschiebepflichtige und mehr Rechte der Polizei bei Durchsuchungen vor. CDU/CSU, die AfD und einige Grünen-Abgeordnete stimmten gegen das Gesetz. Die Bundesregierung reagiert mit dem Gesetz auf deutlich gestiegene Asylbewerberzahlen und knapp werdende Unterbringungsmöglichkeiten für Migranten in vielen Kommunen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser verteidigte es: Wer kein Bleiberecht habe, müsse Deutschland wieder verlassen, sagte die SPD-Politikerin. Das sei Voraussetzung dafür, "dass Migration in der Gesellschaft akzeptiert wird und Integration auch funktioniert". Die Union kritisierte das neue Gesetz hingegen als wirkungslos. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries nannte die Neuregelung einen "Rohrkrepierer". Damit werde die Migrationskrise "nicht ansatzweise" gelöst. Die von den Grünen durchgesetzten Änderungen würden die Regelung völlig wirkungslos machen. Scharfe Kritik übte er an der vorgeschriebenen Pflichtverteidigung in Verfahren zur Abschiebungshaft oder Ausreisegewahrsam. Er verlangte zudem mehr Befugnisse der Bundespolizei und schärfere Folgen für Verstöße bei der Identitätsfeststellung. Die neue Regelung sieht vor, die Höchstdauer für ein Ausreisegewahrsam von derzeit zehn auf 28 Tage zu verlängern, um ein Untertauchen der Betroffenen effektiver verhindern zu können. Minderjährige und Familien mit Minderjährigen sollen aber grundsätzlich nicht in Abschiebehaft genommen werden. Zudem sollen Abschiebungen nicht mehr angekündigt werden müssen, sofern nicht Familien mit Kindern unter zwölf Jahren betroffen sind. Durchsuchungen von Wohnungen werden vereinfacht, um die Identität einer Person zweifelsfrei klären zu können. Zudem sollen Mitglieder krimineller Vereinigungen leichter abgeschoben werden können. AFP/KNA/Reuters(dni)
mdr.de
Der Bundestag hat mit den Stimmen der Ampel-Fraktionen das Gesetz für eine schnellere Abschiebung abgelehnter Asylbewerber beschlossen. Es sieht verlängerte Haftmöglichkeiten und mehr Rechte der Polizei vor.
[ "Bundestag", "Asylbewerber", "Abschiebung" ]
Deutschland
2024-01-18T20:10:58+01:00
2024-01-18T20:10:58+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/politik/bundestag-abschiebung-asylbewerber-schnell-100.html
Seit Donnerstag gibt es einen neuen Papst
Am 21. April vom Jahr 2024 ist der Papst Franziskus gestorben. Er war 88 Jahre alt. Und er war sehr krank. Seit Donnerstag gibt es einen neuen Papst.Deshalb haben am Donnerstag viele Kirchen-Glocken im Bundes-Land Thüringen geläutet. Das waren die Kirchen-Glocken von den Katholischen Kirchen.Der neue Papst ist von vielen wichtigen Kirchen-Männern gewählt worden. Er heißt: Leo der 14. Der neue Papst ist 69 Jahre alt. Und er ist der erste Papst aus den USA. Ulrich Neymeyr ist der Bischof von der Stadt Erfurt. Er hat der Presse gesagt: Ich freue mich sehr über den neuen Papst. Denn Papst Leo ist es wichtig: Dass nicht nur Bischöfe für die Katholische Kirche bestimmen.Sondern, dass auch andere ihre Meinung sagen können. Und dass sie mit-bestimmen können. Zum Beispiel:     • Priester    • und alle Menschen,       die an Gott glauben.
mdr.de
Deshalb haben am Donnerstag viele Kirchen-Glocken im Bundes-Land Thüringen geläutet.
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2025-05-09T15:45:41+02:00
2025-05-09T15:45:41+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten-leicht/leichte-sprache-thueringen-erfurt-glocken-papstwahl-100.html
In Deutschland werden die Abitur-Prüfungen doch gemacht
In Deutschland werden verschiedene Sachen gemacht:Damit sich nicht noch mehr Menschenmit dem Corona-Virus anstecken.Zum Beispiel:    • Die Menschen sollen für einige Wochen zu Hause bleiben.    • Sie sollen sich nicht mit Freunden treffen.    • Und viele öffentliche Gebäude sind geschlossen.       Das bedeutet: Kein Mensch darf dort hin-gehen.       Denn in öffentlichen Gebäuden       können Menschen sich besonders leicht anstecken. Auch die Schulen sind für einige Zeit geschlossen.Deshalb wusste kein Mensch:Ob die Abitur-Prüfungen gemacht werden können. Aber jetzt haben die Kultus-Minister von allen Bundes-Ländernmit-einander telefoniert.Und sie haben bestimmt:Die Abitur-Prüfungen werden auf jeden Fall gemacht. Aber vielleicht werden sie etwas später gemacht als normal.Denn die Schüler müssen jetzt zu Hause für die Abitur-Prüfung lernen.Das ist schwieriger als in der Schule:Weil bei den Schülern zu Hause kein Lehrer ist.Deshalb sollen die Schüler vielleicht mehr Zeit zum Lernen bekommen:Damit sie die Abitur-Prüfung gut machen können. Christian Piwarz ist der Kultus-Minister vom Bundes-Land Sachsen.Er hat dazu gesagt:Ich bin sehr froh darüber,dass die Abitur-Prüfungen gemacht werden. Auch Helmut Holter freut sich darüber.Er ist der Bildungs-Minister vom Bundes-Land Thüringen.
mdr.de
Wegen dem Corona-Virus sind alle Schulen geschlossen. Deshalb wusste kein Mensch: Ob die Abitur-Prüfungen gemacht werden können. Jetzt haben die Kultus-Minister bestimmt: Die Abitur-Prüfungen werden gemacht.
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2020-03-26T12:26:48+01:00
2021-01-05T16:59:14+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten-leicht/coronavirus-abiturpruefungen-finden-statt-ls-100.html
Hoher Schaden nach Feuer an Magdeburger Autohaus
In Magdeburg ist die Feuerwehr am Mittwochabend zu einem Einsatz an einem Autohaus im Stadtteil Kannenstieg ausgerückt. Auf der Rückseite der Firma waren drei Fahrzeuge in Brand geraten. Das Gebäude selbst sei leicht beschädigt worden, ein Übergreifen der Flammen habe man aber verhindern können, so die Feuerwehr in einer Mitteilung. Verletzt worden sei niemand. An den drei Autos sei jedoch ein Totalschaden entstanden. Nach einer ersten Schätzung liegt die Schadenshöhe bei knapp 100.000 Euro. Zur Brandursache liegen noch keine Informationen vor. Derzeit laufen noch die Ermittlungen der Polizei. MDR (Hannes Leonard)
mdr.de
In Magdeburg hat es am Mittwochabend an einem Autohaus gebrannt. Mehrere Fahrzeuge waren in Flammen aufgegangen.
[ "Feuer", "Magdeburg", "Feuerwehr", "Auto", "Autohaus", "Flammen" ]
Sachsen-Anhalt
2023-06-29T06:41:32+02:00
2023-06-29T09:23:33+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/magdeburg/brand-feuer-autohaus-hoher-sachschaden-100.html
Warum Prävention im Suchtbereich so wichtig ist
Daniel Deimel: Fentanyl ist ein Medizinprodukt. Ein sehr starkes Schmerzmittel, das zum Beispiel in der Schmerzbehandlung bei Tumorpatientinnen und -patienten angewendet wird. Häufig wird es auch als Pflaster aufgetragen. Wir haben zwar relativ viele Verordnungen in Deutschland, aber wir sind ja auch eine relativ alte Gesellschaft. Das ist also erst einmal nicht unbedingt ungewöhnlich. Wir haben gerade eine Situation, in der ungefähr 170.000 Menschen in Deutschland abhängig von Opioiden sind, in der Regel von Heroin. Das sind Menschen, die sich häufig in einer offenen Drogenszene aufhalten, vor allem in großstädtischen Räumen. Und gerade sehen wir, dass Heroin immer knapper wird. Das Heroin, das hier konsumiert wird, kommt überwiegend aus Afghanistan. Heroin wird aus Schlafmohn gewonnen. Und die Taliban, die in Afghanistan an der Macht sind, haben 2023 ein Verbot der Produktion von Schlafmohn erlassen und umgesetzt. Im Zuge dessen ist auch die Produktion von Heroin eingebrochen. Und das wird große Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Heroin auf dem Drogenmarkt in Europa haben. Wir befürchten, dass sich der Drogenmarkt dadurch verändert. Hier kommen nämlich die synthetischen Opioide ins Spiel. Das Heroin, das jetzt noch verfügbar ist, könnte zum Beispiel durch synthetische Opioide gestreckt wird, um es potenter zu machen. Synthetische Opioide haben ein ähnliches Wirkspektrum wie Heroin, sind aber deutlich stärker und dadurch nicht gut dosierbar. Und deswegen ist die Gefahr von tödlichen Überdosierungen deutlich größer. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat bereits eine Warnung ausgesprochen, man möge sich auf aufkommende synthetische Opioide vorbereiten und entsprechende Maßnahmen einleiten. Im Herbst und Winter vergangenen Jahres ist es in Europa regional schon zu Clustern gekommen, in denen es verstärkt Überdosierungen gegeben hat: In der Region rund um Dublin und in Birmingham, also in Irland und Großbritannien. Rund um Dublin hat es innerhalb von vier Tagen 54 Überdosierungen gegeben. In Birmingham hat es innerhalb von zwei Monaten 30 Tote gegeben. Also das heißt, das sind lokale Cluster, die man jetzt schon feststellen kann. Und der Drogenmarkt ist eben international. Deswegen ist unsere Sorge groß, dass solche Befunde auch hier auftauchen werden. Ja, die Ergebnisse werden jetzt an das Bundesgesundheitsministerium übermittelt. Und es ist klar, dass drei Prozent der untersuchten Proben positiv auf Fentanyl getestet wurden. Es taucht also schon auf, nicht in sehr hohen Maße, aber punktuell. Und diese Testungen funktionieren sehr gut. Die Zielgruppe ist auch bereit, diese Tests einzusetzen und sich so auch selbst zu schützen. Kein Konsument hat Interesse an einer Überdosierung. Solche Testprogramme müssten jetzt deutlich ausgeweitet werden, ja. Wir brauchen eine Testinfrastruktur. Einerseits in Drogenkonsumräumen, aber wir müssen auch Konsumentinnen und Konsumenten die Möglichkeit bieten, solche Test mit nach Hause nehmen können und doch dort Testungen durchzuführen. Es gibt ja auch nicht in jeder Kommune frei zugängliche und geschützte Konsumräume. Und darüber hinaus brauchen wir ein Monitoring. Wir müssen diese Testungen und deren Ergebnisse auch sammeln und auswerten. Wir müssten eine Kommunikationsstrategie aufbauen und überlegen, ab welchem Punkt zum Beispiel auch öffentliche Warnungen ausgesprochen werden müssen. Das hat man in Dublin zum Beispiel recht früh gemacht. Wir haben jetzt erstmalig eigentlich die Situation, dass wir sozusagen vor der Lage sind. Wir können jetzt präventiv handeln. Das ist sehr ungewöhnlich für den Suchtbereich. Konkret sollte die Infrastruktur für Drogenkonsumräume ausgebaut werden. Es ist ganz zentral und wichtig, dass wir sichere Orte haben, an denen eben Leben gerettet wird. Und wir müssen eigentlich dafür sorgen, dass viel mehr Menschen auch in substitutionsgestützte Behandlungen kommen. Denn anders als bei Crack zum Beispiel gibt es ja eine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit bei Opioidabhängigkeit. Wir beobachten schon seit 2016 in ganz Europa einen massiven Anstieg von Kokain. Nicht nur, was den Konsum betrifft, sondern auch die Beschlagnahmungen. Kokain wird in sehr hohem Maß nach Europa gebracht, aus Südamerika, vor allem aus Kolumbien. Der Markt wird regelrecht geflutet mit hochreinem Kokain. Und dieser sehr hohe Reinheitsgrad, mit dem das Kokain nach Europa gelangt, ist auch ein Indikator dafür, dass sehr viel auf dem Markt verfügbar ist. Kokain wird, ganz im Gegensatz zu Opioiden, aber vor allem in der Mitte der Gesellschaft konsumiert. Ja, in den offenen Drogenszenen beobachten wir das auch seit 2016 zunehmend, vor allem in Großstädten in Westdeutschland. Abhängige, die auch zuvor schon regelmäßig Kokain konsumiert haben, gespritzt oder nasal, sind dazu übergegangen, es selbst zu Cracksteinen aufzukochen. Das geht relativ simpel – mit Backpulver. Crack wirkt sehr viel stärker als Kokain. Und auch die Verelendung ist deutlich, deutlich stärker. Das merken wir auch im öffentlichen Raum, wir sehen mehr crackabhängige Menschen, die wirklich stark verelendet sind. Für Stimulanzien wie Crack gibt es aber auch kein Substitut, also keinen medizinischen Ersatzstoff, und Suchtmediziner stehen hilflos da. Bei Ihnen in der Gegend ist es bisher nicht so auffällig. Vermutlich liegt das daran, dass im Osten grundsätzlich eher Methamphetamin konsumiert wird, auch eine hochpotente Stimulanz. Ein Hypothese könnte sein, dass die Konsumentinnen und Konsumenten dann gar nicht zu Crack greifen, weil eben viel Methamphetamin auf dem Markt ist. Vielen Dank für das Gespräch!
mdr.de
Besteht auch in Deutschland die Gefahr einer Verbreitung von synthetischen Opioiden? Möglicherweise, sagt der Suchtforscher Daniel Deimel. Und betont aber auch, dass aktuell noch viel zur Prävention getan werden könnte.
[ "drogen", "fentanyl", "opioide", "heroin", "drugchecking", "aids", "aidshilfe", "drogensucht" ]
Deutschland
2024-02-10T08:22:18+01:00
2024-02-10T08:23:59+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/panorama/drogen-fentanyl-heroin-verunreinigungen-suchtforschung-100.html
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind seltener tödlich
Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte führen immer seltener zum Tod. Das geht aus der Todesursachenstatistik der Statistik-Ämter hervor. Dennoch sind Krankheiten des Herzens und der Gefäße nach wie vor die häufigste Todesursache in Sachsen-Anhalt und in Deutschland. Im Jahr 1998 starb in Sachsen-Anhalt mehr als jeder Zweite an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Seitdem sterben anteilig weniger Menschen daran. Im Jahr 2023 sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch für 39 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Bundesweit ist der Anteil von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache noch niedriger. Eine mögliche Ursache ist der Altersdurchschnitt in Sachsen-Anhalt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten überwiegend bei älteren Menschen auf. Sachsen-Anhalt ist mit einem Durchschnittsalter von 47,9 Jahren das älteste unter den Bundesländern. "Die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu sterben, ist geringer geworden", sagt Rüdiger Braun-Dullaeus. Er ist Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie und Angiologie in Magdeburg. Das liege unter anderem daran, dass bei Notfällen die Transportwege ins Krankenhaus optimiert worden seien. Laut dem Mediziner sind die Menschen besser über Herzerkrankungen aufgeklärt und wissen beispielsweise, wie sich ein Herzinfarkt äußert und was zu tun ist. Auch in der Therapie gebe es Fortschritte, sagt Braun-Dullaeus. Vor allem bei Herzinfarktpatienten in Krankenhäusern sei die Sterblichkeit auf rund fünf Prozent gesunken. Der Anteil der Kreislaufpatienten aus Sachsen-Anhalt in den Krankenhäusern bleibt jedoch langfristig konstant. Zum einen leben immer mehr Ältere im Land. Zum anderen nehmen etwa die Fälle von Herzinsuffizienz (Herzschwäche) zu. Dabei ist die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt. "Wenn man einen Herzinfarkt hat, überlebt man ihn jetzt häufiger, aber muss mit entsprechenden Folgeerkrankungen leben", sagt Braun-Dullaeus. Der Mediziner rät zur Vorsorge: nicht rauchen, sich gesund ernähren und Sport treiben. "Es gibt klare Leitlinien," sagt Braun-Dullaeus, "150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, zum Beispiel Rad fahren und dabei etwas schwitzen. Oder 75 Minuten richtig intensiven Sport." MDR (vbo/tm)
mdr.de
Vor 25 Jahren starb rund jeder Zweite in Sachsen-Anhalt an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Seit Jahren sterben weniger daran. Ein Kardiologe kennt die Gründe.
[ "Nachrichten", "nachrichten", "herzinfarkt", "herzkreislauf", "herzkreislauferkrankung", "schlaganfall", "todesursache" ]
Sachsen-Anhalt
2025-02-22T12:31:39+01:00
2025-02-22T12:31:39+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen-anhalt/herz-kreislauf-erkrankungen-herzinfarkt-todesursache-100.html
DAB+ Frequenz und Senderstandorte in Sachsen
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio – wird in den Regionalisierungen Bautzen, Chemnitz, Dresden, Leipzig sowie dem sorbischen Programm ausgestrahlt. Bei MDR SACHSEN EXTRA handelt es sich um einen Eventkanal mit Sonderübertragungen. Verfolgen Sie hier live und in voller Länge Debatten aus dem sächsischen Landtag, Fußballspiele sächsischer Profivereine, besondere Kulturereignisse und anderes mehr. Finden keine Sonderübertragungen statt, ist das Programm von MDR SACHSEN – das Sachsenradio zu hören. Alle Regionalisierungen und der Eventkanal werden sachsenweit angeboten. Es wird in DAB+ sowohl ein Kurz-Name als auch ein Lang-Name ausgestrahlt. Der Kurzname kann maximal 8 Zeichen und der Lang-Name bis zu 16 Zeichen beinhalten. Der Kurz-Name wird oft in der Senderliste verwendet. Bei recht günstigen Radios mit kurzem Display bleibt auch nach Anwahl eines Programms der Kurz-Name erhalten. Der Lang-Name wird in der Regel nach der Anwahl des Radioprogramms im Display angezeigt. Bei einigen höherwertigen Radios, insbesondere solchen mit Farbdisplay, wird die Langform bereits in der Senderliste verwendet. Die Radioprogramme sind in der Programmliste alphabetisch sortiert. Wenn jedoch der Lang-Name bereits in der Senderliste Verwendung findet, erfolgt bei vielen Radiomodellen die alphabetische Sortierung auch hier entsprechend des Kurz-Namens. Das ist dann etwas verwirrend, da die Lang-Namen-Senderliste bei jenen Modellen nicht durchgehend konsequent alphabetisch sortiert ist.
mdr.de
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Empfang
2025-06-03T10:53:05+02:00
2025-06-03T10:53:05+02:00
https://www.mdr.de/radio/frequenzen/artikel123878.html
Bürgergeld: Wie eine alleinerziehende Mutter kämpfen muss
Die junge Mutter aus Leipzig hatte sich einiges vom Bürgergeld versprochen. Melanie ist alleinerziehend mit einem kranken Kind. Seit 2010 ist sie deshalb auf Sozialleistungen angewiesen. Später schloss die 34-Jährige eine Ausbildung ab – doch wegen der Folgen eines schweren Unfalls musste sie den Beruf aufgeben.  Dass im öffentlichen Diskurs Bürgergeldempfänger wie sie pauschal als faul abgestempelt werden, macht sie sauer. Ein Weg aus dem Bürgergeldbezug heraus scheint für Melanie kaum möglich. Obwohl sie jung ist und eine Ausbildung zur Medienkauffrau abgeschlossen hat. Der Grund sei ein schwerer Busunfall im Jahr 2016: "Vier Rippenbrüche und der linke Lungenflügel war zusammengefallen", sagt Melanie. "Und nach 15 Stunden hatte man erst gemerkt, dass ich innere Blutungen hatte." Bis heute kämpft Melanie täglich mit Schmerzen und psychischen Problemen, sagt sie. Ohne eine Pause im Liegen komme sie nicht durch den Tag. Dennoch fehle ihr das Arbeiten, weil es ihr Freude bereitet habe – etwa durch positives Feedback von Kunden. Den Vorwurf, dass Bürgergeld Faulsein fördere, kann Steffen Strykowski nicht bestätigen. Er ist seit 14 Jahren Fallmanager beim Jobcenter Halle und kümmert sich vor allem um schwer vermittelbare Menschen unter 25. Doch Einzelfälle gebe es immer, die vor ihm säßen und behaupteten, dass ihnen das Geld zustehen würde. Egal ob zu Zeiten von Hartz IV oder jetzt mit Bürgergeld. Das sei falsch, so der Fallmanager, und entgegnet ein Beispiel: "Was soll ich einer jungen Mutti mit zwei Kindern sagen, die in Teilzeit arbeiten geht? Wie soll ich der erklären, dass Sie keine Lust haben." Darauf wüssten seine Kunden dann keine Antwort mehr. Im Laufe der Jahre habe sich einiges verändert, erklärt Fallmanager Strykoski: "Früher waren Alkohol- und Drogenprobleme – insbesondere bei den U25 – größer. Heute sind die psychischen Probleme deutlich angestiegen. Das bestätigen alle Kollegen im Haus." Die Menschen ändern sich nicht, die Probleme ändern sich nicht. Auf den Wechsel zum Bürgergeld vor zwei Jahren blickt Strykowski dagegen pragmatisch: "Die Menschen ändern sich nicht, die Probleme ändern sich nicht." Hinzu komme, dass es auch auf die Lage auf dem Arbeitsmarkt ankomme, wie viele Menschen sich vermitteln lassen. "Das ist nun mal so. Ansonsten glaube ich nicht, dass sich da viel ändert." Melanie lebt mit ihrem Kind und ihrem Freund, der ebenfalls Bürgergeld bezieht, zusammen. Die Warmmiete zahlt das Jobcenter. Als Bedarfsgemeinschaft stehen ihnen 1.012 Euro vom Regelsatz zu. Für ihren 14-jährigen Sohn erhält Melanie Kindergeld und Unterhaltsvorschuss. Das gilt als Einkommen und wurde vom Jobcenter auf den Regelsatz angerechnet. Für zwei Erwachsene und einen Teenager haben sie am Ende 1.657 Euro zum Leben zur Verfügung. Melanie muss mit dem wenigen Geld ganz genau planen. Das Kindergeld, welches auf das Bürgergeld angerechnet wird, kommt nicht Anfang des Monats. "Wir bekommen Mitte des Monats die 250 Euro. Das heißt, irgendwann ist das Geld aufgebraucht und dann, wenn das Kindergeld kommt, ist wieder Geld zur Verfügung", so die Alleinerziehende. "Bis dahin müssen wir immer eine gewisse Zeit überbrücken." Wenn es um das Bürgergeld geht, gebe es aber einen klaren Wahrnehmungsfehler von dem, was diese Grundsicherung eigentlich ist, findet Dr. Jan Gellermann vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, das zur Bundesagentur für Arbeit gehört. "Das Bürgergeld bricht eben nicht mit der Vergangenheit, sondern bündelt eine Vielzahl an Reformelementen, die in den Jahren zuvor entwickelt und erprobt wurden", sagt Gellermann. "Der Punkt ist eigentlich, dass diese Gegensätzlichkeit von Hartz IV und Bürgergeld zu sehr konstruiert ist." Als gescheitert sieht er das Bürgergeld nicht. Obwohl diese Auffassung während der Recherche von MDR Investigativ häufiger geäußert wurde. 2023 hatte das Bürgergeld gut neun Prozent des Bundeshaushaltes ausgemacht. Jetzt – im Bundestagswahlkampf – wird viel über mögliche Sparpotenziale bei der Grundsicherung diskutiert. Gellermann hält dies nur eingeschränkt für umsetzbar: "Die allermeisten Leistungen zur Existenzsicherung sind ja gesetzlich festgelegt." Bei den Kosten für Unterkunft und Lebensunterhalt gelten fixe Regelsätze. Gespart werden könne dagegen bei Integrationsmaßnahmen oder Leistungen zur Eingliederung in Arbeit. "Und wenn das Geld weniger wird, aber ein Großteil festgelegt ist, dann bleibt nur, bei dem Eingliederungstitel zu sparen." Im Januar 2025 erhielten gut 5,4 Millionen Menschen Regelleistungen nach SGB II. Knapp 1,5 Millionen gelten als nicht erwerbsfähig. Zum Beispiel Kinder unter 15 Jahren. Von den übrigen 3,9 Millionen, die erwerbsfähig sind, stehen nicht alle problemlos dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, weil sie zum Beispiel Kinder erziehen oder eine Aus- oder Weiterbildung machen. Von den theoretisch erwerbsfähigen bleiben somit am Ende circa 1,9 Millionen Menschen, die tatsächlich gar keiner Arbeit nachgehen und als "arbeitslos" gelten. Melanie gilt trotz ihrer Krankheit aktuell noch als arbeitsfähig – allerdings mit Einschränkungen. Dass manche ihr ihre Krankheit als Faulheit vorwerfen, macht sie traurig. "Da sagen wir vorurteilsmäßig: Die Person bekommt Bürgergeld. Die sieht doch normal aus. Die könnte doch arbeiten gehen. Das habe ich selber auch durch." Dass dahinter eine Krankheit oder andere Gründe stecken könnten, werde kaum gesehen. Ende vergangenen Jahres hatte ihre Jobcenterberaterin ein medizinisches Gutachten angefordert. Daraus soll hervorgehen, unter welchen Bedingungen Melanie theoretisch arbeiten könnte. Demnach könnte sie leichte Tätigkeiten im Stehen oder Gehen und über sechs Stunden täglich ausführen. Sitzen wäre nur zeitweise möglich. Damit ist ihre Arbeit als Medienkauffrau, die überwiegend im Büro stattfand, nicht mehr möglich. Außerdem sollte es keinen übermäßigen Zeitdruck und Stress geben. Doch welche Arbeit bleibt dann? Ihre Beraterin habe zu Melanie gesagt: Wir kümmern uns um das Problem und dann ergänzt, dass, wenn keine Arbeit in Frage komme, es die Möglichkeit einer Erwerbsminderungsrente gebe. Da ist viel versprochen worden, aber wenig bis gar nichts geleistet worden. Rente mit 34 – damit wäre Melanie ein Leben an der Armutsgrenze sicher. Dabei hatte sie sich mit der Einführung des Bürgergeldes noch einmal Hoffnungen gemacht, dass Menschen in Krankheit dann leichter wieder Arbeit finden könnten. "Dass es nicht so viel Bürokratie gibt. Dass man mehr Unterstützung bekommt, zum Beispiel bei der Arbeitgebersuche auch. Und da ist viel versprochen worden, aber wenig bis gar nichts geleistet worden." Melanie befürchtet, dass sich an ihrer Situation nicht viel ändern wird. Ein Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung könnte sie sich vorstellen, wenn es mit einer Arbeit nicht klappt. Allerdings nur, wenn es für ihre besondere Situation passt.
mdr.de
Mehr Anreiz zum Arbeiten aber weniger Sanktionen, auch das sollte die Umstellung von Hartz IV auf Bürgergeld durch die Ampel-Koalition bringen. Doch was hat es für die Menschen gebracht? Ein Fall aus Leipzig.
[ "Nachrichten", "Bürgergeld", "Hartz", "Jobcenter", "Arbeitslos", "Alleinerziehend" ]
Sachsen
2025-02-16T05:00:01+01:00
2025-02-16T05:00:01+01:00
https://www.mdr.de//nachrichten/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/buergergeld-hartz-vier-jobcenter-alleinerziehend-100.html
Faszination Astronomie: Mitteldeutschland schaut zu den Sternen
Astronomen und Astronominnen aus ganz Deutschland ziehen am Wochenende ins Planetarium nach Halle (Saale). Dort tagt vom 4. bis zum 7. April 2025 die Gesellschaft Deutscher Planetarien (GDP). Neben internen Angelegenheiten wie Finanzierung und Unterhalt der Sternwarten und Planetarien gibt es auch etliche Vorträge und gemeinsam wird am Samstagabend (5. April) von der Beobachtungsterrasse des modernsten Planetariums in Deutschland in den Himmel geschaut. Denn eines vereint die anwesenden Gäste, zu denen auch Besucher eingeladen sind, die kein Mitglied der GDP sind. Alle fasziniert der Blick zu den Sternen. Bereits in der DDR war Astronomie ein verpflichtendes Schulfach, während es heute in anderen Teilen der Republik, wenn überhaupt, nur als Nebenfach oder AG auftaucht. Mechthild Meinike, die Vorstandsvorsitzende des Vereins "Sternfreunde Planetarium Merseburg", sieht aus erster Hand, wie faszinierend die Sterne für die Menschen aus Mitteldeutschland sind: Zuletzt zur partiellen Sonnenfinsternis am 29.03.2025 waren trotz schlechtem Wetter sehr viele Leute zu den Vorträgen und Vorführungen gekommen. Die Resonanz in Merseburg ist ziemlich gut. Jährlich kommen in das Kleinstadtplanetarium im Ehrenamtsbetrieb etwa 3.000 bis 4.000 Besucher und Schüler. "Nach meiner Einschätzung werden Veranstaltungen in allen Planetarien – egal ob für Schulen oder die Öffentlichkeit – gut bis sehr gut nachgefragt", sagt sie. Lichtverschmutzung als zentrales Problem Das Planetarium Merseburg hat aufgrund seiner Lage im Innenstadtzentrum von Merseburg keine Sternwarte, da es dort für astronomische Beobachtungen zu hell ist. Die Zunahme der Lichtverschmutzung ist laut Meinike ein zentrales Problem bei der Himmelsbeobachtung bei Nacht. "Unter dem Vorwand von Sicherheitsbedürfnissen wird jede Ecke mit scheinbar billigem LED-Licht beleuchtet", kritisiert sie. Es gibt aber auch Lösungsansätze: "Die Merseburger Sternfreunde beobachten daher auch gerne in einer der wenigen dunklen Ecken Mitteldeutschlands, zum Beispiel im Gebiet des Ziegelrodaer Forstes, in der Nähe vom Herrmannseck." Unabhängig davon stehen fast alle Planetarien und Sternwarten vor einem anderen Problem. "Bis auf das Planetarium Halle gibt es keine festen Mitarbeiterstellen in Planetarien", sagt Meinike. "Der Betrieb der kleinen Planetarien wird beispielsweise in Dessau, Burg oder Wernigerode über Abordnungsstunden von Lehrern für den Schulunterricht und mit ganz viel Ehrenamt von Freiwilligen realisiert." Jedoch ist dies in Zeiten des Lehrermangels nicht einfach, fügt sie hinzu. In Zeiten "knapper Kassen" stellt auch der Unterhalt eine Herausforderung dar. Planetarien werden "vielerorts als freiwillige Aufgabe für Kommunen angesehen. Daher kümmern sich die Vereine der Sternwarten und Planetarien neben der Hauptaufgabe zur Wissensvermittlung oft auch um das Einwerben von Spenden oder die Beteiligung an Förderprogrammen". Mit diesen Geldern werden Reparaturen und Modernisierungen durchgeführt. In Planetarien werden nicht nur Shows über den Sternenhimmel und ferne Planeten oder Galaxien gezeigt. Auch Audiohörspiele wie die von den "Drei ???" laufen beispielsweise im Planetarium Halle. Manchmal gibt es auch gemeinsame Himmelsbeobachtungen vor Ort, bei denen die Besucher durchs Teleskop schauen dürfen. Doch das ist die Ausnahme. "Ins Planetarium geht man, um zu den Abläufen am Himmel und den Sternbildern mehr zu erfahren und diese auch zu erleben. Man kann dort in die Simulation des Himmels kognitiv eintauchen und sich vom Zusammenspiel aus Projektion, Musik und Erläuterung emotional berühren lassen“, erklärt Meinike. "In Sternwarten geht man, wenn man Beobachtungen der kosmischen Objekte mittels Teleskop machen möchte." Die zentrale Aufgabe beider Einrichtung bleibt aber dieselbe: Es geht um "die Wissensvermittlung zu kosmischen Themen".
mdr.de
Vom 4. bis 7. April 2025 tagt die Gesellschaft Deutscher Planetarien in Halle. In Mitteldeutschland hat Astronomie einen hohen Stellenwert. Dabei stehen Sternwarten und Planetarien vor einigen Herausforderungen.
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Weltraum
2025-04-04T14:10:24+02:00
2025-04-04T14:10:24+02:00
https://www.mdr.de//wissen/astronomie-raumfahrt/astronomie-in-mitteldeutschland-zwischen-begeisterung-und-problemen-100.html
Ticket zum Mond? Anmeldefrist bis zum 14. März
Bis zum 14. März um 16.59 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) können Sie sich noch auf eines von acht Tickets zum Mond bewerben. Wenn Sie zu den glücklichen Gewinnern oder Gewinnerinnen gehören, dürfen Sie sich auf 2023 freuen. Dann soll nämlich das Starship-Raumschiff von SpaceX die ersten Touristen zum Erdtrabanten schicken. Der Gründer des privaten Raumfahrtunternehmens, Elon Musk, hatte 2017 verkündet, dass er zwei Tickets für einen Rundflug zum Mond anbietet. Einer dieser Touristen wurde der japanische Kunstsammler Yusaku Maezawa – auch MZ genannt. Dieser hatte bereits eine Anzahlung geleistet. Wie teuer sein Ticket war? Darüber haben beide Geschäftsmänner Stillschweigen vereinbart. Doch dann wurden die Pläne zunächst auf Eis gelegt. Musk hatte zu viel mit der Fertigstellung und den Tests seiner neuen Raketen zu tun. Am 17. September 2018 gab es eine Überraschung für alle die, die vom Weltraum träumen. Maezawa wird – wenn alles nach Plan läuft – mit dem SpaceX-Raumschiff Starship 2023 zu einer Rundreise zum Mond aufbrechen. Er hat aber noch sechs bis acht Tickets, die er unter Künstlern und Künstlerinnen weltweit verlosen möchte. Diese sollen ihn auf seiner Reise begleiten und anschließend Werke schaffen, die von ihrem Weltraumabenteuer inspiriert sind. Mittlerweile hat Maezawa seine Ausschreibung "Dear Moon" (engl. für "Lieber Mond") erweitert. Insgesamt werden ihn zehn bis zwölf Personen auf seiner Reise begleiten. Acht dieser Plätze stehen noch frei zur Verfügung. Doch er habe sich selbst gefragt, was eigentlich ein Künstler oder eine Künstlerin sei. Ein Sänger? Ein Tänzer? Ein Schriftsteller? Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehrdeutiger wurde der Begriff für mich. Und ich habe angefangen, darüber nachzudenken, dass man vielleicht jede einzelne Person, die etwas Kreatives macht, als Künstler bezeichnen kann. Seit diesem Zeitpunkt möchte Maezawa eine buntere Truppe zusammenstellen. Wenn man sich selbst als Künstler wahrnimmt, dann sollte man sich bewerben. Jedoch gibt es zwei Hauptkriterien, damit man überhaupt ausgewählt werden kann. Geschlecht, Alter, Herkunft spielen dabei keine wirkliche Rolle. Für den Kunstsammler sind soziale Aspekte viel wichtiger: Egal welcher Aktivität du nachgehst, mit der Möglichkeit in den Weltraum zu reisen, hoffe ich, dass dies die Entwicklung deines Schaffens vorantreibt, um anderen Menschen und der breiten Gesellschaft in irgendeiner Weise zu helfen. Bist du zufrieden mit dem, was du gerade machst? Kannst du mit der Chance, in den Weltraum zu fliegen, sogar etwas Besseres, etwas Größeres verbringen? Seine zweite Bedingung richtet sich an den Team-Spirit: "Du musst dazu bereit sein, die anderen Crew-Mitglieder, die ähnliche Bestrebungen haben, zu unterstützen." Auf seine Reisegefährten und -gefährtinnen werden keine Kosten zukommen. Maezawa wird alle Kosten übernehmen und er hofft auf eine schöne gemeinsame Reise. Wenn diese beiden Punkte auf Sie zutreffen, können Sie sich noch bis zum 14. März bis 16.59 Uhr auf "Dear Moon" bewerben. Dafür muss zunächst nur der Name, das Land und die Emailadresse ausgefüllt werden. Außerdem sollte man ein Foto bereitstellen, dass anschließend auf das Ticket gedruckt wird. Das Foto kann man im Anschluss übrigens noch ändern. Ab dann heißt es abwarten. Irgendwann nach dem 15. März wird man über den Bewerbungsprozess informiert. Die neuesten Ankündigungen zu dem Projekt sollen über die unterschiedlichen Social Media Kanäle von Maezawa erfolgen. Bis zum 21. März haben Bewerberinnen und Bewerber bis 16.59 Uhr Zeit für die erste Identitätsüberprüfung. Anschließend erfolgt ein Online-Interview. Das finale Interview und ein medizinischer Check-Up sollen Ende Mai stattfinden. Ende Juni soll die Crew feststehen. Das Astronauten-Training und die Vorbereitung des Fluges sollen bis 2023 andauern. Dann können die ersten Mond-Touristen mit dem Starship von SpaceX abheben. Es dauert drei Tage, um zum Mond zu gelangen, um ihn herum zu fliegen und drei Tage, um wieder zurückzukommen. Bis dahin steht für Elon Musk und sein Team noch viel Arbeit an. Das aktuelle Raumschiff schafft es zwar abzuheben und steuert sicher auf den Boden zu. An der Landung ist es bisher aber immer gescheitert. Zuletzt bei dem Testflug von Starship SN10. Doch warum will Maezawa eigentlich zum Mond? Dafür gibt es drei Gründe: Zum einem möchte er seine Neugierde befriedigen, etwas zu sehen, was er noch nie gesehen hat und an einen Ort zu gehen, an dem er noch nie war. Außerdem möchte er sich selbst daran erinnern, wie großartig unser Planet ist. Zudem möchte er sich daran erinnern, wie klein und unbedeutend er einfach ist. Mit der Erfahrung Weltraum möchte er sich dazu antreiben, über sich hinaus zuwachsen und mehr zu geben, als er es bereits macht.
mdr.de
Wollten Sie schon immer zum Mond reisen? Jetzt haben Sie die Chance. Elon Musk will 2023 die ersten Touristen um den Mond fliegen lassen. Der japanische Kunstsammler Yusaku Maezawa verlost acht Tickets.
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Naturwissenschaft
2021-03-08T12:35:58+01:00
2021-03-08T12:35:58+01:00
https://www.mdr.de/wissen/faszination-technik/mond-tourismus-weltraum-spacex-elon-musk-yusaka-maezawa-100.html
rechts-extreme Lieder
Rechts-extrem ist eine politische Meinung.Viele rechts-extreme Menschen denken zum Beispiel:    • Dass Menschen aus anderen Ländern        nicht nach Deutschland kommen sollen.    • Dass nicht alle Menschen gleich viel wert sind. In rechts-extremen Liedern werden solche Sachen gesungen.
mdr.de
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Wörter-Buch
2018-08-31T17:16:43+02:00
2018-08-31T17:16:43+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-rechtsextreme-lieder100.html
Drohnenflieger entdeckt illegal abgeschossenen Wolf
In der Oberlausitz ist erneut ein Wolf illegal getötet worden. Das Tier sei am 14. Februar von einem Drohnenflieger auf einem Feld in Lautitz bei Weißenberg entdeckt worden, teilte die Sprecherin des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Karin Bernhardt, auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Ursprünglich hatte man mit der Drohne durch die Schweinepest verendete Wildschweine auffinden wollen. Bei dem Wolfskadaver habe es sich um einen männlichen Altwolf gehandelt, so Bernhardt. Dieser wies ein Verletzung im Brustbereich auf. Eine nähere Untersuchung im Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin bestätigte einen Tag später den Verdacht der illegalen Tötung durch einen Schuss. Nach Angaben des Landesumweltamtes gab es im vergangenen Jahr drei nachgewiesene illegale Wolfstötungen sowie zwei Verdachtsfälle. Alle spielten sich in der Oberlausitz ab. Im Landkreis Bautzen waren im September im Territorium Johnsdorf ein weiblicher Welpe und ein ausgewachsener Rüde getötet worden. Im Oktober wurde im Territorium Zimpel ein junger Wolf verbotenerweise abgeschossen. Im Landkreis Görlitz wurden zwei Welpenkadaver bei Mühlrose gefunden. Hier sei die Todesursache noch nicht abschließend geklärt, die Fälle würden noch bearbeitet, so die Sprecherin des Landesumweltamtes. 196 tote Wölfe sind Bernhardt zufolge seit dem Jahr 2000 in Sachsen geborgen worden. Am häufigsten kommen die Tiere versehentlich im Straßenverkehr unter die Räder. In 17 Fällen wurden die streng geschützten Tiere jedoch gezielt von Menschen getötet. Diese sogenannte illegale Nachstellung des Wolfes ist strafbar und kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Bereitet ein Tier Probleme und reißt wiederholt Nutztiere, kann allerdings der zuständige Landkreis eine außerordentliche Abschussgenehmigung aussprechen. In Sachsen leben aktuell rund 38 Rudel, vier Paare und zwei Einzeltiere. Eine bundesweite Statistik zu Totfunden von Wölfen finden Sie hier. MDR (ama), dpa
mdr.de
Trotz Verbot ist in der Oberlausitz ein Wolf abgeschossen worden. Das Tier verendete auf einem Feld bei Weißenberg. Auch in den vergangenen Jahren wurden in den Landkreisen Bautzen und Görlitz illegal Wölfe getötet.
[ "Nachrichten", "Wolf", "Abschuss" ]
Sachsen
2024-02-19T18:37:19+01:00
2024-02-19T18:37:19+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/wolf-illegal-abgeschossen-lausitz-100.html
MDRfragt-Autorin Franziska Höhnl
Mitteldeutschland ist voll mit guten Geschichten – und Franziska Höhnl lässt sie sich gern erzählen und berichtet darüber. Dabei ist ihr wichtig, dass viele Menschen zu Wort kommen und verschiedene Perspektiven und Lebenswelten eine Rolle spielen. Genau deshalb ist Franziska Höhnl auch gern Teil von MDRfragt, denn beim Meinungsbarometer sind die Stimmen vielfältig. Die Ergebnisse und Stimmungsbilder bereitet sie regelmäßig für die Online-Angebote auf. In verschiedenen Projekten arbeitet die gebürtige Thüringerin mit, um neue Angebote zu entwickeln: spielerisch angelegte Umfragen, Einsatz von großen Sprachmodellen (oft "Künstliche Intelligenz" genannt) bei der Auswertung großer Datenmengen oder auch methodische Weiterentwicklungen. Zudem behält sie bei MDRfragt im Blick, ob die verschiedenen Themengebiete ausgewogen und abwechslungsreich befragt werden und sich vielfältig in den Angeboten des Mitteldeutschen Rundfunks wiederfinden. Franziska Höhnl arbeitet seit 2005 als Journalistin und Reporterin. Nach ihrem Studium der Journalistik und Politikwissenschaft in Leipzig und ihrem Volontariat bei der "Neuen Westfälischen" (Bielefeld) arbeitete sie viele Jahre als Nachrichtenreporterin bei der Deutschen Presse-Agentur. Dabei war sie vor allem für Themen aus Politik und Wirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterwegs.
mdr.de
Franziska Höhnl fasst die MDRfragt-Ergebnisse für die Online-Angebote des MDR zusammen. Sie arbeitet auch in verschiedenen Projekten, unter anderem um neue Formate für junge Nutzerinnen und Nutzer zu entwickeln.
[ "Nachrichten", "Franziska Höhnl" ]
Deutschland
2024-10-08T03:00:01+02:00
2024-10-08T03:00:01+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/deutschland/gesellschaft/autorin-franziska-hoehnl-mdr-aktuell-100.html
Seelsorge für Sterbende: Ex-Richterin erhält in Gera Bewährungsstrafe wegen Rechtsbeugung
Das Landgericht Gera hat eine Richterin wegen Rechtsbeugung verurteilt. Es verhängte am Freitag eine einjährige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Richterin auf Probe hatte in der Pandemiezeit ihrem Vater, einem Pfarrer, per Beschluss Zutritt zu einer Patientin auf einer Palliativstation in einem Pflegeheim verschafft. Das war von der Heimleitung eigentlich untersagt gewesen. In der Urteilsbegründung des Landgerichts hieß es nun, dass die Richterin nicht selbst über den Antrag ihres Vaters hätte entscheiden dürfen. Sie habe das Verwandtschaftsverhältnis nicht offengelegt, so das Gericht. Der Verteidiger hatte einen Freispruch gefordert. Die damals 33 Jahre Richterin auf Probe habe mit ihrer Entscheidung einen rechtswidrigen Zustand beseitigt, sagte er zur Begründung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von 14 Monaten wegen Rechtsbeugung gefordert. MDR (ch,lou)
mdr.de
Während der Corona-Pandemie soll eine Proberichterin eine Entscheidung zugunsten ihres Vaters getroffen haben. Als enge Familienangehörige hätte sie das nicht gedurft. Nun hat das Landgericht Gera sie verurteilt.
[ "Nachrichten", "Gericht", "Gera", "Prozess", "Corona", "Richterin", "Urteil" ]
Thüringen
2024-06-21T19:00:00+02:00
2024-07-29T10:26:28+02:00
https://www.mdr.de//nachrichten/thueringen/ost-thueringen/gera/richterin-prozess-corona-pfarrer-108.html
Rezept: Neues vom Kürbis
Für die Kürbis-Wan-Tan: Kürbisfüllung vorbereiten: Sesamöl in einer Pfanne erhitzen. Kürbiswürfel, Frühlingszwiebel und Knoblauch darin etwa 5 Minuten anschwitzen, bis der Kürbis weich wird. Mit Sojasauce und einer Prise Fünf-Gewürze-Pulver abschmecken (Rezept siehe unten). Kurz abkühlen lassen. Wan-Tan füllen: Einen Teelöffel der Füllung in die Mitte eines Wan-Tan-Blattes geben. Die Ränder mit verquirltem Ei bestreichen und die Wan-Tans zu Dreiecken oder Taschen falten. Gut andrücken. Brühe zubereiten: Gemüsebrühe in einem Topf erhitzen. Ingwer und Knoblauch hinzufügen und 5 Minuten köcheln lassen. Mit Sojasauce, Limettensaft und einer Prise Zucker abschmecken. Optional Chili-Ringe hinzufügen. Wan-Tans garen: Die Wan-Tans (Teigtaschen) vorsichtig in die heiße Brühe geben und 3-4 Minuten ziehen lassen, bis sie gar sind. Brühe auf Schüsseln verteilen, Wan-Tans hineingeben und mit frischem Koriander und Chili-Ringen garnieren. Fünf-Gewürze-Pulver ist eine aromatische Gewürzmischung, die typischerweise aus folgenden Komponenten besteht und in der asiatischen Küche oft verwendet wird: Zutaten: Zubereitung: Alle Gewürze in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten, bis sie duften.Die gerösteten Gewürze in einer Gewürzmühle oder mit einem Mörser fein mahlen. Guten Appetit! Ein weiteres Gericht von Robin Pietsch:
mdr.de
Ob als cremiges Süppchen oder geschmortes Gemüse – Kürbis ist lecker und schnell zubereitet. Gerade im Herbst ist die Auswahl riesig und bringt Farbe in die Küche.
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Rezepte
2024-10-25T09:45:00+02:00
2024-10-28T11:17:58+01:00
https://www.mdr.de//mdr-um-4/iss-was/kuerbis-pietsch-100_zc-8d114db9_zs-9bf7222d.html
Tinnitus, Taubheit, Schwindel: Hörprobleme durch Corona
Corona greift Nervenzellen an, schädigt Geruchs- und Geschmackssinn und kann auch die Augen beeinträchtigen, das haben bereits verschiedene Studien gezeigt. Eine neue Metaanalyse kommt nun zu dem Schluss, dass offenbar auch die Ohren von Covid-19 in Mitleidenschaft gezogen werden können. Die Folgen sind Verlust von Hörvermögen, das Auftreten von Tinnitus und Probleme mit dem Gleichgewicht. Kevin Munro und Ibrahim Almufarrij von der University of Manchester in England haben insgesamt 56 Studien untersucht und die Daten darin neu ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass in etwa 14,8 Prozent der in den Studien beschriebenen Fälle ein Tinnitus nach einer Covid-19-Erkrankung auftrat, bei 7,6 Prozent kam es zu Hörverlusten, bei 7,2 Prozent zu Gleichgewichtsproblemen und Schwindel. Die betroffenen Infizierten kamen aus allen Altersgruppen, auch die Schwere der erlittenen Erkrankung variierte. Mitunter war die Beeinträchtigung der Ohren das einzige Symptom, in anderen Fällen war sogar eine Beatmung notwendig. Die Forscher schreiben allerdings, dass ihre Aussagen noch unter Vorbehalt gesehen werden müssen: Die Daten stammten größtenteils aus medizinischen Akten und Fragebögen, bislang seien noch kaum systematische Hörtests bei Betroffenen durchgeführt worden. Kevin Munro, Professor für Audiologie, betont allerdings, wie wichtig hier weitere klinische Studien seien. "Von anderen Viruserkrankungen wie Masern, Mumps und Meningitis wissen wir bereits recht gut, dass sie zu Beeinträchtigungen des Hörvermögens führen können. Das wissen wir bei Sars-CoV-2 noch nicht." Offen sei unter anderem, wie das Virus die Ohren schädige, ob andere Bedingungen wie Vorerkrankungen eine Rolle spielen und wie lang die Hörverluste anhalten können. (ens) Almufarrij, Munro: One year on: an updated systematic review of SARS-CoV-2, COVID-19 and audio-vestibular symptoms, International Journal of Audiology
mdr.de
Corona greift auch Nerven an, bekannte Folgen sind der Verlust von Geruch und Geschmack. Eine neue Studie zeigt: Auch Ohren werden in Mitleidenschaft gezogen, es kommt zu Hörverlust, Tinnitus und Gleichgewichtsproblemen.
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Startseite
2021-03-24T17:34:52+01:00
2021-03-24T17:34:52+01:00
https://www.mdr.de//wissen/taubheit-pfeifen-tinitus-ohren-covid-corona-virus-100.html
Bomben-Angriffe
Bei einem Bomben-Angriff auf ein Landexplodieren oft viele Bomben.Zum Beispiel:    • In einer Stadt,    • oder in einem Gebäude.Dabei sterben oft viele Menschen.Und viele Menschen werden schwer verletzt
mdr.de
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Wörter-Buch
2022-04-12T12:52:17+02:00
2022-04-12T12:52:17+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten-leicht/woerterbuch/glossar-Bomben-Angriffe100.html
Energiewende auch ohne Netzausbau möglich, aber nicht so lukrativ
Zu den Totschlag-Argumenten gegen eine schnelle Energiewende zählt bekanntlich: Erst muss die Infrastruktur her, dann die Windräder und Wasserstofftanks. Forschende sehen das in einer aktuellen Studie aber ein bisschen anders. Das Team hat an der TU Berlin und der dänischen Universität Aarhus verschiedene Simulationen durchlaufen lassen und kommt zu dem Ergebnis: Eine Energiewende kann auch gelingen, wenn das Netz so bleibt wie es ist. Das prognostiziert zumindest ein selbstentwickeltes Planungswerkzeug, das auf den Namen PyPSA hört und ein Modell des europäischen Energiesystems enthält. Ein Software-Tool, das sogar von der EU-Kommission empfohlen werde, heißt es. Pluspunkt: Durch die Anlage als quelloffene Open-Source-Software lassen sich die Berechnungsschritte transparent nachvollziehen. Aber der Reihe nach. Für eine valide "Was-wäre-wenn" Berechnung braucht es ordentlichen Sack voll Daten: Wetterdaten, die für Solar- und Windenergie relevant sind, die Architektur der Energienetze verschiedener Länder, verfügbare Flächen für Windkraft- und Photovoltaikanlagen. "Dies beinhaltet auch die Regionen, in denen Wasserstoff in unterirdischen Salzkavernen gespeichert werden könnte, sowie die Standorte von Industrieanlagen, wo CO2 aus Industrieprozessen abgeschieden werden kann“, so Fabian Neumann, der die Entwicklung von PyPSA an der TU Berlin begleitet. "So können wir bestimmen, was es braucht, um kosteneffizient bis spätestens Mitte des Jahrhunderts nicht nur den Stromsektor, sondern auch den Gebäudesektor, Mobilität und Industrie auf Netto-Null-CO2-Emissionen zu bringen." Das Modell schaue im Zuge der Simulation nicht nur, wo neue Anlagen zur Stromerzeugung und Netzinfrastruktur gebaut werden müssen. Sondern auch, wo zum Beispiel Energiespeicher stehen müssen oder Anlagen, die Wasserstoff herstellen. Die Forschenden haben insgesamt vier Szenarien durchgespielt, bei denen jeweils ein kompletter Umstieg auf Erneuerbare ohne Energieimporte außerhalb Europas erfolgt. Dieses Szenario würde gegenüber dem heutigen Netz helfen, sechs bis acht Prozent der gesamten Kosten für die Energieversorgung in Europa einzusparen. Hierin seien auch schon die Kosten für den Ausbau des Stromnetzes mit eingerechnet, das sich dafür mehr als verdoppeln müsste. Zwischen 64 und 69 Prozent des künftigen Wasserstoffnetzes könnten aus umgerüsteten Erdgasleitungen bestehen. Würde man nur das Gasnetz in ein Wasserstoffnetz umwandeln und einige zusätzliche neue Wasserstoffleitungen bauen, wären Einsparungen von zwei bis drei Prozent der Gesamtkosten für das Energiesystem in Europa möglich, sagen die Forschenden. Der geringere Effekt erkläre sich dabei vor allem aus der Tatsache, dass für die Herstellung von grünem Wasserstoff der Strom aus Windkraft und Solaranlagen genutzt werde, der sonst direkt ins Stromnetz eingespeist werden könnte, Stichwort Energieverluste. Laut den Forschenden wäre ein Ausbau beider Netze die günstigste aller Varianten. Zehn Prozent Einsparungen seien möglich, was etwa siebzig Milliarden Euro pro Jahr in Europa entspreche. Weil die gesellschaftlich tragfähigsten Lösungen für den Infrastrukturausbau aus einer Vielzahl an Alternativen gewählt werden könnten, würde sich der Prozess der Energiewende möglicherweise beschleunigen, so die Forschenden. Fabian Neumann: "Die Baukosten sowohl für Strom- wie auch für Wasserstoffleitungen, vor allem bei Umbau der Erdgasnetze, fallen bei der Gesamtkostenrechnung nicht groß ins Gewicht, man kann hier also recht flexibel entscheiden." Den Forschenden zufolge ist auch eine Energiewende ohne Netzausbau möglich. Anlagen wie Wärmepumpen oder Elektrolyseure, mit denen aus Strom und Wasser Wasserstoff gewonnen wird, müssten aber auf Netzschwankungen vorbereitet sein. Es bedürfe hierbei einer weitreichenden Digitalisierung des Energiesystems durch den flächendeckenden Einbau von Smartmetern und der Einführung von regionalen dynamischen Stromtarifen. Die Simulation ist in zweierlei Hinsicht eine gute Nachricht: Zum einen untermauert sie, dass mit dem zügigen Aufbau von Windkraftanlagen und dergleichen nicht gewartet werden muss, bis die Netze stehen. Zum anderen scheint der europäische Gedanke ein besonders cleverer zu sein, wenn es um die Energieversorgung geht. Also ein länder- und sektorenübergreifender Ausbau der Infrastruktur. Fabian Neumann: "Um Klimaneutralität kosteneffizient erreichen zu können, müssen die Standorte von Energieerzeugung, -transport, -umwandlung und -speicherung verstärkt integriert geplant werden, da sie stark voneinander abhängen." flo Die Studie The potential role of a hydrogen network in Europe erschien am 12. Juli 2023 im Fachblatt Joule.DOI: 10.1016/j.joule.2023.06.016Die Ergebnisse können in einem interaktiven Szenario-Explorer untersucht werden.
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Forschende haben durchgerechnet, wie viel Einsparung verschiedene Ausbau-Varianten des Energienetzes in Europa bringen. Und fast nebenbei entdeckt: Es geht sogar ohne, wird aber unterm Strich nicht so günstig.
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2023-07-17T15:18:20+02:00
2023-09-01T16:38:05+02:00
https://www.mdr.de//wissen/energiewende-ohne-netzausbau-moeglich-wasserstoff-stromnetz-102.html
Haseloff besucht Opfer des Anschlags in Magdeburg
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat am Freitag Verletzte des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt besucht. In der Universitätsklinik Magdeburg sprach er den Opfern Trost und Mut zu. "Fünf Menschen kamen ums Leben und mehr als zweihundert wurden teils schwer verletzt. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich unermessliches menschliches Leid", so Haseloff. Viele von ihnen hätten die Folgen des Anschlags möglicherweise ihr Leben lang zu tragen. Der Ministerpräsident würdigte zugleich den Einsatz des Personals in den Krankenhäusern. "Sie haben sich den enormen Herausforderungen mit großer Fachkenntnis und höchstem Engagement gestellt." Alle aktuellen Entwicklungen zum Fall haben wir hier für Sie gebündelt: Die Uniklinik in Magdeburg hat nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt 72 verletzte Patientinnen und Patienten, darunter 15 Schwerstverletzte und 27 Schwerverletzte versorgt. Mittlerweile schwebe keines der Opfer mehr in Lebensgefahr, sagte der Direktor für Intensivmedizin der "Süddeutschen Zeitung". Die überwiegende Mehrheit der Behandelten sei bereits nach Hause entlassen worden. "Von den 15 Schwerstverletzten, die instabil unser Haus erreicht haben, konnten wir alle stabilisieren – darunter einige Kinder", sagte der Notfallmediziner Robert Werdehausen. Laut Krankenhaus wurden zudem mehr als 200 Personen psychosozial betreut, darunter etwa 120 Angehörige von Betroffenen. Die häufigsten Verletzungen bei allen Patienten waren laut Notfallmediziner Werdehausen mehrfache Knochenbrüche der Arme und Beine, aber auch des Beckens mit hohem Blutverlust. Die wenigen Kopfverletzungen seien aus medizinischer Sicht erfreulich gewesen. Das Uniklinikum Magdeburg ist nicht das einzige Krankenhaus, in dem Verletzte des Anschlags behandelt wurden. Einige Opfer wurden zum Beispiel aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen auch per Hubschrauber in die Uniklinik Halle geflogen. Der mutmaßliche Attentäter Taleb A. soll am vergangenen Freitag mit einem geliehenen Auto in eine Menschenmenge auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast sein. Dabei wurden fünf Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Anmerkung der Redaktion: Aus Ressourcen-Gründen haben wir uns dafür entschieden, die Kommentar-Funktion vorübergehend zu deaktivieren. Aufgrund des großen Interesses an unseren Produkten haben wir uns dazu entschlossen, unser Personal vorwiegend für die Berichterstattung einzusetzen. Wir informieren Sie weiterhin in sozialen Netzwerken und bei "mdr.de" über aktuelles Geschehen.dpa, MDR (Leonhard Eckwert) | Erstmals veröffentlicht am 26.12.2024
mdr.de
Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt hat die Uniklinik Magdeburg viele Verletzte behandelt. Mittlerweile sind alle Opfer außer Lebensgefahr.
[ "Anschlag", "Magdeburg", "Uniklinik", "Lebensgefahr", "Verletzte" ]
Sachsen-Anhalt
2024-12-27T18:34:55+01:00
2024-12-27T18:34:55+01:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/magdeburg/magdeburg/anschlag-weihnachtsmarkt-uniklinik-verletzte-ausser-lebensgefahr-besucht-haseloff-100.html
Carsten Borchert (CDU) gewinnt den Wahlkreis Salzwedel
Dieser Text wird automatisiert erstellt und redaktionell ergänzt. Grundlage sind die Veröffentlichungen der Landeswahlleiterin auf den Seiten des Statistischen Landesamtes. Haben Sie einen Fehler entdeckt? Schreiben Sie an: data@mdr.de Der Direktkandidat der CDU, Carsten Borchert, zieht für den Wahlkreis Salzwedel in den neuen Landtag ein. Nach dem vorläufigen Endergebnis bei der Landtagswahl 2021 erhält er mit 36,4 Prozent die meisten Erstimmen. Damit bleibt das Direktmandat, wie schon 2016, in den Händen der CDU. Borchert ist seit 2016 über das Direktmandat gewählter Abgeordneter der CDU im Landtag. Bei der vergangenen Wahl im Jahr 2016 gewann der CDU-Politiker den Wahlkreis mit 11,8 Prozentpunkten Stimmenvorsprung auf die AfD. Hanns-Michael Kochanowski, Bewerber der AfD, kommt mit 17,7 Prozent auf Platz zwei. Kochanowski sitzt im Vorstand der AfD Altmarkkreis-Salzwedel. Er kandidierte zum ersten Mal. In den folgenden Grafiken sehen Sie die detaillierten Erst- und Zweitstimmenergebnisse Ihres Wahlkreises. Bei den Zweitstimmen liegt die CDU mit 36,2 Prozent vorn. Im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren ist das ein Gewinn von fünf Prozentpunkten. Damit ist die CDU zugleich größter Wahlgewinner in diesem Wahlkreis. An zweiter Stelle kommt die AfD. Für die Partei stimmen 18,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Sie verschlechtert ihr Ergebnis um 3,6 Prozentpunkte. Dahinter folgen Linke (12,9 Prozent), SPD (8,7 Prozent), Grüne (5,9 Prozent), FDP (5,6 Prozent) und Freie Wähler (5,2 Prozent). Größter Wahlverlierer sind die Linken, die auf 12,9 Prozent der Stimmen kommen und damit 4,4 Prozentpunkte im Vergleich zur Landtagswahl 2016 verlieren. Sachsen-Anhalt hat 41 Wahlkreise. Die Bewerberinnen und Bewerber um ein Direktmandat für den Landtag werden mit der Erststimme und mit einfacher Mehrheit gewählt. Mit der Erststimme wählt man eine konkrete Person. 41 direkt gewählte Politikerinnen und Politiker ziehen in das Landesparlament ein.Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt und bestimmt, wie viele Sitze eine Partei im Landtag erhält – wie stark also eine Partei im Landtag ist. Die Abgeordneten ziehen über die Listenplätze ihrer Parteien in den Landtag ein, wenn die Partei mehr als fünf Prozent erreicht hat. Die Plätze werden so verteilt, dass sie verhältnismäßig den Zweitstimmen entsprechen. In dem neuen Landtag sind mindestens 83 Politikerinnen und Politiker vertreten.Mehr über das Wahlsystem in Sachsen-Anhalt erfahren Sie hier auf den Seiten der Landeswahlleiterin. Die Menschen im Wahlkreis Salzwedel stimmen ähnlich ab wie die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt. Landesweit erhält die CDU mit 37,1 Prozent die meisten Zweitstimmen. Danach folgen AfD (20,8 Prozent), Linke (11 Prozent), SPD (8,4 Prozent), FDP (6,4 Prozent), Grüne (5,9 Prozent) und Freie Wähler (3,1 Prozent). Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Salzwedel liegt mit 60,6 Prozent 0,3 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt sowie 1,3 Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung von 2016. 35.373 Menschen waren zur Wahl aufgerufen. 1,2 Prozent der Stimmen sind ungültig. Der Landtagswahlkreis Salzwedel beinhaltet die folgenden Städte und Gemeinden: Flecken Apenburg-Winterfeld, Arendsee (Altmark), Beetzendorf, Dähre, Flecken Diesdorf, Jübar, Kuhfelde, Rohrberg, Salzwedel und Wallstawe. Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk, Innovations- und Digitalagentur (ida), 23 degrees
mdr.de
Der Direktkandidat der CDU, Carsten Borchert, erhält im Wahlkreis Salzwedel die meisten Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Damit gewinnt die Partei erneut den Wahlkreis.
[ "#ltwlsa", "landtagswahl", "wahl2021", "wahlkreis", "kandidatin", "direktkandidat", "erststimme", "zweitstimme", "wahlurne", "auszählung", "stimmabgabe", "sachsen-anhalt", "zwischenstand", "endergebnis", "gewinner", "verlierer", "CDU", "AfD", "SPD", "Bündnis90/Die Grünen", "Linke", "FDP", "Freie Wähler" ]
Sachsen-Anhalt
2021-06-07T03:30:04+02:00
2021-06-07T03:31:18+02:00
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landtagswahl/wahlkreisergebnis/so-stimmt-salzwedel-ab-100.html
Bach-Festival Arnstadt beginnt
Bis zum 7. April findet das Bach-Festival Arnstadt statt, diesmal mit einer Neuerung, die ihm eine größere Sichtbarkeit verleihen soll. Erstmals findet das Arnstädter Festival als Teil der Thüringer Bachwochen statt. Die Idee zu der Kooperation sei nach einer gemeinsamen Beurteilung der Lage beider Bach-Festivals nach der Corona-Pandemie entstanden, sagte die Leiterin des Bach-Festivals Arnstadt, Alexandra Lehmann, im Gespräch mit MDR KULTUR. Sie habe sich mit dem Festivalleiter der Bachwochen, Christoph Drescher, getroffen und beide Festivalmacher hätten festgestellt, dass die vergangenen Jahre sowohl für die Veranstalter wie auch für die Musiker nicht einfach gewesen seien. So beschlossen sie, dass eine Bündelung der Anstrengungen zum gemeinsamen Thema Bach alle stärken könnte. Daher lautet das Motto dieses Jahr auch "Bach + Bach". Es stärkt ja auch uns beide, wenn wir sagen, wir treten gemeinsam als Marke Bach auf. Die Thüringer Bachwochen finden vom 21. März bis 14. April statt. Das Bach-Festival Arnstadt läuft darin als Veranstaltungsschwerpunkt vom 5. bis 7. April 2024. Zu den Höhepunkten des Bach-Festivals Arnstadt zählt in diesem Jahr das Eröffnungskonzert mit Solomon's Knot und ihrem Programm "Class of 1685" in der Arnstädter Bachkirche, bei dem Werke von Bach, Händel und Scarlatti aufgeführt werden. Das aus Thüringen stammende Ensemble DiX verbindet unter dem Motto "BACHianas argentinas" die Musik von Johann Sebastian Bach mit der des argentinischen Tango-Großmeisters Astor Piazzolla. Laut den Veranstaltern entsteht so "eine Verschmelzung der Präzision Johann Sebastian Bachs mit der Leidenschaft des Tango Nuevo". Präsentiert wird das Konzert in der Bachkirche Arnstadt. Eine Konzertlesung aus dem Buch "Wie wunderbar sind deine Werke" des Bachforschers und Intendanten des Leipziger Bachfestes, Michael Maul, findet am Samstag (6. April) in der Traukirche Bachs in Dornheim statt. Dabei will Maul aufzeigen, warum Bach in Leipzig "die zunächst unbändige Lust auf das Komponieren von Kirchenmusik nach fünf Jahren im Thomaskantorat fast gänzlich verlor". Bach habe sich damals mehr und mehr in eine innere Emigration zurückgezogen. Musikalisch begleitet wird die Lesung von Volkmar Zehner an der Orgel. Den Abschluss des Bach-Festivals Arnstadt gestaltet am Sonntagabend die Gaechinger Cantorey, das Ensemble der Internationalen Bachakademie Stuttgart, dirigiert von Akademieleiter Hans-Christoph Rademann, mit dem Konzert "Vision.Bach" in der Bachkirche Arnstadt. Hier werden etwa 60 Kantaten erklingen. Quelle: MDR KULTUR (Ole Steffen), Bach-Festival Arnstadt, Thüringer BachwochenRedaktionelle Bearbeitung: op
mdr.de
Bis Sonntag lädt das Bach-Festival Arnstadt ein. In diesem Jahr findet es erstmals als Teil der Thüringer Bachwochen statt. Höhepunkte sind Konzerte von Solomon's Knot, dem Ensemble DiX und der Gächinger Cantorey.
[ "kulturnachrichten", "Bach-Festival", "Arnstadt", "Solomon's Knot", "DiX", "Gächinger Cantorey", "Konzert", "Fest", "Thüringen", "Bachwochen", "BAch", "Johann Sebastian Bach", "Barock", "Musik" ]
Thüringen
2024-04-05T17:05:34+02:00
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https://www.mdr.de//nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/arnstadt-ilmkreis/bach-festival-arnstadt-kultur-news-100.html